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Ludwig Kattenstroth, Staatssekretär im Arbeitsministerium, März 1966, Bundesvereinigung der Dt. Arbeitgeberverbände

TV-Tipps des Tages

22.05.2013 – Berlin Kreuzberg, Flüchtlinge, Libanon, NSDAP, Hitler, Ausländer

TV-Tipps des Tages sind: Kaddisch für einen Freund: Der junge Ali kommt mit seiner Familie neu in den Kiez Berlin-Kreuzberg. Als Flüchtlinge aus dem Libanon steht ihre Duldung in Deutschland auf der Kippe; Hitler und der Wagner-Clan: Winifred Wagner, Hitler-Freundin und „Herrin von Bayreuth“, gilt heute als Symbol für eine unverbesserliche „Altnazi“

VONÜmit Küçük

DATUM22. Mai 2013

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Kaddisch für einen Freund
Fernsehfilm – Der junge Ali kommt mit seiner Familie neu in den Kiez Berlin-Kreuzberg. Als Flüchtlinge aus dem Libanon steht ihre Duldung in Deutschland auf der Kippe. Um bei den arabischen Jugendlichen Anschluss zu finden, lässt Ali sich auf eine Mutprobe ein, jedoch wird er erwischt und angezeigt. Für seine Familie kann das die Abschiebung bedeuten. Es bleibt Ali also nichts anderes übrig, als zu versuchen, sich mit seinem „Feind“ gutzustellen. Dieser ist ein alter, russisch-jüdischer Kriegsveteran, der es dem jungen Araber nicht gerade leicht macht … In Leo Khasins Regiedebüt stellen sich zwei Migranten gegen gesellschaftliche Konventionen und lernen „die Kunst der Versöhnung“.

Aufgewachsen in einem palästinensischen Flüchtlingslager hat der 14-jährige Ali Messalam von klein auf gelernt, „die Juden“ zu hassen. Nach der gemeinsamen Flucht mit seiner Familie aus dem Libanon lebt er bereits seit vier Jahren in Berlin Kreuzberg. Die Duldung steht zwar noch auf wackeligen Beinen, dennoch darf die Familie vorerst das Asylheim verlassen und eine eigene Wohnung am Mehringplatz beziehen. Hier sucht Ali Anschluss bei den arabischen Jugendlichen im Kiez. Doch dafür muss er erst einmal beweisen, was er drauf hat. Als Mutprobe soll er in die Wohnung seines jüdisch-russischen Nachbarn Alexander einbrechen. Die gewaltbereiten Jugendlichen folgen Ali und verwüsten im Exzess die Wohnung des alten Mannes. Doch nur Ali wird von dem vorzeitig zurückkehrenden Alexander erkannt und bei der Polizei angezeigt. Ali droht nun ein Strafverfahren und der Familie die Abschiebung aus Deutschland. Die einfühlsame Mutter schafft es, bei Alexander ein gutes Wort für ihren Sohn einzulegen: Unter der Bedingung, dass Ali ihm bei der Renovierung seiner Wohnung hilft, will Alexander die Anzeige zurückziehen. Widerspenstig willigt der Junge ein und muss von nun an seine Freizeit bei Alexander verbringen. Anfänglich gehen die beiden Migranten unterschiedlicher Generationen und Kulturkreise noch feindselig miteinander um. Doch nach und nach bricht das Eis und die beiden entwickeln Respekt füreinander. Als Alexander nach der Renovierung der Wohnung sein Versprechen einhalten und die Anzeige gegen Ali zurückziehen will, erweist sich dies jedoch als schwieriger als erwartet – die vorsichtige Freundschaft der beiden wird auf eine harte Probe gestellt. 1em>14:00-15:31 • arte

Hitler und der Wagner-Clan
Winifred Wagner, Hitler-Freundin und „Herrin von Bayreuth“, gilt heute als Symbol für eine unverbesserliche „Altnazi“, die das weltberühmte Wagner-Festival dem Dritten Reich dienstbar machte. Erst die Söhne Wieland und Wolfgang, so die landläufige Meinung, hätten die Bayreuther Festspiele nach dem Krieg vom „braunen Mief“ befreit und zu neuen künstlerischen Höhen geführt.

In Zusammenarbeit mit der Wiener Historikerin Brigitte Hamann hat Autor Michael Kloft das Leben der Winifred Wagner und die wechselvolle Geschichte der Bayreuther Festspiele rekonstruiert.

Mit bisher unveröffentlichten Dokumenten, Filmaufnahmen und Fotos, sowie in Gesprächen mit Zeitzeugen, zeichnen sie ein faszinierendes Bild von „Hitlers Bayreuth“ und räumen mit so mancher Legende auf. Denn Brigitte Hamanns Buch birgt einigen Zündstoff. Die Verquickung von Hitler und dem Wagner-Clan, von Macht und Kultur, wird erstmals in voller Schärfe deutlich.Überzeugte Antisemiten und frühe Anhänger der NSDAP. 20:15-21:00 • PHOENIX

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Ein Kommentar
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  1. Roman sagt:

    „Kaddish“ ist wirklich ein großartiger Film. Ich hatte letztes Jahr die Möglichkeit ihn in Anwesenheit u.a. des Regisseurs zu sehen. Es ist ein Film, der nicht schönfärbt und doch Hoffnung gibt und der die Menschen hinter klischeebeladenen Schlagworten wie „Jude“ und „Moslem“ zeigt. In der Diskussion wurde noch einmal betont, dass es sich bei der Geschichte um eine DEUTSCHE Geschichte handelt. Sich abzuwenden und zu sagen „die Ausländer und ihre Probleme“ führt nicht weiter, denn das Schicksal der Protagonisten ist auch Produkt der Lebensumstände. „Kaddish“ ist also sehr zu empfehlen und sollte meiner Meinung nach auch in Schulen eingesetzt werden.



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