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Migration und Integration in Deutschland

Das Schlimmste ist ein fußballspielender, ministrierender Senegalese. Der ist drei Jahre hier – als Wirtschaftsflüchtling. Den kriegen wir nie wieder los

Andreas Scheuer, CSU-Generalsekretär, PresseClub Regensburg, 15.9.2016

Nichts Besseres zu tun?

Lasst unseren Bundespräsidenten in Ruhe!

An diesen Tagen diskutiert Deutschland über einen Privatkredit von Bundespräsident Christian Wulff. Sein Rücktritt wird gefordert. An diesen Tagen könnte man meinen, Deutschland habe keine Sorgen mehr.

VONEkrem Şenol

 Lasst unseren Bundespräsidenten in Ruhe!
Initiator, Gründer und Leitender Redakteur des MiGAZIN.

DATUM20. Dezember 2011

KOMMENTARE82

RESSORTLeitartikel, Meinung

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Zurücktreten soll er, unser Bundespräsident. Begründung: Ein zinsgünstiges Darlehen in Höhe von 500 000 Euro soll er von Frau Geerkens bekommen haben – 2008, als er Ministerpräsident in Niedersachsen war. Als Wulff 2010 nach seinen geschäftlichen Beziehungen zu Herrn Geerkens gefragt wurde, gab er den Kredit nicht an. Das Ältestenrat im niedersächsischen Landtag prüft nun, ob das gegen das Ministergesetz des Landes verstößt. Danach sind Belohnungen oder Geschenke an Regierungsmitglieder nur in Ausnahmen zulässig und Vergünstigungen mit Amtsbezug nicht erlaubt.

Willkommen in Deutschland!

Ein Land, in dem schon viele Politiker zurückgetreten wurden wegen Urlaubsreisen, privat genutzter Bonus-Meilen, nicht gezahlter Mieten oder fremdfinanzierter Anzüge für die Garderobe. Aber auch ein Land, in dem eine Gruppe von Rechtsextremisten über zehn Jahre unbehelligt eine breite Blutspur durch die gesamte Bundesrepublik ziehen konnte. Ein Land, in der von Ausländern bewohnte Häuser brennen, ohne dass ein einziger fremdenfeindlicher Hintergrund festgestellt wird. Ein Land, dessen Sicherheitsdienste in diese Taten mitverwickelt sind und die Täter unterstütz haben. Ein Land, in der Regierung und Opposition darüber streiten, ob ein Untersuchungsausschuss zur lückenlosen Aufklärung überhaupt gebildet werden soll. Ein Land, in der der Bundesinnenminister an seinen V-Leuten festhält und so den Weg versperrt für ein NPD-Verbot. Kurz: Ein Land, in der der größte Sicherheitsskandal der Nachkriegszeit nur zufällig entdeckt und kein Politiker zur Rechenschaft gezogen wurde – weder amtierende noch ehemalige.

Christian Wulff aber könnte das Amt des Bundespräsidenten beschädigt haben, heißt es in diesen Tagen. Journalisten beschweren sich, dass es keine Pressekonferenz gibt – mit leckerem Buffet. Die Einsichtnahme in die Kreditunterlagen in einer Anwaltskanzlei reichten nicht – langweilig. So blieben viele Fragen unbeantwortet. So, als ob es in Deutschland keine offenen Fragen mehr gibt.

Doch! Die Nachfolge von Christian Wulff sei auch noch ungeklärt. Wolfgang Schäuble käme als CDU-Kandidat in Frage. Ein Mann, der sich während der CDU-Parteispendenaffäre ein dickes Fell übergezogen hat. Und Joachim Gauck, der zuletzt Thilo Sarrazin „Mut“ attestierte, sei der heiße Kandidat von SPD und Grünen.

Und dann, meine Damen und Herren?

Bisher ist nichts bekannt, was auf Lüge oder Betrug hinausläuft. Aber bitte: Klärt auf, ob Christian Wulff als Ministerpräsident des Landes Niedersachsen gegen das Gesetz verstoßen hat. Klärt auf, ob seine Auskunft als Ministerpräsident nicht ausreichend war. Lasst aber unseren Bundespräsidenten in Ruhe! Christian Wulff hat es wie sonst keiner vor ihm geschafft, diesem Amt ein bisher noch nie dagewesenes Gewicht zu verleihen. Ein Bundespräsident, der zum ersten Mal uns allen gehört und nicht nur – kleinkariert – denen oder jenen. Oder ist es das, was „uns“ stört? Das Ansehen des Amtes ist jedenfalls dank Christian Wulff – und gerade in diesen Tagen – gefestigter denn je.

Deutschland hat zehn Jahre aufzuarbeiten und genug offene Fragen, die dringend und lückenlos beantwortet werden müssen. Ausnahmsweise hingucken – wenigstens jetzt! Anschließend stimmen wir alle gemeinsam zum Rücktritt derer, die diesem Land, den Menschen und welchem Amt auch immer schaden oder geschadet haben.

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82 Kommentare
Diskutieren Sie mit!»

  1. Pragmatikerin sagt:

    @ Kamuran Sezer

    Ich habe das Gefühl, dass Sie – zu Recht – als Migrant?! von „unserem Bundespräsidenten“ schreiben.

    Für die Deutschen ist C. Wulff – mit wenigen Ausnahmen – nämlich nicht der, als den Sie ihn bezeichen. Diesen Titel hat er sich am 3.10.2010 „verscherzt“ (lesen Sie mal Deutsche Tageszeitungen wie Frankfurter Neue Presse, Offenbach Post usw. Dort werden Sie geholfen, lol.

    Pragmatikerin

  2. Karl sagt:

    Präsident der Deutschen war er nie, die große Mehrheit wollte eine echte Persönlichkeit wie Gauck und das er hier trotz eklatanter Verfehlungen so gefeiert wird, bestätigt das. Man muss also nur pro Islam sein und er wird zu eurem Präsidenten? Bezeichnend, da es mal wieder „Vorutreile“ bestätigt.

  3. Pragmatikerin sagt:

    Nachtrag:

    Es darf auch nicht verdrängt werden, dass Wulff erst im 3. Wahlgang auf seinen Posten „gehoben“ wurde, eine Überzeugungswahl sieht anders aus.

    Pragmatikerin

  4. Marko sagt:

    Mal zugespitzt formuliert: Dann behaltet „euren“ Bundespräsidenten doch, ich selbst wollte ihn nie haben – wie viele andere auch.
    Und: Nein, ich lass‘ ihn nicht in Ruhe, diesen windelweichen Genossen der Bosse, den Vorzugsflugreisenden (Business-Class-Upgrade zu insg. € 3000 vom befreundeten Airline-Chef bezahlt), den Grüß-August und Wackeldackel mit ebensolchem hündisch-treuherzigen Augenaufschlag. Man überlege sich, was Wulff tat/tut – und was er sagt/sagte. Zwischen Worten und Taten liegen Welten. Was er tat und tut – wofür er nicht erst jetzt in der Kritik steht, und was auch keine Einzelfälle sind, sondern Beispiele für den Typus Wulff -, das zählt. Wieviel wiegt da sein gefälliges Pseudo-Bekenntnis zum Islam als Teil Deutschlands? Nichts. Nicht das Geringste. Heiße Luft. Wie alles, was dieser von Merkel einbestellte windige Abnicker von sich gibt. Warme Worte, mit denen sich die Zuhörer zu Wohlfühlzwecken einreiben. Schwallbackentum und Schwallbackenzuhörertum helfen keiner Integration und keiner Diskussion schmerzhafter Themen.

    Ganz egal, was ich von ihm halte: Er möge bitte im Amt bleiben. Ein Rücktritt bzw. seine Ex-Bundespräsidentschaft kostet uns absurd viel Geld. Außerdem bleiben wir dann eine Zeit von Joachim „Occupy-Proteste sind lächerlich“ Gauck.

  5. Mehmet sagt:

    Sehr schade, ein solches Schreiben lesen zu müssen.

    Wo bleibt die „Gerechtigkeit“? Warum nicht eifach auklären, was genau passiert ist? Wenn er einen Fehler gemacht hat, dann muss er wie jeder dafür gerade stehen. Das ist das Prinzip.

    In der Tat; was hat er so tolles gemacht? ..

    Die Lobhudelei ist natürlich einer beschränkten und unsachlichen sowie ahnungslosen Sichtder Politik an sich geschuldet.

    Schrecklich, furchtbar, tendenziös – und journalistisch durchgefallen.

  6. Tai Fei sagt:

    Sehr richtig Herr Ekrem Şenol, lasst Ihn in Ruhe!

    Er ist ein Symbol für Deutschland. Er steht von der Abhängigkeit der Politik von der Wirtschaftselite. Eine Politik welche sich Gesetze von Lobbyverbänden schreiben lässt, Parteispenden nicht als Korruption erkennt und gar steuerlich belohnt. Er lässt sich von den Mächtigen aushalten und bevorteilen. Damit legt er Zeugniss darüber ab, wessen Präsident er isst und welchen Souverän er anerkennt.

    Selbst WENN er denn zurück treten sollte, ein Abfindung in Form eines Aufsichtsratsposten ist ihm Gewiss.

  7. Fikret sagt:

    Er ist auch unser Präsident,.wir sind in solchen schlechten Zeiten hinter ihm. Da wird um seine person viel Luft gemacht..- unverschämt –

  8. Fatima sagt:

    ich mag ihn zwar nicht besonders, aber dass ausgerechnet die Blöd-Zeitung so eine Kampagne fährt, sollte aufhorchen lassen. Und warum gerade jetzt? Mir persönlich drängt sich der Verdacht auf, dass Wulff wohl mal was gegen die Banker gesagt haben könnte.

    Interessanter Artikel, auch wenn J. Elsässer mit der Bewertung der Rede Wulffs im letzten Jahr stark daneben lag:

    http://juergenelsaesser.wordpress.com/2011/12/20/schmutziges-spiel-gegen-christian-wulff/

  9. Zensus sagt:

    Man muß froh und dankbar sein, daß „Meinungsmacher“ wie Herr Senol und seine religiösen Mitstreiter, in unserem Land nichts zu melden haben.
    Der Bundespräsident Wulff hatte, hat und wird nie die Reputation eines Menschen haben, der eines der kulturell wichtigsten Länder auf diesem Globus repräsentieren darf. Da ist der wulffsche Islamausspruch völlig irrelevant, passt aber zu einer solchen intellektuellen Nullnummer.
    Deutschland hat diesen BP nicht verdient

  10. Sükrü Timur sagt:

    Wenn dıe grossen Beamten so mutig das Volk hintergehen, dann haben auch die kleinen Beamten das Recht das Volk richtig reinzulegen! Um dieses Motto zu verkraften, kann man das auch so sagen: Wenn der Pfarrer in der Kirche laut „furzt“, würde die kirchliche Gemeinde auch das Recht haben voll „in die Hose“ zu machen! Für das Volk muss sein Benehmen rein und wegweisend sein! Nach so vielen absichtlichen Fehlern, weg mit ihm!


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