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Migration und Integration in Deutschland

In allen Zielstaaten der Arbeitsmigration weisen die Eltern der als Migranten erfassten Jugendlichen eine kürzere Schulbesuchszeit und einen geringeren ökonomischen, sozialen und kulturellen Status auf als die Eltern von Nichtmigranten. Nirgendwo ist dieser Unterschied … aber so stark wie in Deutschland.

Konsortium Bildungberichterstattung, Bildung in Deutschland, 2006

TV-Tipps des Tages

10.03.2012 – Migranten, Türken, Integration, Fremd, Russland, Ausländer

TV-Tipps des Tages sind: Durchgestartet: Deutsch-Türkinnen auf Erfolgskurs; Kapverden: Die Kapverden liegen 500 Kilometer westlich von Afrika im Atlantik; Fremd und doch vertraut – Wie Integration gelingt: Die Berichterstattung über das Thema „Integration“ ist häufig geprägt von negativen Schlagzeilen – Stichwort „Integrationsverweigerung“; 1917 – Deutsches Geld für Russlands Revolution

VONÜmit Küçük

DATUM10. März 2012

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Durchgestartet
Deutsch-Türkinnen auf Erfolgskurs – Eine Rechtsanwältin, eine Gymnasiallehrerin und eine Managerin: drei Frauen, die es in ihrem Beruf geschafft haben. Alle drei tragen türkische Namen? Sibel, Nermin und Dilek. Die Eltern stammen aus der Türkei, sie oder die Großeltern kamen als Gastarbeiter nach Deutschland. Als Kind und als Jugendliche haben die drei Frauen oft spüren müssen: Erfolg in der Schule oder gar im Studium, das trauten ihnen viele nicht richtig zu.

Obwohl sie gute Noten hatte, bekam Nermin Erdogan zum Beispiel keine Empfehlung fürs Gymnasium? heute ist sie selbst Lehrerin an einem Sportgymnasium.

Ausgrenzung und Diskriminierung hat die junge Deutsch-Türkin häufig erfahren? an der Uni und später im Referendariat. ? Aber das hat mich stark gemacht, sagt sie heute.

Geschafft hat es auch Dilek Yogurtcu. Das Motto der IBM-Managerin: ? Wenn sie mich vorne rausschmeißen, komme ich hinten wieder rein?. Deutsch und Geschichte hat sie an der Universität Tübingen studiert und landete bei dem international aufgestellten Unternehmen. ?Hier fühle ich mich wohl, denn ?Diversant?, Vielfalt, gehört zum Konzept der Firma?. Ihre Identität, beheimatet in beiden Welten, ist hier ein Schlüssel ihres Erfolgs.

So sieht es auch Sibel Yüksel. Als Rechtsanwältin ist sie auf Familienrecht spezialisiert, und betreut sowohl deutsche als auch türkische Klienten. Ehrenamtlich liest sie jeden Freitag Kinderbücher in einem Kindergarten vor. Damit die Einwandererkinder in der Klasse besser Deutsch lernen – aus eigener Erfahrung weiß sie, wie wichtig das ist. 15:00-15:30 • PHOENIX

Kapverden
Dokumentation (Kultur – Reisen/Urlaub/Touristik) – Film von Andreas Lue – Die Kapverden liegen 500 Kilometer westlich von Afrika im Atlantik. Für die einen sind sie Trauminseln, für die anderen nur öde Flecken im Meer, „wo die Ziegen Steine fressen“. Da der Alltag der Menschen meist von Kargheit und Armut geprägt ist, leben zwei Drittel aller Kapverdier als Arbeitsemigranten in Übersee. Doch Sodade, die tiefverwurzelte Sehnsucht nach ihren Inseln, treibt viele zurück. Auch zahlreiche Touristen locken die Inseln an: Auf Fogo versammeln sich Kletterenthusiasten aus aller Welt am Kraterrand des gleichnamigen Vulkans, und die Nachbarinsel Santiago fasziniert mit einer kulturellen Melange aus kolonialer portugiesischer Vergangenheit, afrikanischem Lebensgefühl und einem Hauch Brasilien. Die Dokumentation stellt die „Kapverden“ vor. 17:30-18:00 • 3sat

Fremd und doch vertraut – Wie Integration gelingt
3/3, Integration durch Sport – Die Berichterstattung über das Thema „Integration“ ist häufig geprägt von negativen Schlagzeilen – Stichwort „Integrationsverweigerung“. Dabei gibt es in Deutschland viele positive Beispiele für gelungene Integration.

Die dreiteilige Reihe „Fremd und doch vertraut – Wie Integration gelingt“ des Pädagogen und Journalisten Paul Schwarz stellt erfolgreiche Initiativen und Projekte vor. Im dritten und letzten Teil geht es um Integration durch Sport. 21:30-22:00 • BR-alpha

1917 – Deutsches Geld für Russlands Revolution
Dokumentation (Kultur – Zeitgeschichte vor 1933) – Im Frühjahr 1917 kehrte Lenin aus dem Schweizer Exil nach St. Petersburg zurück und setzte sich an die Spitze der russischen Revolution. Möglich wurde die folgenschwere Rückkehr nur durch die diskrete Unterstützung des deutschen Kaiserreichs. Die Transitgenehmigung für Lenins versiegelten Waggon quer durch Deutschland sollte den Zusammenbruch des zaristischen Russlands und damit zumindest einen deutschen Sieg an der Ostfront des Ersten Weltkriegs herbeiführen. Mit milliardenschweren Finanzhilfen für die Rote Armee sorgte der deutsche Geheimdienst in den folgenden Monaten dafür, dass der riskante Plan aufging. Lenin bedankte sich auf seine Weise: Öffentlich räumte er ein, dass seine Bolschewiki mit deutschem Geld gesiegt hätten. Die anstehende Revolution in Deutschland aber, so Lenin, werde im Gegenzug „mit russischem Geld“ finanziert. Schlüsselfigur der folgenschweren „Kriegslist“ des Kaiserreichs war Israil Lazarewitsch Helphand, ein Veteran der russischen Opposition, der sich selbst Dr. Parvus nannte. Die Dokumentation „1917 – Deutsches Geld für Russlands Revolution“ rekonstruiert die bis heute mysteriöse Rolle des Dr. Parvus und zeigt das Ausmaß der deutschen Unterstützung für die Bolschewiki. 05:05-05:55 • 3sat

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