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Die Umstellung darauf, dass jetzt die Ausländer die Überlegenen sind, da sie wenigstens einen Arbeitsplatz besitzen, ist für viele nicht nachvollziehbar.

Friedrich Landwehrmann, Strukturfragen der Ausländerbeschäftigung, 1969

Flüchtlingsstatistik

Über 80 Prozent aller Asylanträge wurden abgelehnt

Im Jahr 2011 wurden beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge über 45.000 Asylerstanträge gestellt, 4.400 mehr als im Jahr 2010. Dies bedeutet eine Steigerung gegenüber dem Vorjahr um etwa 11 Prozent – auf niedrigem Niveau. 1992 wurden noch 400.000 Asylanträge gestellt.

Die Steigerung der Zahl der Asylbewerber ist vor allem auf den vermehrten Zugang aus den Hauptherkunftsländern, hier vor allem aus Afghanistan, Pakistan, Syrien und dem Iran, sowie auf die weiterhin hohen Zugangszahlen aus Serbien und dem Irak zurückzuführen. Allein 71 Prozent aller Asylbewerber im Jahr 2011 kamen aus den zehn Hauptherkunftsländern.

Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) erklärte: „Zum vierten Mal in Folge ist in Deutschland ein Anstieg der jährlichen Asylbewerberzahlen zu verzeichnen. Während 2007 noch 19.164 Asylbewerber zu uns kamen, waren es im vergangenen Jahr bereits 45.741 Asylbewerber.“

Außen vor ließ Friedrich, dass im Jahr 1992 die jährliche Asylbewerberzahl bei 400.000 lag und die Zahl der Asylbewerber sich nach wie vor in einem historischen Tief befinden. Friedrich weiter: „Asyl und Flüchtlingsschutz genießen in Deutschland zu Recht einen hohen Stellenwert. Die Bundesregierung wird deshalb auch in Zukunft ihre verantwortungsbewusste Asyl- und Flüchtlingspolitik fortsetzen.“

Auch hier ließ Friedrich aus, dass von den rund 43.000 entschiedenen Asylanträgen im Jahr 2011 mehr als 36.000 abgelehnt und nur etwa 600 Personen als politische Flüchtlinge anerkannt wurden. Die übrigen knapp 6.500 Flüchtlinge erhielten Schutz aus humanitären Gründen. Damit lag die Ablehnungsquote bei rund 84 Prozent. (hs)

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2 Kommentare
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  1. Achherje sagt:

    Lasst uns doch anhand der Fakten (man möge mich berichtigen) mal offen und ehrlich sein:

    Weit über 90 Prozent der Asylanten, konkretisiert …. Asylsuchenden (man bachte die gegebene Definition und das GG) sind keine politisch verfolgten Menschen, sondern Wirtschaftsflüchtlinge … ja, es könnte sein ? Ich möchte dazu anregen, mir zu widersprechen. Man soll aber mal seine eigene Befangenheit (egal weshalb) mal außer Acht lassen. Objektivität und Selbstreflexion?

    Fakt: Wenn wir darüber unser Entsetzen zum Ausdruck bringen, dass so wenige Asylanträge zu einem erfolgreichen Ende (für den Asylsuchenden) „gebracht werden“ – sollten wir uns die Frage stellen, ob das Wort und eben die Definition -Asyl- neu gefasst, bzw. überdacht werden sollte?

    Da dies aber in Anbetracht der Umstände wohl nicht kommen wird (man verfolge die gesamtgesellschaftliche und politische Lage), ist es gegebenenfalls sinnlos sich dahingehend, aufgrund der gegebenen Fakten, aufzuregen? Nu ja … aufregen kann man sich wegen jeden PiXX.

    Es geht doch auch hier, wie bei der Integration und der bereits hier lebenden Menschen (was auch immer dieses Wort Integration bedeuten mag), um die Frage: Was wollen wir? Undm wie erreichen wir was? Im Positiven gedacht.

    Und, wir sollten abwägen, was es für unsere Gesellschaft bedeutet, von Nutzen ist, wenn wir dies und jenes tun – Vorausdenken? Und zwar ohne eigene, sich ebreits gefestigte Ideologien?

    Ja, was wollen wir eigentlich?

    Die Welt und jeden Menschen retten (was ich auch gerne tun würde) und dadurch DAS Desaster riskieren (hart aber wahr?), oder aber abwägen und für dieses Land und die hier lebenden Menschen das bestmögliche tun … für ALLE in diesem Land lebenden Menschen?

    Und wieder. Was wollen wir eigentlich, wo wollen wir hin … wie soll unsere Zukunft aussehen?

    Diese Verantwortung (über die Richtung) … tragen wir … jetzt und hier. Die nimmt uns keiner ab.

    Is so … .

  2. Achherje sagt:

    Ich möchte mich korrigieren:

    Menschen fliehen aus den verschiedensten Umständen / Ursachen – aus ihren (angestammten oder zumindest „vorübergehend beheimateten“ Ländern. Hierunter fallen natürlich auch: Flucht vor Unsicherheit im eigenen Land (Kriminaliät, etc.), wegen Erkrankungen (auch psychische), der Hoffnung auf ein besseres neues Leben (dürfte wohl der Aspekt sein, den man : geflohen aus wirtschaftlichen Gründen nennt – sei es nur, um für Kranke eine bessere medizinische Versorgung zu erlangen) … sehr oft verzweifelte Menschen … .

    Im Grunde geht es um Humanismus (und nicht um Gesetze – auch um Abwägung und Duldung und ein Auge zudrücken), aber auch darum, wie viel Humanismus wir „dulden“ dürfen (das heir lebende Volk ertragen muss – auch in Form von Kriminalität und Überfremdungsangst – und Letztere ist da wie noch nie!!!), bevor es für die jetzt bereits hier lebenden Menschen inhuman wird? Eben auch für Flüchtlinge (und Anerkannte) und Migranten … ?

    Man muss abwägen? Man muss sich entscheiden? Ja, ganz knallhart … manchmal müssen die Behörden eben knallhart sein – wegen des friedlichen und guten Miteinanders in diesem Land … und wegen des inneren Friedens und wegen der inneren Sicherheit? Eben nicht nur, damit sie ihrem Blockwartdasein genüge tun dürfen?

    Achherje …

    Meine Logik scheint ziemlich unlogisch zu sein? Wenn ja, weshalb?



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