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Migration und Integration in Deutschland

Wir haben unsere Behörden über Jahrzehnte in eine Abschottungskultur hineinentwickelt. Man hat gesagt: Haltet uns die Leute vom Hals, die wollen alle nur in unsere Sozialsysteme einwandern. Jetzt müssen wir deutlich machen, dass wir Fachkräfte brauchen, dass wir um sie werben müssen.

Peter Clever, Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, April 2013

TV-Tipps des Tages

02.10.2011 – Türkei, Deutsche, Integration, Marco Polo, Islam, Religion

TV-Tipps des Tages sind: Alt und fern – Deutsche Senioren in der Südtürkei; Katholischer Gottesdienst; Die Marco Polo-Fährte – Abenteuer Seidenstraße; Der Himmel auf Erden – Kultur der Weltreligionen; Die Fallers – eine Schwarzwaldfamilie

VONÜmit Küçük

DATUM2. Oktober 2011

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Alt und fern – Deutsche Senioren in der Südtürkei
Dokumentation– Was geschieht, wenn ein Deutscher türkischer Herkunft auf Menschen trifft, die deutscher Herkunft sind, aber seit Jahrzehnten in der Türkei leben und sich dort stoisch jeder Integration in die türkische Gesellschaft verweigert haben?

Menschen um die achtzig, die sich vor zwanzig Jahren an der türkischen Riviera, in Alanya, niederließen, mit guter Rente und deutscher Ignoranz? Die nie die Landessprache erlernten oder sich für die hiesige Kultur interessierten und die sich jetzt, oft alt und krank geworden, in einer für sie unfassbaren Fremde verloren fühlen, in einem Land, wo es so gut wie keine Altenheime gibt?

Der Film „Alt und fern – Deutsche Senioren in der Türkei“ ist ein subjektives Roadmovie entlang der Atatürkstraße von Alanya, erzählt aus der Perspektive des Autors Kamil Taylan, der vor Jahrzehnten den umgekehrten Weg nahm: Er stammt aus der Türkei und lebt seither in Deutschland. Fünfzig Jahre ist es her, seit er die schönsten Ferien seiner Kindheit hier in Alanya verbracht hat. Damals war es ein verschlafenes Nest, heute ist es eine große Stadt und vor allem eine „Hochburg“ deutscher Senioren. 20.000 von ihnen verbringen hier ihren Lebensabend. Sie haben der Stadt auch architektonisch ihren Stempel aufgedrückt: Betonsilos zuhauf, in denen vor allem die Deutschen wohnen. Der Autor trifft auf eine „Parallelwelt“, die er aus Frankfurt bestens kennt, nur mit umgekehrten Vorzeichen. Es ist eine bizarre und zuweilen absurde Welt voller Lebensgeschichten, die manchmal das Komische, manchmal das Tragische streifen. 09:25-10:15 • HR

Katholischer Gottesdienst
Gottesdienst (Übertragung – Religion, Kirche) – 950 Jahre Dom zu Speyer – mit Walter Kardinal Kasper

Der Speyerer Kaiserdom wird in diesem Jahr 950 Jahre alt. Aus Anlass der Jubiläumsfeierlichkeiten überträgt das ZDF den Festgottesdienst. Der Speyerer Kaiserdom zählt zu den bedeutendsten Zeugnissen mittelalterlicher Architektur. 1981 in die UNESCO-Liste des Kultur- und Naturerbes der Welt aufgenommen, ist er eines der reifsten Beispiele romanischer Baukunst und darüber hinaus (nach der Zerstörung von Cluny) die größte erhaltene romanische Kirche überhaupt. Als Grabstätte salischer, staufischer und habsburgischer Herrscher gilt er als Symbol des mittelalterlichen Kaisertums. Der Dom ist die Bischofskirche des Bistums Speyer.

Beim Gottesdienst wird die eigens vom Eichstätter Domkapellmeister Christian Heiß zum Jubiläum komponierte „Missa spirensis“ uraufgeführt. Es singen der Speyerer Domchor und die Domschola unter Leitung von Domkapellmeister Markus Melchiori. An der Orgel spielt Domorganist Markus Eichenlaub.

Hauptzelebrant ist der langjährige Präsident des Päpstlichen Ökumenerats, Walter Kardinal Kasper, aus Rom. Neben dem Speyerer Bischof Karl-Heinz Wiesemann werden Bischöfe aus dem In- und Ausland konzelebrieren. Zudem werden zahlreiche Ehrengäste aus der Politik erwartet, darunter die Ministerpräsidenten aus Rheinland-Pfalz und dem Saarland.

Im Anschluss an den Gottesdienst ist die Gemeinde telefonisch zu erreichen unter der Rufnummer 0700 / 14 14 10 10. Der Anruf aus dem Festnetz der Deutschen Telekom kostet 6,2 Cent/min. 10:00-11:15 • ZDF

Die Marco Polo-Fährte – Abenteuer Seidenstraße
1/5, Von Venedig in die Türkei – Länder – Menschen – Abenteuer – Marco Polo brach 1271 von seiner Heimatstadt Venedig aus zu einer Reise auf, die ihn zur Legende machen sollte. Auch der Brite Bradley Mayhew, Autor von Reiseführern, beginnt die Route in Venedig und wird ihr bis nach Peking in China folgen.

In der alten Kreuzfahrerstadt Akko, heute im Norden Israels, betrat Marco Polo erstmals asiatischen Boden. Bradley betritt das Terrain des Nahostkonflikts. Er sieht, wie sich Völker und Religionen unentwirrbar verbissen haben, im Kampf ums Heilige Land, damals wie heute.

Marco Polo reiste mit seinem Vater und seinem Onkel. Ihre nächste Station war Jerusalem, wo sie Öl aus der Grabeskirche für den Kaiser von China einkauften. Der Nahostkonflikt verhindert, dass Bradley wie einst der Venezianer per Schiff vom Heiligen Land an die türkische Mittelmeerküste reisen kann. Er muss einen Umweg nehmen über Syrien.

Der Hafen des zur Zeit Marco Polos noch Layas genannten Ortes, dem heiligen Yumurtalik im Süden der Türkei, war im 13. Jahrhundert die europäische Endstation der Seidenstraße. Von der Küste folgt Bradley der Spur Marco Polos in den Nordosten der Türkei, an den Oberlauf des Euphrat.

Seine erste Reiseetappe endet im Arzinga Marco Polos, in der heutigen Stadt Erzincan, wo man immer noch Cirit wie damals spielt, ein Kriegerspiel zu Pferde, das zurückgeht auf die Zeit des Venezianers.

Hintergrundinformationen:
Marco Polo gilt als einer der größten Reisenden aller Zeiten. Seine wundersamen Berichte aus dem 13. Jahrhundert faszinieren bis heute und machten ihn zur Legende. Bradley Mayhew, Brite, 40 Jahre alt, ist ein Profireisender unserer Zeit. Nun hat er ein Experiment gewagt. Noch einmal bereist er jene Route, auf der vor 750 Jahren der berühmte Kaufmann aus Venedig unterwegs war. Über eiskalte Pässe, durch orientalische Oasen und menschenfeindliche Wüsten. Ein Abenteuer, heute so aufregend und riskant wie damals zu Marco Polos Zeiten. 17:15-18:00 • SWR BW, SWR RP, SWR SR

Die Fallers – eine Schwarzwaldfamilie
Sabine Spitz macht Ferien auf dem Fallerhof. Davon profitiert in diesem Fall nicht nur Bea als Vermieterin, sondern auch Bernhard als Bürgermeister. Denn sie bringt ihn auf die Idee, in der Gemeinde einen Mountainbikepfad anzulegen.

Und genau das passt in Bernhards Konzept: Fit für die Zukunft! Noch hat Kati Murats Einladung zum Familienfest in der Türkei nicht angenommen. Sie hat allergrößte Bedenken, auf Murats Großfamilie zu treffen – vor allem wegen ihres großen Altersunterschieds. Von den Sprachproblemen ganz zu schweigen. Aber so schnell will Murat nicht locker lassen, doch dann stellt er fest, dass Kati ihren Eltern noch nichts von ihm erzählt hat.

Albert eröffnet der Familie, dass er unbedingt seinen Führerschein machen will. Die Reaktionen darauf fallen unterschiedlich aus. Als er seinem Vater davon erzählt und ihm bereits die Anmeldung zur Unterschrift vorlegt, bekommt er eine klare Absage. Bernhard setzt seine Prioritäten anders: Zuerst das Abitur, dann der Führerschein. 19:45 • SWR BW, SWR RP, SWR SR

Der Himmel auf Erden – Kultur der Weltreligionen
2/6, Das Judentum – Architektur und Kunst waren schon immer Ausdruck spiritueller Sehnsüchte: Megalithe, Moscheen, Tempel, Kathedralen und andere Meisterwerke entstanden und entstehen noch in allen Religionen. Die sechsteilige Dokumentarreihe zeigt die kulturellen Errungenschaften der großen Weltreligion – vom Heidentum, über den Judaismus, das Christentum, den Islam, den Hinduismus bis zum Buddhismus. 19:30-19:55 • BR-alpha

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