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Hans-Günter Kleff, Vom Bauern zum Industriearbeiter, 1985

TV-Tipps des Tages

18.09.2012 – Wallraff, Islam, Türkei, Ruanda, Migranten, Bagdad, Muslime

TV-Tipps des Tages sind: Mein Leben – Günter Wallraff ; Gesichter des Islam: Die „Fünf Säulen des Islams“ haben alle gemeinsam: Glaubensbekenntnis, Gebet, Fasten, das Almosengeben und die Pilgerfahrt nach Mekka; Das Feature: Der zweite Völkerstrafrechtsprozess auf deutschem Boden. Papa statt Pascha: Vater, Türke, alleinerziehend; Kulturkrieger in Bagdad

VONÜmit Küçük

DATUM18. September 2012

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Mein Leben – Günter Wallraff
Dokumentation – Mehr als ein Jahr begleitete Jean Boué Günter Wallraff. Dessen Arbeitsweise der verdeckten Ermittlung prägte eine ganze Generation von Journalisten. Der Erfolgsautor, der in diesem Jahr seinen 70. Geburtstag feiern wird, kann nicht aufhören, die Ungerechtigkeiten unserer Gesellschaft aufzudecken und öffentlich anzuprangern.

Sein treuester Begleiter ist das Telefon. Günter Wallraff nimmt immer ab. Tag und Nacht. Dafür unterbricht er sogar das Joggen. Er ist unter Strom, dauernd unterwegs, irgendwie getrieben, ständig auf dem Sprung. „Er muss die Welt retten“, sagt ein Freund über ihn. Während der Dreharbeiten zu dieser Dokumentation tauchte Wallraff dreimal ab; er arbeitete wieder undercover. 10:25-11:08 • arte

Gesichter des Islam
1/4, Glaube und Kultur – WissensZeit – Die erste Folge spürt den religiösen Grundlagen und der Vielfalt der muslimischen Welt nach – von der laizistischen Türkei über das fundamentalistische Saudi-Arabien bis nach Indonesien mit seinem bunten Mix an Religionen.

Die „Fünf Säulen des Islams“ haben alle gemeinsam: Glaubensbekenntnis, Gebet, Fasten, das Almosengeben und die Pilgerfahrt nach Mekka. Daneben herrscht Vielfalt: In Istanbul beginnt eine junge Familie den Tag mit dem Einkauf des festlichen Prinzengewandes für die Beschneidung des dreijährigen Sohnes Efe. Wir erleben junge Rockmusiker zwischen Glauben und Selbstverwirklichung. In der Wüste Saudi-Arabiens pflegen Beduinen, wie zu Zeiten des Propheten, das einfache Leben der Kamelzüchter. In Mekka umrunden Pilger die Kaaba, den zentralen Ort der Muslime, und in Indonesien führt die Schwester des Sultans von Cirebon durch die Feierlichkeiten zum Geburtstag des Propheten. In Istanbul leitet die Architektin Nilgün Olgun die Restaurierungsarbeiten in der prächtigen Süleymaniye-Moschee, und in einer religiösen Eliteschule üben sich Halbwüchsige in Anzug und Krawatte in Koranrezitation, büffeln Englisch und pauken moderne Naturwissenschaften. 10:50-11:20 • RBB Berlin

Das Feature
Der zweite Völkerstrafrechtsprozess auf deutschem Boden Von David Hecht

Seit Mai 2011 führt das Oberlandesgericht in Stuttgart einen Prozess gegen zwei Ruander. Ignace Murwanashyaka und Straton Musoni sollen Funktionäre der Hutu-Rebellengruppe FDLR sein, die im Osten des Kongos grausame Kriegsverbrechen begeht. Viele dieser Rebellen waren 1994 am Genozid in Ruanda beteiligt. Da die beiden Angeklagten seit den 80er-Jahren in Deutschland leben und nicht persönlich an Massenmorden und Vergewaltigungen im Kongo beteiligt waren, wirft man ihnen nun vor, die Gräueltaten aus dem Ausland befohlen, zumindest aber nicht verhindert zu haben. Genozide in Ruanda und im Kongo werden seit Langem mit dem Holocaust verglichen und die Anklage in diesem zweiten Völkerstrafrechtsprozess auf deutschem Boden deshalb auch mit den Nürnberger Prozessen. Aber stimmt dieser Vergleich tatsächlich? 19:15-20:00 • Deutschlandfunk

Papa statt Pascha
Vater, Türke, alleinerziehend – Aus der Reihe „Gott und die Welt“

Baytekin D. ist türkischstämmiger Deutscher, der mit 30 alles erreicht hatte, was er erreichen wollte: eine Karriere als Ingenieur, eine glückliche Ehe mit einer Türkin und ein Wunschkind. Alles schien perfekt. Doch dann die Katastrophe: Seine Frau stirbt durch einen tragischen Unfall. Der gemeinsame Sohn Baycan ist gerade mal ein Jahr alt. Noch voller Schmerz und Trauer trifft Baytekin eine folgenreiche Entscheidung: Er will seinen Sohn allein erziehen. Statt auf Unterstützung stößt er in seinem Umfeld vor allem auf Skepsis.

Schlimmer noch: Die Schwiegereltern trauen ihm nicht zu, dass er als türkischer Mann ein Kleinkind großziehen kann. Es kommt zum Bruch, doch Baytekin nimmt das in Kauf, denn es ist eine Entscheidung aus Liebe. Und ein Sprung ins kalte Wasser. Vor ihm steht nicht nur die Herausforderung, den Alltag mit einem Kind, einem Vollzeitjob und dem Haushalt zu bewältigen. Viel schwerwiegender ist oft der Kampf gegen Vorurteile. Als alleinerziehender, türkischer Vater fällt er aus allen Rollenvorstellungen heraus, gehört nirgends dazu und fühlt sich oft einsam.

Er will seinem inzwischen siebenjährigen Sohn die Wurzeln seiner Familie in der Türkei bewusst machen und mit ihm gemeinsam erstmals das Grab seiner Frau in ihrem Geburtsort besuchen. Das Dorf liegt etwa 100 km nördlich von Istanbul. Wird er hier auf Verwandte seiner Frau treffen? Und ist er schon offen für eine neue Beziehung oder merkt er am Grab seiner Frau, dass die Wunden noch nicht verheilt sind?

Ein Mann zwischen Orient und Okzident, zwischen Pascha und Papa, Karriere und Haushalt. Susanne Heim und Silke Meyer begleiten den alleinerziehenden türkischen Vater Baytekin in seinem Alltag, bei seiner Reise in die Türkei zum Grab seiner Frau und zeigen die schwierige und einsame Identitätssuche eines Mannes, für den es kaum Rollenvorbilder gibt. 21:32-22:00 • tagesschau24

Kulturkrieger in Bagdad
Reportage (Kultur – Krieg, Konflikt, Unruhen) – Wenn sich Selbstmordattentäter in die Luft sprengen, der Kampf ums nackte Überleben die gesamte Energie fordert und Islamisten Bilder- und Musikverbote verhängen, haben es auch Künstler schwer. Seit in Bagdad das Gerücht kursiert, Heavy-Metal-Anhänger würden mit dem Teufel paktieren, sind die Mitglieder einer Metal-Band untergetaucht. „Wir müssen unsere Identitäten verbergen, bis der Mist vorbei ist, aber wir kommen wieder“, schrieb ihr Gitarrist kürzlich in Facebook. Mittlerweile macht die Hetzjagd auf junge Künstler in Bagdad bereits international Schlagzeilen. Doch vor Ort lassen sich die Wenigsten von der drohenden Gefahr einschüchtern. Ganz im Gegenteil: „Ich will eine ganze Armee von jungen Hornspielerinnen aufbauen,“ erzählt die 19-jährige Hornistin Ranya, die in einem Sinfonieorchester spielt, das immer wieder umziehen muss, weil es von religiösen Fanatikern bedroht wird. Sie findet, es sei ein Skandal, dass so wenig Frauen im Irak das von ihr so geliebte Instrument beherrschen. Die Dokumentation „Kulturkrieger in Bagdad“ macht sich auf die Suche nach unbeugsamen jungen Künstlern. 22:35-23:05 • 3sat

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