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Bei Anne Will

„Es geht mir darum, eine Doppelmoral anzuprangern“

Am Mittwoch war ich bei Anne Will zum Thema Beschneidungsverbot. Wie zu erwarten, verlief die Diskussion heftig und verblieb weitestgehend an der Oberfläche. Daher möchte ich meine Argumente, die in der Sendung nicht deutlich wurden, gerne näher ausführen.

VONKhola Maryam Hübsch

 „Es geht mir darum, eine Doppelmoral anzuprangern“
Die Autorin ist freie Journalistin in Frankfurt am Main. Sie studierte Publizistik, Psychologie und Germanistik in Mainz und engagiert sich mit Vorträgen deutschlandweit für den Interreligiösen Dialog. Sie ist Autorin des Buches „Der Islam in den Medien“.

DATUM13. Juli 2012

KOMMENTARE22

RESSORTAktuell, Meinung

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Eine Talkrunde ist nicht die beste Plattform, um in die Tiefe zu gehen. Zeitungsartikel schon eher, wie z.B. dieser lesenswerte FAZ-Artikel von Donnerstag. Ebenfalls in der FAZ von gestern findet sich eine Fernsehkritik zur Sendung, dort heißt es: „Hübsch stritt wortgewandt und mit einer für die gediegenen Talkshows selten gewordenen Munterkeit für die Beschneidung. En passant führte sie dabei noch eine scharfe Attacke gegen die Erziehung in Kinderkrippen, die ihrer Meinung nach weitaus gravierendere negative Folgen für die Kinder hätte, als eine rituelle Beschneidung.“

Bevor es heißt, ich sei eine radikale Krippengegnerin und ich mir neben den vielen Islamkritikern (unzählige Hassmails nach der Sendung zeugen davon) auch „Feministinnen“ zu Feinden mache, (obwohl ich mich ihnen in vielen Bereichen als Muslima verbunden fühle), führe ich mein Argument lieber aus. Es geht mir darum, eine Doppelmoral anzuprangern, die wir dann vorfinden, wenn der Islam Gegenstand der Debatte ist.

Betont wurde während der Sendung, das Beschneidungsurteil habe das Kindeswohl vor Augen. Der ebenfalls anwesende Strafrechtsprofessor Holm Putzke erklärte sich auf diesen FAZ-Artikel berufend, dass sogar Säuglinge trotz Betäubung traumatisierende Schmerzen bei der Beschneidung empfinden würden. Ganz abgesehen davon, dass dies impliziert, ein Drittel der Weltbevölkerung leide an Traumatisierungen und die Weltgesundheitsorganisation sowie der UNO-Kinderrechtsausschuss dies stillschweigend gutheißt, wundert mich, dass anscheinend mit zweierlei Maß gemessen wird.

Ebenfalls in der FAZ erschien am 4. April 2012 an gleicher Stelle ein ausführlicher Artikel, der auf drastische Weise die Folgen von Krippenbetreuung für Kleinkinder beschrieb. Längsschnittstudien und Großstudien kommen demzufolge zu dem Ergebnis, dass Kinder bei einer sehr frühen Krippenbetreuung unabhängig von der Qualität der Betreuung ein höheres Risiko für Verhaltensauffälligkeiten, Drogenmissbrauch und körperliche, chronische Erkrankungen haben. Der langedauernde Krippenaufenthalt für Kinder unter zwei Jahren führe erwiesenermaßen zu einer „chronischen Stressbelastung“. Für den Experten Rainer Böhm ist das die „biologische Signatur der Misshandlung“ und unethisch sowie unvereinbar mit den Menschenrechten. Daher gibt es eine Empfehlung des Kinderärztekongresses in Bielefeld, Kinder unter zwei Jahren nicht in eine Gruppentagesbetreuung zu geben.

Es ist also nicht meine persönliche Meinung, wie es in der FAZ-Fernsehkritik heißt, ich zitiere lediglich eine auf fundierte Studien basierende Einschätzung des Kinderärztekongresses, um auf doppelte Standards aufmerksam zu machen. Geht es um den Islam, ist man mit prohibitiven Maßnahmen sehr schnell, unabhängig davon, wie uneindeutig die Forschungslage sein sollte. Denn bisher sind Mutmaßungen über mögliche Traumatisierungen durch Beschneidungen im Säuglingsalter empirisch nicht nachgewiesen und bewegen sich im Bereich der Spekulation. Geht es allerdings um säkulare Ziele, die zudem kapitalistischen Interessen entgegen kommen, sieht man offensichtlich großzügig über das Kindeswohl hinweg, unabhängig davon, wie eindeutig die Forschungslage sein mag.

Dennoch plädiere ich nicht für ein Verbot von Krippenplätzen für unter 2jährige. Es geht vielmehr um das Selbstbestimmungsrecht der Eltern und um ein vernünftiges Abwägen und Aufklären. Wenn auf der einen Seite massiv in das Elternrecht und das Recht auf Religionsfreiheit eingegriffen wird, obwohl es sich bei der Beschneidung um einen minimalen, risikoarmen Eingriff handelt, der langfristig gesundheitliche Vorteile mit sich bringen kann, ist es dieser Logik zufolge auf der anderen Seite unverständlich, dass die Bundesregierung trotz deutlicher Gefahren für das Kindeswohl ungestraft immer mehr Betreuungsplätze schafft.

Die sogenannte Wunschsectio, d.h. ein nicht medizinisch indizierter Kaiserschnitt ist ein ähnliches Beispiel. Studien zeigen, dass Kinder, die durch einen Kaiserschnitt zur Welt kommen, ein höheres Risiko für Asthma, Diabetes Typ II und Übergewicht haben. Dennoch haben Eltern das Recht ohne Notwendigkeit einen Kaiserschnitt zu verlangen. Die Liste ließe sich fortsetzen.

Warum geriert man sich hier jedoch nicht als Anwalt des Kindeswohls? Die Diskussion um die körperliche Unversehrtheit des Kindes scheint eine vorgeschobene Debatte zu sein. Es geht vielmehr um die Frage, wie viel Islam wir in Deutschland möchten. Dass die jüdischen Religionsgemeinschaften en passant mit ins Boot geraten sind, wird sicherlich dazu führen, dass das Urteil im Bundestag debattiert wird. Der Gesetzgeber wird für Rechtssicherheit sorgen, allein schon, um zu verhindern, dass 70 Jahre nach dem Holocaust jüdisches Leben in Deutschland kriminalisiert wird.

Tipp: Die Sendung „Anne Will“ vom 11. Juli 2012 „Streit ums Beschneidungs-Urteil – Religionsfreiheit ade?“ kann im Internet per Stream in voller Länge gesehen werden.

Die Symbolwirkung, die das Urteil hat, bleibt jedoch unverkennbar. Suggeriert wird, der Islam sei eine barbarische, rückständige Religion, die archaische Riten pflege. Zementiert wird das stereotype Islambild der Deutschen, die den Islam laut einer Studie der Universität Münster von 2010 in der Mehrheit für rückständig und gewaltbereit halten. Es wird versucht, den Islam zurückzudrängen, da die Angst vor dieser fremden Religion sich antiproportional zu den Kenntnissen über sie zu verhalten scheint. Geht es um den Islam, ist man bereit, das Menschenrecht auf Religionsfreiheit zu opfern, auch wenn gleichzeitig die angebliche Unvereinbarkeit der Menschenrechte mit dem Islam häufig Ausgangspunkt der Islamkritik ist. 60 Prozent der Deutschen sind laut einer Studie der Friedrich Ebert-Stiftung von 2010 der Meinung, man solle die Religionsausübung für Muslime in Deutschland erheblich einschränken – und vertreten damit eine Meinung, die nicht mit dem deutschen Grundgesetz zu vereinbaren ist.

Woher kommt die diffuse Angst vor einer Minderheit von fünf Prozent Muslimen in Deutschland, der man skurrilerweise zutraut, den deutschen Rechtsstaat unterwandern zu können oder gemäß der viel beachteten Prognose Thilo Sarrazins, Deutschland abzuschaffen? Vielleicht ist nicht nur das Verhalten radikaler Muslime, die häufig als Vertreter des Islam schlechthin wahrgenommen werden, ausschlaggebend, sondern auch ein äußerst schwaches und gekränktes kollektives Identitäts- und Nationalgefühl der Deutschen nach dem 2. Weltkrieg. Das „Andere“ und Fremde muss dann soweit dämonisiert werden, dass man es „im Gestus des pädagogischen Wohlmeinens“ (Navid Kermani) bekämpfen kann und sich selbst in Abgrenzung dazu definieren kann.

Es gehörte schon immer zum anti-muslimischen Ressentiment, den Islam als irrational und unaufgeklärt zu stigmatisieren und sich vor dieser Negativfolie seiner eigenen Überlegenheit zu versichern. Und das, obwohl große Aufklärer wie Lessing gerade im Islam eine besonders rationale Religion sahen. Vor diesem Hintergrund ist das Beschneidungsurteil zu sehen. Ginge es um das Kindeswohl, wäre es zielführender nach dem Vorbild Schwedens, hygienische und medizinische Standards festzulegen und eine Altershöchstgrenze zu definieren, da die Beschneidung bei Säuglingen unkompliziert und weniger schmerzhaft ist und die Wunde schneller verheilt sowie mögliche Traumatisierungen unwahrscheinlich werden. Ein Beschneidungsverbot dagegen erzeugt eine Signalwirkung, die zur Folge hat, dass die Vorurteile über den Islam sich in der deutschen Mehrheitsbevölkerung verfestigen und Muslime sich unerwünscht fühlen. Es zeugt ferner von einer befremdlichen Überheblichkeit, wenn man meint, Muslime durch Vorschriften zu einer angeblichen „Zivilisiertheit“ erziehen zu müssen.

Aus der Psychologie wissen wir, dass das Gefühl der Ablehnung radikale Kräfte stärkt. Das Urteil torpediert damit auch die Bemühungen derjenigen Muslime, die ein aufgeklärtes Verständnis des Islam zu vermitteln suchen und es trägt ein weiteres Stück dazu bei, das soziale Klima in diesem Land zu belasten, weil es impliziert, die Grenzen in Fragen der Grundwerte würden zwischen Juden und Muslimen auf der einen Seite und Christen und Säkularen auf der anderen Seite verlaufen. So sehr dieses Urteil erfreulicherweise Juden und Muslime vereint und an die gemeinsame Geschichte erinnert, spaltet es doch die Gesellschaft als Ganzes.

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22 Kommentare
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  1. Kai sagt:

    Bei allem Respekt für ihre Ansichten aber Sie bringen keine Argumente und schreiben an der Sache vorbei.
    Das Kölner Urteil richtet sich nicht gegen den Islam oder die Beschneidung.
    Es hat das Recht des unmündigen Kindes auf körperliche Unversehrtheit gestärkt.
    Die Beschneidung ist weiterhin erlaubt.

    Die Vorteile der Beschneidung die Sie richtig anführen kommen im dem Alter
    in dem jüdische oder muslimische Kinder beschnitten werden doch überhaupt nicht zum tragen.
    Und wenn ein Kind sich in der muslimischen jüdischen oder was auch immer Gemeinde ausgegrenzt fühlen muss nur weil es nicht beschnitten ist läuft doch was verkehrt oder was meinen Sie ?

  2. Cengiz K sagt:

    chapeau, frau Hübsch, meinen Respekt…

  3. Peter sagt:

    „Es geht vielmehr um die Frage, wie viel Islam wir in Deutschland möchten.“
    Genau – das ist die Kernfrage. Schön, dass Sie in der Lage sind, Frau Hübsch, Person und Sache trennen.
    Es geht eben nicht um die Menschen – die gehören zu Deutschland, wenn sie zu Deutschland gehören wollen. Es geht um den Islam.
    „um die Frage, wie viel Islam wir in Deutschland möchten.“
    Und da sage ich – genau wie viele meiner säkularen muslimischen Freunde – es reicht, mehr Islam möchten wir wirklich nicht. Als Religion gern, als Privatsache.
    Aber nicht als eine totalitäre Ideologie – was der Islam eben auch ist – mit eigenem Rechtssystem und politischer Ordnung. Der Islam zielt letztlich darauf ab, unsere freiheitlich-demokratische säkulare Gesellschaftsordnung, die unsere Vorfahren hart erkämpft haben, abzulösen. Das möchte ich weder für mich, meine Kinder oder Enkel,
    weder für Schwule, Lesben, Künstler, Religionskritiker oder andere Minderheiten, jemals im real existierenden Islam leben zu müssen.
    Ich kann mir allerdings auch nicht vorstellen, dass eine so intelligente Frau wie Sie freiwillig in so einem islamischen Land leben möchte. Sonst wären Sie ja schon lange weg.

  4. Tantalus sagt:

    Bei allem Respekt, was haben Krippenplätze mit Beschneidung zu tun?
    Hier werden irgenwelche Argumente aus dem Hut gezaubert die am Thema total vorbei gehen.

    Und jedes Urteil gleich wieder als Verfolgung einer Minderheit darzustelle ist Unsinn und peinlich. Hier liest man, dass die Deutschen wieder gegen den Islam ziehen, in einem andren Artikel wird das Urtail mal wieder mit dem Holocaust verglichen. Diese Totschlagargument sind unter der Würde jedes Menschen der echte Argumente hat.

    Im gesamten Beitrag ist kein einziges Argument für die Beschneidung zu finden!

    Bleiben Sie einfach mal beim Thema und ziehen Sie nicht immer die Rassismuskarte sobald Ihnen die Argumente ausgehen.

  5. Meriana sagt:

    Ich finde auch, dass Talksendungen selten das ganze Bild mit allen Facetten darstellen können. Aber sie machen Appettit auf mehr.

    Ich verstehen den Standpunkt des Judentums, dass die Beschneidung den Bund Gottes zu seinem Volk Jisrael darstellt. Als Muslima frage ich mich aber ernsthaft, warum im Islam die Beschneidung der Jungen durchgeführt wird, obwohl diese nicht im Koran erwähnt wird. Mit keinem Vers, mit keinem Wort. Nur weil es eine Tradition war, können wir doch damit nicht immer weiter machen.

    Sowieso finde ich, dass so vieles in den Koran hinein interpretiert wird. Selbst solche Fakten wie das Verbot des Schweinefleisches. Es wird lediglich verboten. Keine Rede davon dass Schweine unrein sind. Es wird lediglich verboten und nicht weiter erläutert. Trotzdem wird auch hier von Hygiene und Krankheitserregern gesprochen. Im Koran wird oft davon gesprochen, dass wir keine Übertretungen begehen sollen. Selbst gut gemeintes (vorallem hineininterpretiertes) ist eine Übertretung. Und da sollten wir ebenso acht geben. Es ist nicht nur falsch, sondern erschwert das islamische Leben, weil Allah uns rechtsicherheit mit dem Koran geben möchte und nicht verwirren sollen, warum tun wir Menschen dies dann?

  6. Mariam sagt:

    Dieser Artikel hatte nicht das Thema „Argumente für die Beschneidung“ zum Thema. Er sollte lediglich eine Ausführung des Arguments zu den Krippenplätzen und der vorgeschobenen Pseudodiskussion zur Beschneidung sein, die Frau Hübsch in der Sendung nicht mehr zu Ende bringen durfte, da ihre Gegner ihr permanent ins Wort fielen und wenn sie ihnen darauf antworten wollte, ihr Unhöflchkeit vorfwarfen.

    Die Gegner haben bereits durch ihr Verhalten in der Diskussion ihre Doppelmoral veranschaulicht.

  7. Mariam sagt:

    Es wird bei der ganzen Diskussion mit dem Kindeswohl und dem Recht auf freie Entscheidung argumentiert, die laut den Gegnern höher wiegen sollen, als das Recht der Eltern, das Kind nach eigenen (religiösen) Vorstellungen zu erziehen, in denen die Beschneidung des Jungen ein entscheidendes Kriterium darstellt.

    Wenn man dem Argument der Gegner und ihrem Argumentationsprinzip „Kindeswohl“ folgt, kommt man wie Frau Hübsch ganz automatisch zu dem Schluss, dass hier zweierlei Maß angelegt werden, wenn es den Islam betrifft.

    Der Eltern entscheiden ja auch bei Operationen mit zusammengewachsenen Gliedern, die auch so noch intakt wären, oder bei abstehenden Ohren, die zur Hänselei bei Kindern führen könnten. Oder wenn die Nägel gekürzt werden. Gibt es da eine Aufregung zum Kindeswohl, oder dass organisches Material abgetrennt wird? Nein. Nur wenn es eine Möglichkeit gibt islamische Traditionen als barbarisch in den Mittelpunkt zu stellen kommt es zur öffentlichen Diskussion.

    Es ist keine Diskussion um die Beschneidung, sondern eine stellvertretende Debatte des subtilen Alltagsrassismus, der bis in die Mitte des angeblich „aufgeklärten“ Bildungsbürgertums grassiert und spätestens seit der Sarrazin-Debatte ungestraft offen unter dem Banner der Meinungsfreiheit (das wird man ja wohl noch sagen dürfen) nach außen zur Schau getragen werden darf.

    Dieser schlummernde Alltagsrassismus – nachgewiesen in zahlreichen Studien, Heitmeyer-Studie sei hier beispielsweise genannt – wird derzeit besonders durch antimuslimische Ressentiments zuweilen auch Antisemitismus gespeist. Der Antisemitismus in der deutschen Gesellschaft sitzt tief. Einseitiger Medienkonsum, die Neinung zum Schwarz- Weiß-Denken, Verschörungstheorien, Panikmache, sowie mangelnden (Islam)Kenntnissten und dem Bedürfnis einen undifferenziert berachteten Sündenbock zu haben bildeten den besten Nährboden für eine neue Unterart des Rassismus: Antimuslimische Ressentiments.

    Das Kölner Urteil ist nur eines unter vielen. Der Verfassungsschutz, Rechtspopulistische Parteien, Polizei oder eben die Justiz. Diese Institutionen sind die Pfeiler der Demokratie, besetzt von Menschen. Menschen, die rassisstische Neigungen haben können und damit auch antidemokratisch handeln können.

  8. doppelmoral pur sagt:

    Liebe Khola Maryam Hübsch,

    geben Sie am besten diesen Vergleich für die Doppelmoral:

    religiöse Beschneidung ist anscheinen eine Bevormundung des Kindes und gegen deren Selbstbestimmungsrecht,

    aber Abtreibung nicht…

  9. Mel sagt:

    Es muss eindeutig eine übergreifende Institution her, die sämtliche Behörden und Schnittstellen regelmäßig auf rassistische Handhabungen und Urteile hin kontrolliert – ähnlich dem Ordnungsamt. Allein aus dem Faktum heraus, dass viele Funktionen in Großteilen durch ehemalige Funktionäre des NS-Regimes besetzt wurden.
    Deutschland muss sich selbst Überwinden, um nicht – vernachlässige man die Scheinheiligkeit, es gehr vielmehr um seine Glaubwürdigkeit. Ähnlich der wenig glaubwürdigen Demokratie in Russland, zeichnet duch Deutschland immer mehr ein Bild des Propaganda- und Unterdrückungsstaates.
    Wohlmoglich geht es hierbei darum, Waffenexporte in Krisengebiete mit (angeblichen) religiosen/islamischen Verstrickungen zu überspielen.

    Folglich muss Deutschland die für sie selbst beanspruchte Aufklärung auch tatsächlich weiterführen. Dies gilt für Gesamteuropa. PhilosophInnen sind sich einig darüber, dass die Aufklärung eben nicht abgeschlossen ist – wie angenommen oder behauptet – sondern man stecke noch mittendrin.

    Vorausgesetzt, die Aufklärung und ihre Errungenschaften werden auch tatsächlich ernst genommen und dienen nicht bloß der Selbstüberhöhung. Das Ergebnis des Heilsversprechens der Kolonialisierer gespeißt aus christlicher Kultur und der Aufklärung, welche die Bevormundung der Kolonialisierten rechtfertigte, war oft genug die Ausbeutung der Boden- und menschlichen Schätze. In deren genauso erfolgreicher Folge Bürgerkriege in den Kolonien und Waffenexporte in selbige stattfanden und weiterhin stattfinden.

    Wie authentisch ist die Berufung auf die (nicht abgeschlossene) europäische Aufklärung?

  10. Tantalus sagt:

    Hat sich hier eigentlich irdend Jemand einmal die Mühe gemacht das Urteil zu lesen??? Anscheinend nicht!
    Das Urteil sagt kurz zusammengefasst aus: Beschneidung ist Verboten aber geduldet.
    Das ist die Rechtslage in allen westlichen Staaten, außer in Scweden, dort ist die Beschneidung verboten.

    Wo liegt nun das Problem? Möchten Juden und Muslime ernstfaht ein Gesetzt, das nur für Juden und Muslime gültig ist? Das kann es nicht geben, da es Rassistisch gegenüber anderen Religionen und Atheisten wäre.

    Also um was geht es eigentlich?

    Ich denke das ist nur wieder eine prima Plattform um die Rassismuskarte auszuspielen.


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