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Migration und Integration in Deutschland

Er [ein Paß] kommt auch nicht auf so einfache Weise zustand wie ein Mensch. Ein Mensch kann überall zustandkommen, auf die leichtsinnigste Art und ohne gescheiten Grund, aber ein Paß niemals. Dafür wird er auch anerkannt, wenn er gut ist, während ein Mensch noch so gut sein kann und doch nicht anerkannt wird.

Bertolt Brecht, Flüchtlingsgespräche, 1940

Studie

Fast jeder zehnte Wissenschaftler ist ein Ausländer

Knapp 80.000 von den insgesamt 808.000 Forschern bundesweit sind Ausländer. Die meisten kommen aus China, Indien und den USA. Aber auch Russland, Japan und die Türkei belegen Spitzenplätze. Das ist das Ergebnis einer BAMF-Erhebung.

Wie viele ausländische Forscher gibt es in Deutschland? Darüber lagen bisher keine Verlässliche Zahlen vor. Aber auch sonst war die Informationslage über die Zuwanderung ausländischer Wissenschaftler nach Deutschland unbefriedigend.

Abhilfe schafft eine Studie, die mit Hilfe der Daten des Mikrozensus, des IAB-Betriebspanels und des Ausländerzentralregisters erstellt wurde. Das Working Paper trägt den Titel „Ausländische Wissenschaftler in Deutschland“ und wurde im Auftrag des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF) erstellt.

Danach gibt es in Deutschland insgesamt 808.000 Forscher. Davon sind knapp 80.000 oder 9,5 Prozent Ausländer, von denen wiederum 5,5 Prozentpunkte auf EU-Bürger und 4 Prozentpunkte auf Drittstaatsangehörige entfallen.

Download: Weitere Ergebnisse können dem Working Paper „Ausländische Wissenschaftler in Deutschland – Analyse des deutschen Arbeitsmarktes für Forscherinnen und Forscher“ entnommen werden.

China und Indien vorn
Die Hauptherkunftsländer der Drittstaatsangehörigen, die ausschließlich zum Zweck der Forschung nach Deutschland gekommen sind, sind China (15,8%), Indien (14,2%) sowie die Vereinigten Staaten von Amerika (11%). Einen hohen Anteil der Forscher stellen auch die Russische Föderation (6,3%), Japan (4,3%) und die Türkei mit 3,6 %.

Laut Studie wird Deutschland auch in Zukunft auf ausländische Forscher angewiesen sein. Im Jahr 2030 würden voraussichtlich 2,1 Millionen Forscher benötigt – das zweieinhalbfache des heutigen Status quo. Der Studie ist zu entnehmen, dass trotz aktuell steigender Studierendenzahlen „eine negative Bilanz von Angebot und Nachfrage sichtbar“ wird. (bk)

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