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Unglaublich

Eine Lesung von Necla Kelek

Necla Keleks Bücher schaffen es in die Bestseller-Listen. Kein Wunder also, dass ihre Lesungen gut besucht sind. Tahir Chaudhry hat vor wenigen Tagen so eine Lesung besucht. Seine Eindrücke hat er zusammengefasst.

VONTahir Chaudhry

 Eine Lesung von Necla Kelek
Der Autor (21) ist freier Journalist und betreibt einen Blog. Er ist außerdem Produktionsleiter der Talk-Sendereihe "Islam im Brennpunkt". Er studiert Islamwissenschaften und Geschichte in Kiel.

DATUM24. Januar 2013

KOMMENTARE51

RESSORTAktuell, Meinung

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Necla Keleks kruden Thesen und „Analysen“ zum Islam und den Migranten haben durch die gesamte Integrationsdebatte hinweg große Wellen geschlagen. Ihre Bücher schafften durchweg den Weg in die Bestseller-Listen Deutschlands. Aber warum nur?

Für mich sind ihre Bücher nichts als Zeugnisse hochpauschaler Beschreibungen und scheinbarer Empirie. Sie bestehen meist aus Anekdoten, die mit radikaler Religionskritik aufgeblasen werden. Sachliche Information und nachvollziehbare Einschätzungen: Fehlanzeige!

Kelek kritisiert in ihren Publikationen zurecht die Unterdrückung der Frau in patriarchalischen Gesellschaftsstrukturen der orientalischen Kultur (unter anderem Phänomene wie Zwangsheirat und Ehrenmord), die Formierung von Parallelgesellschaften in Deutschland und die Ziele und Forderungen des Islamismus (beispielsweise die Vermischung von Staat und Religion).

Ihre radikalen Schlussfolgerungen aus diesen Umständen aber lassen jede Art von Differenzierung vermissen. Mit dem Prinzip-Kelek haben sich bereits zahlreiche Wissenschaftler und Journalisten auseinandergesetzt. Laut Patrick Bahners (FAZ Kulturkorrespondent und Autor) kann ihre fehlende Differenzierung leicht den Eindruck „einer gefährlichen Masse im Bann eines archaischen Gruppendenkens“ suggerieren. Gemäß Lamya Kaddor (Islamwissenschaftlerin) hat Kelek aufgrund ihrer Aussagen „den Boden einer seriösen, geschweige denn wissenschaftlich fundierten Islamkritik längst verlassen“. Und nach Meinung des Migrantenforschers Werner Schiffauer sollte statt Kelek die deutsche Öffentlichkeit Adressat der Kritik sein, denn sie habe „nur auf so jemanden wie Kelek gewartet, der all das bestätigt, was sie schon immer über Muslime gedacht haben.“

Im Oktober 2012 veröffentlichte Necla Kelek ihr neuestes Buch „Hurriya heißt Freiheit“. Darin erzählt sie über die arabische Revolte und den Frauen, die sie während ihrer Reisen durch Ägypten, Tunesien und Marokko getroffen hat. Ich habe Kelek nie getroffen, wofür ich auch nie einen Wunsch verspürte. Nun kam mir jedoch zu Ohren, dass sie im Oberlandesgericht Schleswig eine Lesung aus ihrem neuen Buch abhält. Zusammen mit meinem Bruder beschlossen wir, die Lesung zu besuchen.

Die Kosten für den Eintritt lagen bei 12 Euro, für Studenten und Schüler war der Eintritt frei. An der Abendkasse sagt man uns, dass die Lesung ausverkauft sei, aber wir dennoch eine Chance hätten, wenn wir bis zum Verkaufsschluss warten würden. Wir entschließen uns, zu warten. Wenige Minuten später kommt die Empfangsdame mit zwei Tickets in der Hand zu uns und teilt uns mit, dass die Lesung gleich beginnt.

Die ersten Blicke in den Saal lassen erkennen, dass die Mehrheit der Anwesenden Bürger über 50 sind. Zu unserem Erstaunen ist niemand mit Migrationshintergrund unter den Teilnehmern zu sehen. Deshalb ist das Staunen groß, als ich und mein Bruder den Saal betreten. Blicke fixieren uns. Auch Kelek bemerkt uns, während sie mit der Organisation redet. Im Kollektiv mustert man uns auf dem Weg zu unseren Sitzplätzen. Wir setzen uns, das Mikrofon wird eingeschaltet.

Nun steht die Gerichtspräsidentin vor dem Publikum und bedankt sich bei den Gästen für ihr Kommen und erzählt, dass die Lesung nach der Freischaltung des Reservierungstelefons innerhalb von nur 45 Minuten ausverkauft war. Nun wird die Motivation der Veranstaltung dargestellt und ein Lob an Kelek für ihr gesellschaftliches Engagement gerichtet. Anschließend wird Kelek gebeten, auf dem Podium Platz zu nehmen.

Kelek beginnt damit, etwas über den Ablauf der Lesung zu sagen und stellt kurz das Buch vor, aus dem sie in Kürze vorlesen wird. Meinen Bruder und mich ansprechend sagt Kelek, dass sie sich auf eine spannende Diskussion freut, zumal ja auch Gäste aus dem „Magreb“ anwesend seien. Sie lächelt uns demonstrativ an. Wir reagieren nüchtern.

Es folgt eine knapp 45-minütige Lesung aus ihrem Buch. Detailversessene Beschreibungen wechseln kurzgeschlossene Thesen und undurchsichtige Momentaufnahmen ab. Das Fazit ihres Buchs ist, dass die Revolution der Frau in der arabischen Welt nichts gebracht habe. Sie seien weiterhin Sklavinnen des Mannes unter der Einflussausweitung der Religiösen in der Gesellschaft. Sie redet von der Revolution, von religiöser Frömmigkeit, dem Salafismus, der freiheitsfeindlichen Gesinnung, der Demokratie, der Scharia und der Unterdrückung der Frau in patriarchalischen Systemen.

Es ist ein chaotisches Zusammenwerfen von negativ konnotierten Begriffen, aus denen ein Feindbild der bösen Muslime, des bösen Islam geformt wird. Nachdem Kelek nach Abschluss, die Diskussion freigibt, melde ich mich und werde bald darauf mit einem überbetonten Lächeln von ihr persönlich drangenommen.

Ich bedanke mich für ihre Lesung und mache deutlich, dass ich in ähnlicher Weise die gesellschaftlichen Missstände der „islamischen“ Welt verurteile. Anschließend werfe ich ihr vor, dass sie die Anwesenden mit zwei Fehleinschätzungen entlasse: 1. Wir sind die Guten und die dort sind die Bösen. 2. Der Islam ist das Problem.

Daraufhin bitte ich Kelek um eine differenzierte Antwort, ob sie das wirklich so sieht. Sie denkt kurz nach und antwortet mit einem strengen Blick, dass sie den „Scharia-Islam“ verurteile, aber den Islam in säkularer Form als spirituelle Kraft toleriere. Im zweiten Satz holt sie weiter aus und fordert die Muslime auf, sich von der Scharia zu befreien und den Glauben an den Koran als von Gott offenbartes Buch ablegen.

Ich hake ein und frage, warum sie meint, entscheiden zu können, was Muslime zu glauben haben. „Ich begreife den Säkularismus als Teil der islamischen Lehre und betrachte gleichzeitig den Koran als das von Gott offenbarte Buch.“

Kelek blickt verunsichert in die Menge und sieht, wie die harmonische Stimmung ins Wanken gerät. Sie wird laut: „Scharia! Allahs Gesetze!“ Ich nicke. Kelek wiederholt ihre Worte und klagt Muslime an, die sich freiwillig den Gesetzen Allahs beugen.

Ich muss wieder eingreifen: „Diese Aussage macht keinen Sinn.“ Ich halte ihr vor, dass sie mit der Unwissenheit der Anwesenden spielt, indem sie Begriffe wie Scharia benutzt, um bestimmte Klischee-Bilder in den Köpfen der Menschen freizusetzen. „Es gibt kein niedergeschriebenes Buch, wo Scharia draufsteht. Es gibt nicht die Scharia“. Vielmehr unterscheidet sich von Strömung zu Strömung, von Gelehrten zu Gelehrten die Interpretation der Hauptquellen (Koran, Hadith und Sunna), aus denen die Scharia dann geformt wird.

Kelek wird lauter: „Scharia! Ich meine Allahs Gesetze! Die Gesetze, die sich jeder Muslim aus den Quellen des Islams erschließen kann!“

Mein Bruder meldet sich zu Wort. Er erinnert: „Gerade sagten Sie selbst in Ihrem Vortrag, dass bis zu 70 Prozent der Bevölkerungen nicht lesen und schreiben können! Wie können Sie dann behaupten, dass jeder weiß, was die Scharia ist?“ Kelek: „Die Menschen wissen es!“

Sie macht weiter mit den Frauenrechten, deren Nichtexistenz sie zurecht kritisiert. Sie schaut mich und meinen Bruder dabei an. Wir nicken zustimmend.

Fragen aus dem Publikum folgen. Zwei Personen sprechen ihr ausdrückliches Lob für die Autorin aus. Es folgt Applaus. Hinter uns höre ich einige wenige, die sich weigern zu klatschen und dabei vor sich her tuscheln: „Ne, Ne! Finde ich nicht gut!“ Sie sind Ausnahmen.

Am Ende möchte die Moderatorin, Gerichtspräsidentin, ein Resümee formulieren. Sie spricht sich für die Thesen von Kelek aus und bemerkt nachdrücklich, dass Frauenrechte keine Rolle in der Scharia spielen. Genau dort liege auch die Differenz der allgemeinen Meinung im Gegensatz zu unserer. Sie zeigt mit einem Fingerzeig auf mich und meinen Bruder.

Während ich mit dem Kopf schüttele und nach Worten suche, ruft mein Bruder ihr zu: „Ungeheuerlich!“ Alle Blicke sammeln sich bei ihm. Hinter mir höre ich Stimmen, die das Resümee der Gerichtspräsidentin ebenfalls „ungeheuerlich“ finden.

Mein Bruder: „Wie können Sie das behaupten, ohne meine Meinung zu Frauenrechten zu kennen? Das ist unfair!“ Jetzt sind Zwischenrufe von älteren Damen zu hören: „Es reicht vollkommen!“

Gestärkt durch die Zustimmung seitens der Gäste stellt Kelek fest: „Sie wollen uns nicht verstehen! Sie hatten genug Zeit, um über Ihre Vorstellungen zu sprechen!“

Die Gerichtspräsidentin ergreift erneut das Wort. Sie formuliert ihr Fazit um und beendet die Veranstaltung mit einem Aufruf zum Kauf des Buches – und einen kleinen Snack gebe es auch.

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51 Kommentare
Diskutieren Sie mit!»

  1. aloo masala sagt:

    @Kolcek

    —–
    Es ist doch ganz egal wo das Problem in den muslimischen Ländern mit ihren Frauen liegt, ob es nun der Islam ist oder das Patriarchat, interessiert keinen. Es sollen halt nur diese Zustände aufhören.
    ——

    Wenn Sie möchten, dass Missstände beseitigt werden, müssen Sie sich schon Gedanken machen, was die Ursache der Missstände ist.

    —-
    Und da bewirkt eine Frau Kelek, mit ihren vermeintlich falschen Schlüssen immer noch mehr, als ein Herr Chaudhry oder ein aloo masala. Frau Kelek rettet unter Umständen Leben und was machen sie beide? Nichts!
    —–

    Frau Kelek nimmt kein gläubiger Muslim ernst. Deswegen kann sie selbst wenn der Islam die Ursache allen Übels ist , sich kein Gehör verschaffen und etwas ändern. Sie ist – wie Feridun Zaimoglu schon sagte – eine von den Medien gehypte Frau, die das sagt, was Typen wie Sie hören wollen. Sie ist für Typen wie Sie die muslimische Variante des „jüdischen Kronzeugen“, den man als Argument für seinen Antisemitismus wie eine Monstranz vor sich herschiebt. Sie trägt in erster Linie dazu bei, das Klima zu vergiften. Das ist ihre Lebensleistung.

  2. Ahmetzade sagt:

    „@Ahmetzade: Dann ist Ihnen der besagte Gemüsehändler vermutlich auch lieber, wie ein Theologe??? Sie spielen hier Menschen gegeneinander aus, weil Ihnen die Argumente fehlen? Oder was würden Sie mit Frau Kelek machen, wenn Sie vor Ihnen stehen würde?“

    Gegen eine Kelek helfen keine Argumente. So eine würde ich nicht einmal für voll nehmen.

  3. Andy sagt:

    @ aloo masala.“Ein typisches Beispiel ist folgendes: Große Füße (Ereignis A) und höhere Intelligenz (Ereignis B) treten gemeinsam auf. Also folgt daraus, große Füße sind für mehr Intelligenz verantwortlich.

    Wenn man festellt das intelligente Menschen zu 90 % große Füße haben, dann wird die Menschheit sich daran orientieren. Und nichts anderes macht Nekla Kelec.
    In islamischen Ländern werden Menschenrechte mit Füßen getreten,siehe Sonderrechte für islamische Staaten in der Kairoer Erklärung für Menschenrechte. Und das und nicht nur das prangert Sie an.
    Ist doch Ihr gutes Recht,oder?
    Und Ihnen empfehle ich mal ein par Nachhilfestunden in Mathemtik und Logik, Aloo Masala.
    Und was sagen Sie zu dem hier schon verlinktem Interview mit dem Pakistaner Pervez Hoodbhoy im Spiegel.?
    Der ist in ihren Augen auch wohl nur ein Spinner wie Nekla Kelec?

  4. aloo masala sagt:

    @Andy

    —-
    Wenn man festellt das intelligente Menschen zu 90 % große Füße haben, dann wird die Menschheit sich daran orientieren.
    —–

    Sicher aber die Menschheit wird nicht sagen, dass die Intelligenz in den Füßen liegt. Denn es ist nun einmal so, dass die Intelligenz von Kleinkindern noch nicht so ausgeprägt ist, wie bei Erwachsenen.

    —–
    In islamischen Ländern werden Menschenrechte mit Füßen getreten,siehe Sonderrechte für islamische Staaten in der Kairoer Erklärung für Menschenrechte. Und das und nicht nur das prangert Sie an.
    Ist doch Ihr gutes Recht,oder?
    ——

    Das ist auch richtig und Recht hat die ehrenwerte Dame auch damit. Allerdings prangert sie nicht nur die Menschenrechtsverletzungen an, sondern sie benennt auch gleich den Schuldigen und prangert ihn mit an. Auch das ist ihr gutes Recht aber die Frage, ob es auch andere Ursachen geben könnte, stellt Kelek nicht. Deswegen ist sie so unglaubwürdig. Sie kommt halt wie jemand daher, der behauptet, dass Intelligenz in den Füßen liegt, weil nun einmal große Füße und Intelligenz korrelieren.

    —-
    Und Ihnen empfehle ich mal ein par Nachhilfestunden in Mathemtik und Logik, Aloo Masala.
    —-

    Danke.

    —–
    Und was sagen Sie zu dem hier schon verlinktem Interview mit dem Pakistaner Pervez Hoodbhoy im Spiegel.? Der ist in ihren Augen auch wohl nur ein Spinner wie Nekla Kelec?
    —–

    Dazu kann ich nichts sagen, ich habe den Artikel nicht gelesen. Sie können ihn ja noch einmal einstellen, wenn Sie an meiner Meinung interessiert sein sollten.

  5. Kolcek sagt:

    @aloo masala

    Hier ist der Spiegel Artikel nochmal:
    http://www.spiegel.de/politik/ausland/interview-mit-dem-pakistanischen-atomphysiker-pervez-hoodbhoy-a-879319.html

    „…ob es auch andere Ursachen geben könnte, stellt Kelek nicht.“

    Anstatt Frau Kelek andauernd nur Islamhass vorzuwerfen, könnten Sie und Herr Chaudhry Frau Kelek ja einfach mal über die tatsächliche „Ursache“ aufklären oder selbst ein Buch rausbringen, das den betroffenen Menschen die Augen öffnet. Wenn es nicht der Islam ist wie von Frau Kelek propagiert, was ist es denn? Warum sind die Menschen in islamisch geprägten Ländern was Frauenrechte an geht so rückständig?

    Geben Sie mir doch mal eine befriedigende Antwort darauf! Sie behaupten sich darauf, dass es auf keinen Fall der Islam sein kann, aber Sie kommen auch nicht einmal mit einer alternativen Erklärung, warum es so ist. Und deshalb sind Sie unglaubwürdig.
    Es ist nicht schwer zu meckern, wenn jemand anderes etwas falsch gemacht hat, aber es selbst hinzukriegen und auch noch besser hinzukriegen kostet Kraft, Aufwand und Arbeit!

    Schlussendlich ist Herrn Chaudhrys Artikel nur ein Stammtischmonolog.

  6. aloo masala sagt:

    @Kolcek

    —-
    Anstatt Frau Kelek andauernd nur Islamhass vorzuwerfen, könnten Sie und Herr Chaudhry Frau Kelek ja einfach mal über die tatsächliche “Ursache” aufklären
    —-

    Eine politische Diskussion in einer Demokratie ist dazu da, um die Irrtümer im eigenen oder im Standpunkt der anderen aufzudecken. Frau Kelek vertritt einen Standpunkt. Wenn man darauf hinweist, dass ihr Standpunkt nicht schlüssig begründet ist, dann ist das zunächst mal ihre Aufgabe bzw. die Aufgabe ihrer Unterstützer, den Kelek-Standpunkt schlüssig zu begründen. Es ist aber nicht die Aufgabe von Chaudhry oder mir eine neue Behauptung aufzustellen oder gar Bücher zu schreiben, weil Kelek oder Sie nicht in der Lage sind ihren eigenen Standpunkt sauber zu belegen. Sie erwecken auf mich den Eindruck, dass Sie auf recht billige Art Andersdenkende mundtot zu machen versuchen.

  7. aloo masala sagt:

    @Kolcek

    Danke für den Link. Ich habe das Interview mit Interesse gelesen. Ich bin nicht in allen Punkten gleicher Meinung, doch Hoodbhoy ist für mich alleine aufgrund seiner Aussagen im Interview ein mutiger Mann. Ich weiß ansonsten nicht viel über ihn, so dass mein Urteil nur auf diesem Interview beruht.

    Hoodbhoy kritisiert den aufstrebenden Islamismus und das in einem Land, das zum größten islamistischen Terrorexporteur der Welt zählt. Dieser Kritik stimme ich zu. Hoodbhoy, selbst Muslim, vertritt jedoch nicht die Auffassung, dass der Islam schuld ist.

    Betrachten wir ein anderes Beispiel. Ein Problem in Israel sind die extremen ultra-orthodoxen Juden, die von ihrer Ideologie ähnlich radikal sind wie die Islamisten (diese Aussagen macht mich laut Rabbi Abraham Cooper vom Simon-Wiesenthal zu einem der schlimmsten Antisemiten der Welt). Gemäßigte jüdische Israelis kritiseren seit einiger Zeit, ähnlich wie Hoodbhoy, die jüdischen Ultraorthodoxen.

    Angenommen, der Einfluss der Ultraorthodoxen nimmt zu. Was würden Sie sagen, wenn nun eine Person die These aufstellt, dass das Judentum schuld an der Unterdrückung der Frau sei? Das ist im Grunde was Kelek macht.

  8. Kolcek sagt:

    @aloo masala

    „Es ist aber nicht die Aufgabe von Chaudhry oder mir eine neue Behauptung aufzustellen oder gar Bücher zu schreiben, weil Kelek oder Sie nicht in der Lage sind ihren eigenen Standpunkt sauber zu belegen.“

    Also ich persönlich bin ja der Meinung, dass weder Herr Chaudhry noch Sie, Frau Keleks Behauptungen widerlegen konnten. Am Ende und am Anfang jeder eurer Argumentationen steht immer nur, dass Frau Kelek den Islam aus purem Hass heraus kritisiert.

    Solange man mir keine alternative Erklärung für die Ursachen des Zustands der Frauenrechte in islamisch geprägten Ländern liefert, muss ich schlicht und ergreifend Frau Kelek glauben. Klar sind manche ihrer Aussagen zu flapsig und pauschalisierend, aber bitte gestehn Sie mir doch bitte die Intelligenz zu, dass ich das selbst heraus erkenne. Dafür brauche ich kein Herrn Chaudhry der sich als Anwalt für den Islam berufen fühlt und dann anfängt Menschen nieder zu machen!

    Aber vielleicht ist die Art und Weise wie Prof. Hoodbhoy das formuliert auch passender, in dem er sagt dass nicht der Islam gescheitert ist, sondern die muslimische Gesellschaft.
    Aber warum ist denn die muslimische Gesellschaft gescheitert? Hat es nicht vielleicht damit zu tun, dass die Muslime glauben, dass bei jedem auftauchenden Problem, der Islam einem die Lösung zeigt? Glauben Sie nicht auch, dass manche muslimische Gesellschaften an einer Überdosis Religion ersticken, die nun mal Islam heißt? Ich glaube das schon!

    Alles ist Gift! Es kommt nur auf die Menge an!

  9. Kolcek sagt:

    Hier gibt’s schon die ersten Reaktionen auf das Hoodbhoy Interview, die eigentlich nur belegen, wie sehr man doch Veränderungen vermeiden will:

    http://www.spiegel.de/politik/ausland/yavuz-baydar-reagiert-auf-thesen-von-hoodbhoy-zum-islam-a-880432.html

    Der Autor ist übrigens Teil der Gülen Bewegung und jeder der das Hoodbhoy-Interview gelesen hat, wird die Aussagen von Herrn Baydar nur noch peinlich finden. Interassant sind auch die darunter geposteten Kommentare!

  10. Michael Klein sagt:

    Man braucht nur in die Augen von Necla Kelek zu sehn, diese strahlen puren Hass und Verachtung auf Andersdenkende aus! Die Nöte von zwangsverheirateten Frauen muslimischen Glaubens sind ihr doch scheissegal, ihr geht es einzig und allein darum, mit ihrem Hass auf Muslime und ihrer faschistoiden Hetzerei in die Medien zu kommen und die Bevölkerung zu manipulieren! Und wie man sieht, gelingt ihr das ja auch wunderbar!
    Merkwürdigerweise schweigt sie desinteressiert, wenn hier Frauen, die hier jahrelang leben, in Nacht- und Nebelaktionen abgeschoben werden in LÄndern, wo ihnen die Zwangsverheiratung oder im schlimmsten Fall sogar die Todesstrafe droht! Wie im Fall der Iranerin Zahra Khameli oder der LIbanesin Nazima el Zein!


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