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Migration und Integration in Deutschland

Demnach waren die Arbeitgeber bestrebt, diejenigen ausländischen Arbeitnehmer zu halten, die sich in mehrjähriger Beschäftigung bewährt hatten, zumal bei ihnen die Anpassungs- und hier vor allem die Sprachschwierigkeiten … überwunden waren.

Bundesanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung, 1968

Vermittlungsabsprache unterzeichnet

Philippinische Pflegekräfte für Deutschland

Deutschland und die Philippinen haben eine Fachkräfteabsprache unterzeichnet. Damit sollen philippinische Pflegekräfte nach Deutschland vermittelt werden. Zuvor sollen sie auf die Arbeit in Deutschland vorbereitet werden.

Ausgebildete Pflegekräfte sind in Deutschland knapp. Aktuell gibt es etwa 10.000 offene Stellen für Altenpfleger. Um den Bedarf zu decken, unterzeichneten am 19. März im philippinischen Manila Deutschland und die Philippinen eine Vermittlungsabsprache. Damit sollen philippinische Pflegekräfte in Deutschland arbeiten können. Entsprechende Absprachen gab es bisher nur mit den Arbeitsverwaltungen von Kroatien und mit Serbien.

„In den Philippinen finden wir hoch qualifizierte Pflegekräfte, die ein Gewinn für uns in Deutschland sein werden“, sagte Varnhagen, Direktorin der Zentrale für Auslands- und Fachvermittlung (ZAV) der Bundesagentur für Arbeit, im Vorfeld der Unterzeichnung in Manila. Mit der offiziellen Absprache wird die Zusammenarbeit zwischen Deutschland und den Philippinen intensiviert.

Bedarf auch in Zukunft groß
Erfreut über diesen Schritt zeigte sich auch Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU): „Im Pflegebereich ist die Nachfrage nach Fachkräften riesengroß. Mit der Vermittlungsabsprache öffnen wir den deutschen Arbeitsmarkt für qualifiziertes Personal von den Philippinen. Der Bedarf an Pflegefachkräften ist auch mit Blick auf die Zukunft so groß, dass wir nicht nur alle inländischen und europäischen Potenziale ausschöpfen dürfen, sondern auch auf dem internationalen Arbeitsmarkt aktiv für Karrieren in Deutschland werben müssen.“

Die Vereinbarung soll sich laut Absprache am Verhaltenskodex der Weltgesundheitsorganisation (WHO) orientieren. Dieser sieht vor, dass eine länderübergreifende Anwerbung von Gesundheitspersonal nur erfolgen soll, wenn im Ausgangsland kein Fachkräftemangel besteht. Zudem soll eine sprachliche und kulturelle Schulung im Heimatland die philippinischen Pflegekräfte auf ihre Arbeit in Deutschland vorbereiten. Bevor sie ausreisen, sollen sie ihren Arbeitsvertrag bereits unterschrieben haben. Sie sollen in Deutschland zu denselben Bedingungen beschäftigt werden, wie deutsche Pflegekräfte.

Angesichts des Fachkräfteengpasses hatten sich Bund, Länder und Verbände mit der am 13. Dezember 2012 vereinbarten Ausbildungs- und Qualifizierungsoffensive Altenpflege auf ein Maßnahmenpaket in insgesamt zehn Handlungsfeldern zur Fachkräftesicherung in der Altenpflege verständigt. Hierzu gehören neben einer stärkeren Erschließung des inländischen Ausbildungs- und Qualifizierungspotenzials auch die qualifizierte Zuwanderung aus Drittstaaten auf Basis von Vermittlungsabsprachen. (fs)

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12 Kommentare
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  1. Confianza sagt:

    Davon habe ich schon gehört. Allerdings spricht man im Text nur von Philippinos. Habe schon von Ungarn, Spaniern und Polen gelesen. Noch beäuge ich das ganze mit Skepsis. Aber falls es hilft und sich bewährt, wurd alles richtig gemacht!

    LG,
    Isabelle von Job Altenpflege

  2. steffen sagt:

    Hatte selbst auch über das Thema bereits berichtet und gab auch eine 3Sat-Dokumentation dazu: http://www.steffenzoller.de/2015-09-auslaendische-pflegekraefte-aus-den-philippinen-fuer-deutschland/


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