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Migration und Integration in Deutschland

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Niedersachsens Ministerpräsident David McAllister, Anlässlich „50 Jahre deutsch-türkisches Anwerbeabkommen“, 28.03.11, Hannover

Punkt 12 Uhr

Schweigeminute für die Opfer des Rechtsextremismus

Um Punkt 12 Uhr schweigt heute ganz Deutschland. In einer Schweigeminute soll der Trauer um die Opfer rechtsextremistischer Gewalt und der Solidarität mit deren Angehörigen Ausdruck verliehen werden.

Dazu aufgerufen haben bereits vor Wochen die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände und der Deutsche Gewerkschaftsbund. Alle Menschen in Unternehmen und Betrieben sollen in ihrer Arbeit für eine Minute innehalten. Diesem Aufruf sind mittlerweile unzählige Verbände und Institutionen gefolgt. In der Hauptstadt etwa werden die Mitarbeiter in der Verwaltung und in zahlreichen Betrieben, Lehrer und Schüler in den Schulen, Polizei und Feuerwehr, die Berliner Verkehrsbetriebe, die S-Bahn und die Mitarbeiter der Stadtreinigungsbetriebe teilnehmen.

„Wir bitten NRWs Schulen, sich anzuschließen und somit ein Zeichen zu setzen“, betonte Udo Beckmann, Landesvorsitzender des Verbands Bildung und Erziehung. Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz begrüßte die Initiative ebenfalls: „Eine gemeinsame Schweigeminute bringt uns im Gedenken an die Männer und Frauen zusammen, die Opfer rechtsextremer Gewalt geworden sind.“ Die nordrhein-westfälische Landesregierung nimmt ebenso daran Teil wie Hunderte Moscheen im gesamten Bundesgebiet.

Im Internet haben sich auf sozialen Netzwerken wie Facebook zahlreiche Initiativen gebildet und rufen ebenfalls dazu auf, ein Zeichen zu setzen. Sie klicken und verlinken, um an dieser bundesweit einmaligen Aktion teilzuhaben.

Mittelbarer Initiator der Schweigeminute ist Ex-Bundespräsident Christian Wulff. Er hatte kurz nach Bekanntwerden der Neonazi-Morde zu einem Staatsakt geladen, die heute im Schloss Bellevue stattfindet. Die zentrale Rede wird nach dem Rücktritt Wulffs aber Bundeskanzlerin Angela Merkel vor 1.200 geladenen Gästen halten – darunter auch Präsidentschaftskandidat Joachim Gauck. Er hatte noch im November einen Staatsakt für die Opfer der rechtsextremistischen Terroristen abgelehnt. Davon halte er „nichts”, da die „Ermordung schon so lange zurückliegt”. (bk)

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4 Kommentare
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  1. Lutheros sagt:

    Ein Land hält inne. Busse stehen still, Menschen legen die Arbeit nieder. Flaggen auf Halbmast. eine öffentliche Andacht.
    Ein Land kommunziert: die Opfer gehören zu uns, und die Taten sind kein kleines Vergehen.

    Migazin, schau hin. Und sieh die richtigen Signale. Und greife sie auf! Integration ist auch der Mut für Blick was verbindet.

  2. YILMAZ sagt:

    Eine Schweige-Minute(!) reicht mir nicht aus.

    Ich fordere Deutschland auf, einen Gedenktag und ein Mahnmal gegen Rechtsextremismus einzurichten !!!

  3. Achherje sagt:

    @Yilmaz …

    Bersch, komm mal wieder auf den Boden. Ich kann nur auf Splitter und Balken und Augen verweisen. Ideologie mit Scheuklappen sorgt dafür, dass die Logik und der gesunde Menschenverstand abhandenkommt. Kommt dann noch Fanatismus hinzu, dann dürften sich Dialoge egal welcher Richtung erledigt haben? Dann kommt wieder Höhle und Keule ins Spiel – und die Steinzeit ruft?

    Ich fordere (habe ich von Hr. Kolat übernommen) eine Schweigeminute – jeden Tag – gegen Extremismus jeglicher Art, gegen Fanatismus, gegen Rassismus (egal aus welcher Ecke), gegen all die Missstände, welche hier weiter undweiter anwachsen. Gegen diese Opfererzeugungsmaschinerie!

    So … das ist meine Wahrhaftigkeit, Yilmaz ….

  4. Pepe sagt:

    Ich kenne keinen, der die Schweigeminute eingehalten hat. Die meisten meiner Bekannten wussten nicht mal, das eine einzuhalten war!



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