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Ludwig Kattenstroth, Staatssekretär im Arbeitsministerium, März 1966, Bundesvereinigung der Dt. Arbeitgeberverbände, 1966

Umweltaktion

Keine Plastiktüten mehr in migrantischen Geschäften

Migrantische Geschäfte in Wedding und Neukölln stoppen Verteilung von Plastiktüten und haben bereits über 3.000 gespart. Das ist ein kleiner Anfang. Doch das Interesse bei den Kunden ist da. Die Aktion läuft noch bis zum 30. April 2012.

DATUM20. März 2012

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RESSORTGesellschaft, Leitartikel

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Seit dem 1. Februar 2012 haben elf Geschäftsinhaber mit Migrationshintergrund in ihren Geschäften in Wedding und Neukölln schon über 3000 Plastiktüten eingespart. Unterstützt werden sie dabei von den Initiatoren des Projekts „Mehr Wege als Einweg!“. Als Alternative zur orangefarbenen Tüte werden bei öffentlichen Aktionen in ihren Geschäften recycelte, grau- blaue Stofftaschen für eine Bonusaktion an Verbraucher verteilt.

Durch den reduzierten Verbrauch von Plastiktüten werden sowohl die Umwelt als auch die Ausgaben der Geschäftsinhaber geschont. Bisher werden alle Plastiktüten kostenlos an die Kunden gegeben. Bei einem Verbrauch von bis zu 6.000 Plastiktüten pro Woche kann durch den Verzicht auf die Plastiktüte bis zu 400 € eingespart werden. Die Geschäftsinhaber begrüßen die Bonusaktion. „Gewohnheiten wie das Einkaufsverhalten brauchen Zeit, um sie zu verändern. 3000 eingesparte Plastiktüten sind ein kleiner Anfang. Doch das Interesse bei den Kunden ist da“, erklärt Herr Halil Kazancioğlu, Geschäftsführer Berliner Filialen von BOLU Lebensmittelhandel GmbH. Insgesamt sind 30 öffentliche Aktionen in den Geschäften in Wedding und Neukölln geplant.

„Viele unserer Kunden verpacken ihre Einkäufe in Plastiktüten. Insgesamt gehen 6.000 Plastiktüten raus. Die meisten von ihnen landen direkt danach im Mülleimer oder auf der Straße. Das ist doch Wahnsinn! Ich möchte, dass mein Kiez sauber bleibt.“ – Leiter der Filiale von BOLU Lebensmittelhandel GmbH in Wedding

5 € beim 10. Einkauf
Seit dem Start der Bonusaktion reden viele Menschen über Plastikmüll und Stofftaschen und denken über ihr Einkaufsverhalten nach. „Viele unserer Kunden aus unterschiedlichen Kulturen sind für den Umweltschutz eingestellt. Doch viele wussten bisher nicht, wie schädlich Plastiktüten sind“, berichtet Herr Kazancioğlu. Auch die Mitarbeiter der teilnehmenden Geschäfte diskutieren mit, wenn die Kunden nach der Bonusaktion fragen. „Ich will meinem Personal einen guten Arbeitsplatz bieten. Dazu gehört auch Umweltschutz. Denn das Problem mit Plastikmüll wird in Zukunft immer größer. Und wir in den Geschäften können zu einer Veränderung beitragen. Die Aktionen zeigen auch meinen Mitarbeitern, wie man Müll schon beim Einkauf vermeiden kann.“

Die Bonusaktion läuft noch bis zum 30. April 2012. Die Stofftasche mit dazugehöriger Bonuskarte erhalten die Verbraucher bei öffentlichen Aktionen in den teilnehmenden Geschäften. Kunden erhalten beim Einkauf mit der Tasche einen Stempel auf ihre Bonuskarte. Beim 10. Stempel werden ihnen 5 € ausgezahlt. Dieses Angebot und das Projektlogo mit dem grünen Männchen und seinem Appell „Denk an mich!“ schaffen Anreize, auf die Plastiktüte zu verzichten.

Link-Tipp: Die Adressen der teilnehmenden Geschäfte sowie weitere Informationen gibt es unter life-online.de.

Das Klimaschutzprojekt „Mehr Wege als Einweg!“ von LIFE e.V. zeigt einfache Wege zur Reduktion von Plastikmüll beim Einkauf auf, schafft umweltverträgliche Alternativen und informiert über ökologische Folgen von Plastik. Durch die vielfältige Beteiligung von Menschen mit Migrationshintergrund vereint es als Vorbild Klimaschutz und Partizipation. Damit setzt es die Prinzipien der Nachhaltigkeit konsequent um. Das Modellprojekt wird gefördert durch die Stiftung Naturschutz Berlin aus den Mitteln der „Trenntstadt Berlin“ und ist vom Rat für Nachhaltigkeit als „Werkstatt N-Projekt 2012“ ausgezeichnet worden.

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Ein Kommentar
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  1. Lutheros sagt:

    Sorry wenn ich nachfrage: aber wieso ist die Umstellung von Platiktüten ein Migrantenthema? Ich verstehe den Zusammenhang nicht.

    Wieso hängt die Entscheidung gegen Plasitktüten mit MIgration zusammen? Dürfen an dieser Aktion nur „MIgrantengeschäfte“ teilnehmen?

    Ich verstehe nicht, warum Sie einen Artikel über ein Umweltthema schreiben und den mit Migranten verknüpften wollen. Wodurch unterscheidet sich dass denn von einem Artikel mit dem Titel:
    „keine Platiktüten mehr in nichtmigrantischen Geschäften“ oder
    „keine Plastiktüten mehr in urdeutschen Geschäften“.



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