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Migration und Integration in Deutschland

Nur die wenigsten dieser deutschen Arbeiter werden in dieser Situation mit den Ausländern solidarisch sein. Die meisten werden sich aggressiv von den Ausländern abgrenzen und bei ihnen die Verantwortung für die eigene schlechte Position suchen.

Hans-Günter Kleff, Vom Bauern zum Industriearbeiter, 1985

Norddeutscher Rundfunk

Migranten auf allen Ebenen unterrepräsentiert

Im Norddeutschen Rundfunk (NDR) sind Migranten auf allen Ebenen unterrepräsentiert. Das geht aus einer Antwort des Hamburger Senats auf eine parlamentarische Anfrage der Linksfraktion hervor.

In Hamburg sind knapp 500.000 Einwohner mit Migrationshintergrund zu Hause. Das sind circa 27 Prozent aller Einwohner. In den norddeutschen Flächenländern ist der Anteil zwar niedriger aber nicht unbedeutend. So beträgt die Quote der Menschen mit Migrationserfahrung in Niedersachsen 16,6 Prozent und in Schleswig-Holstein 12,6 Prozent.

Der Anteil der Migranten an der Gesamtbevölkerung spiegelt sich in den Medien aber nicht wieder. Das gilt auch für die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten. Auch sie hinken der gesellschaftlichen Realität hinterher, wie der Hamburger Senat jetzt mitteilt. Auf eine parlamentarische Anfrage der Linksfraktion in der Hamburger Bürgerschaft erklärt der Senat, „dass der Anteil der Bevölkerung mit Migrationshintergrund im NDR unterrepräsentiert ist“. Das gilt sowohl für die Zusammensetzung des Rundfunkrats, der Mitarbeiter als auch der Auszubildenden.

Die Zusammensetzung des NDR Rundfunkrats ist im Staatsvertrag über den Norddeutschen Rundfunk abschließend geregelt. Dort ist im Einzelnen festgelegt, welche Organisationen und Gruppen wie viele Mitglieder in das Gremium entsenden. Dort sitzen unter anderem Vertreter der Parteien, der christlichen, evangelischen und jüdischen Religionsgemeinschaften, der Verbraucherzentrale, des Deutschen Gewerkschaftsbundes, der Handelskammer, der Bildenden Kunst usw. Unter den insgesamt 58 Ratsmitgliedern befindet sich mit der Vertreterin des niedersächsischen Integrationsrates lediglich eine einzige Repräsentantin der Migranten – Quote 1,7 Prozent.

Nach Auskunft des NDR würden aber in allen Direktionen Menschen mit Migrationshintergrund arbeiten. Es würden allerdings keine Daten hinsichtlich der Anzahl von NDR Mitarbeitern mit Migrationshintergrund erfasst. Dies entspreche den Vorschriften des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (AGG).

Auf den Nachwuchs scheint das Gesetz keine Anwendung zu finden. Die Zahl der Auszubildenden ist akribisch erfasst – auch nach Berufsgruppen. Von den insgesamt 276 Auszubildenden können gerade einmal 17 oder 6,2 Prozent Migrationserfahrung aufweisen (Stand: Ende 2010). Die höchste Quote ist unter den Volontären (9,7 Prozent) und Informationselektronikern zu finden (9 Prozent). Es folgen Mediengestalter (6,7 Prozent), Kaufleute für Bürokommunikation (5,7 Prozent) und Aufnahmeleiter (2,9 Prozent). Im Bereich der audiovisuellen Medien, Veranstaltungstechnik gibt es keine Auszubildende mit Migrationserfahrung.

Unbeeindruckt von diesen Zahlen, teilt der Senat weiter mit, dass der NDR Wert darauf legt, „Migranten vor der Kamera, den Mikrofonen und in den Redaktionsräumen angemessen zu berücksichtigen und damit zu einer medialen Integration beizutragen und gleichzeitig einen Beitrag zur gesellschaftlichen Integration und Teilhabe zu leisten“.

Der NDR greife in seinen Hörfunk-, Fernseh- und Onlineangeboten die Themen Migration und Integration genreübergreifend und in den verschiedenen Formaten auf. Die gesellschaftliche Realität werde so mit dem Ziel abgebildet und widergespiegelt, Bewusstsein zu schaffen, gegenseitiges Verständnis zu fördern und kulturelle Vielfalt als Teil der Alltagsnormalität und als einen festen Bestandteil der Programmgestaltung zu etablieren.

Der Senat muss aber auch einräumen, das in der Vergangenheit „in Teilen eine einseitige Berichterstattung festgestellt“ wurde. Solche Defizite seien vom NDR aber durch interkulturelle Seminare und verschiedene Informationsveranstaltungen ausgeräumt. Seit 2009 würden im NDR Fortbildungsangebote stattfinden, in denen sich die Programmmacher auch selbstkritisch mit Fragen auseinandersetzen wie: Wie werden Migranten im Hörfunk und Fernsehen dargestellt? Welche Klischees haben wir im Kopf? (bk)

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20 Kommentare
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  1. BiKer sagt:

    @ lutheros

    so ein schwachsinn. nicht die migranten sind daran interessiert, menschen nach ethnischen kriterien zu unterscheiden. nein, sie werden bereits eingeteilt: sonst gäbe es wohl kaum benachteiligung auf dem arbeits- und wohnungsmarkt oder im bildungswesen – eigentlich in allen bereichen des öffentlichen lebens – eine benachteiligung.

    ich empfehle ihnen auch die lektüre des aufenthaltsgesetzes mit seinen begleittexten. menschen werden massiv nach ethnie unterteilt. bsp: der eu-ausländer darf seine nicht-eu-frau aus dem ausland ohne sprachkenntnisse nach deutschland holen. der koreaner, japaner, amerikaner darf das auch. der marrokaner, ägypter, türke dürfen das nicht.

    also: die forderung der migranten ist allenfalls eine raktion auf die bereits bestehenden ethnischen diskriminierungen und keine aktion!

  2. Europa sagt:

    @BiKer
    „ich empfehle ihnen auch die lektüre des aufenthaltsgesetzes mit seinen begleittexten. menschen werden massiv nach ethnie unterteilt. bsp: der eu-ausländer darf seine nicht-eu-frau aus dem ausland ohne sprachkenntnisse nach deutschland holen. der koreaner, japaner, amerikaner darf das auch. der marrokaner, ägypter, türke dürfen das nicht.“

    Sie sind immer die Erste die hier gegen den Westen wettert, wann auch immer es nur geht, aber sie scheinen nicht zu wissen, was der Westen ist. „der koreaner, japaner, amerikaner“ sind alles Westler! „marrokaner, ägypter, türken“ sind keine Westler!

    Das hat nichts mit Ethnie zu tun sondern mit Ereignissen aus der Vergangenheit unter diesen Ländern und vorallem den gleichen Werten, Wohlstand und Fortschritt. Vorallem die freiheitlichen Werte sind in diesen Ländern viel ausgeprägter als in marokko, der Türkei etc. Schon mal auf die Idee gekommen, dass das ausschlaggebende Faktoren sind? Oder wird das von ihnen absichtlich komplett ignoriert?
    Was glauben sie denn persönlich: Ist es wahrscheinlicher, dass ein Japaner sich „illegal“ in die EU einheiratet oder ein Marokkaner? Wir kennen beide die Antwort!

  3. Lutheros sagt:

    Sie möchten also dass wir zukünftig einen Job nach Ethnischen Kriterien vergeben? Jeder der einen Job nach anderen Kriterien als der Fähigkeit und Leistung vergibt ist ein betriebswirtschaftlicher Depp. Diese Art von Jobvergabe ist neben purem Rassismus eine erweiterete Form der Vetternwirtschaft.
    Sie sollten sich fragen warum manche Menschen nicht über die erforderlichen Fähigkeiten verfügen statt kindlich naiv alles mit dem MIgrantenstatus zu begründen.

    Ansonsten geht Ihr Beitrag am Thema vorbei: was hat der Wohnungmarkt mit diesem Punkt zu tun? Dortschließt ein Vermieter einen Vertrag mit einem Mieter – aber nach welchen Kriterien sucht er ihn aus? Das funktioniert nicht wie eine Jobsuche.

    Und Ihr Beispiel des Aufenthaltsgesetzes ist falsch. Das Gesetz unterscheidet nach Staatsangehörigkeit, nicht nach Ethnie. Und verfolgt ein anderes Ziel: Wen möchte man in einer Gesellschaft aufnehmen, wen nicht? Hier diskutieren wir aber ein komplett anderes Thema: Darf ein Unternehmen nach Migrantenanteilen unterscheiden?

  4. BiKer sagt:

    @ europa

    sie schreiben: „Sie sind immer die Erste die hier gegen den Westen wettert,“

    das stimmt nicht. ich liebe den westen! weis nicht, wie sie darauf kommen und ich weiß auch nicht, wie sie hierauf kommen: „der koreaner, japaner, amerikaner sind alles Westler!“

    aha!?!?! sorry aber das wird mir hier zu blöd mit ihnen. sie verlegen gleich ganze staaten mal geographie in den westen, in ihrer verzweiflung.

  5. BiKer sagt:

    @ lutheros

    das aufenthg unterscheidet nach staatsangehörigkeit und nicht nach ethnie? von mir wegen. das macht die sache nicht besser. auch bin ich nicht der auffassung, dass man nach ethnien vergeben soll. ich sage nur, dass man bestimmte ethnien nicht benachteiligen soll und wenn man das dennoch tut, ist die quote ein gutes mittel. das ist doch nicht so schwer zu verstehen aber bei ihnen und europa habe ich es spätestens mit ihren letzten beiden kommentaren aufgegeben.

  6. Leo Brux sagt:

    Lutheros,
    Sie können Unterschiede offensichtlich nur in der Weise machen, dass damit immer auch gleich eine bestimmte Wertung und sogar Abwertung des anderen verbunden ist.
    Drum bleibt Ihnen meine Argumentation fremd.

    Selbstverständlich unterscheide ich immer zwischen Mann und Frau, Alt und Jung, Wessi und Ossi, Hamburger und Münchner, Altdeutscher und Einwanderer, Türke und Italiener, Philosoph und Sportler, 2MeterMann und 1.60-Zwerg, Muslim und Atheist, etc.. Diese Unterschiede sind WICHTIG, auch im vernünftigen betrieblichen Umgang miteinander. Ich hoffe doch sehr, Lutheros, dass Sie diese Unterschiede auch wahrnehmen, und dass Sie zum Beispiel merken, dass die eine oder andere Art, sich auszudrücken, vielleicht beim einen problemlos möglich ist, beim anderen dagegen Missverständnisse hervorruft — zum Beispiel.

    Es lebe die Vielfalt!

    Sie und Migazin fangen erst damit an, die Menschen nach so einem Quatsch zu unterscheiden.

    Fällt Ihnen nicht auch auf, wie sehr Ihnen gewisse Unterschiede zwischen gläubigen Muslimen und zum Beispiel einem Agnostiker, wie Sie es sind, auffallen? Sie machen doch auch Unterschiede, und ganz zurecht. Nur dass Sie damit Wertungen verbinden, die ich nicht mit Ihnen teile.

    Schließlich: Ich glaube, mit einer so kategorischen Ablehnung, zwischenmenschliche Unterschiede wahrzunehmen und in sein Handeln einzubeziehen, stehen Sie ziemlich allein. Ich hab jedenfalls noch nie jemanden getroffen, der so extrem jegliche Unterscheidung zwischen Menschen verweigert wie Sie.

    Meine Ethnie bedeutet mir übrigens was. Ich bin Deutscher. Mit Haut und Haar. Durch und durch. Mit Leidenschaft.

  7. Lutheros sagt:

    LIeber Herr Brux, Menschen unterscheiden sich in hunderten Merkmalen voneinaner. Aber nciht alle Unterschiede spielen überall eine Rolle. Und darum gehts. Wenn ich jemanden einstelle, interessiert mich seine Haarfarbe nicht, ebenso nicht seine sexuelle Neigung, sein präferiertes Frühstück, seine Wohungsform und eben auch nicht seine Ethnie. Wir sollten nur jene Merkmale der hunderte Merkmale eines Menschen heranziehen, die wir auch wirklich brauchen.
    einen „repräsentativen“ Anteil einzufordern heisst immer, dieses Merkmal, was man repräsentiert haben möchte, in den Vordergrund stellt.
    Das ist nicht Integration. Integration ist, wenn sie diese unwichtigen Merkmale der Menschen weglassen und gar nciht erst ins Gespräch bringen. Jeder, der dieses Merkmal heranzieht, der handelt falsch. Statt zu sagen: guckt nicht nur auf eine Ethnie, sondern auch auf die andere heisst die richtige Antwort: Guckt überhaupt nicht auf die Ethnie. Sie darf kein Merkmal für eine Entscheidugn im Arbeitsleben sein.

  8. Sabberlatz sagt:

    @Lutheros

    Ich stimme Ihnen völlig zu. Meine Güte, was soll der Quatsch, Menschen nach der Herkunft einzustellen? Wieso nach Herkunft, wieso nicht auch Quoten für andere Kriterien: Scheidungskind, Einzelkind, homosexuell, Briefmarkensammler, Taubenzüchter, chronisch krank, Brillenträger, etc? Frauenquoten lehne ich (bin weiblich, keine Angst, also bitte jetzt keine Sexismus-Keule, Herr Brux) übrigens auch vehement ab. Ich kann darauf verzichten, einen Job nur wegen meines Geschlechtes zu bekommen und würde mich hierdurch diskriminiert fühlen. Übrigens lehnen nicht wenige Freundinnen von mir Frauenquoten ebenfalls ab.

    Ist jemand besser für einen Job qualifiziert, weil er einen „Migrationshintergrund“ hat oder eben nicht? Es sollte doch nun wirklich um jobrelevante Qualifikationen gehen. In Sachen Geschlecht desgleichen.

    Und wenn es im Job mit Quote losgeht, wieso dann nicht bei allem? Kindergartenplatz, Studienplatz, Vergabe einer Wohnung, etc.? „Quote“ würde dann sicherlich zum „Unwort“ des Jahres.

    Lutheros hat völlig Recht, so eine Vorgehensweise ist rassistisch. Wir wären dann bald in einer Gesellschaft, in der sich alles nur noch um Migrationshintergrund oder „race“ usw. drehen würde. Da kann ich nun wirklich drauf verzichten. Im Übrigen schürt solch ein Vorgehen auch Ressentiments unterschiedlicher Gruppen gegeneinander, weil ein Mensch über eine (ihm von außen zugeschriebene) Gruppenidentität definiert wird.

    @Leo Brux: Ja, wir wissen mittlerweile, dass Sie ein glühender, leidenschaftlicher Deutscher, ein überzeugter Verfassungspatriot sind – Ihr Pathos wirft mich immer wieder um. Aber nur zur Erinnerung: Sie sind doch so für ein „transkulturelles“ Deutschland. Das geht mit dem Begriff „Ethnie“ nun überhaupt nicht zusammen. Max Weber bemerkt zum Begriff „Ethnie“:

    „Wir wollen solche Menschengruppen, welche auf Grund von Ähnlichkeiten des äußeren Habitus oder der Sitten oder beider oder von Erinnerungen an Kolonisation und Wanderung einen subjektiven Glauben an eine Abstammungsgemeinschaft hegen, derart, dass dieser für die Propagierung von Vergemeinschaftungen wichtig wird, dann, wenn sie nicht ‚Sippen’ darstellen, ‚ethnische’ Gruppen nennen, ganz einerlei, ob eine Blutsgemeinschaft objektiv vorliegt oder nicht.“

    Von dem Völkischen wollen Sie sich doch entfernen, oder nicht? Deswegen besser auf die Begriffsverwendungen aufpassen!

    Weiterhin: Lutheros verweigert nicht die Unterscheidung zwischen Menschen. Er möchte lediglich deren Herkunft nicht zum entscheidenden Kriterium für eine Jobvergabe machen. So ein Vorgehen wäre auch sicher nicht im Sinne eines „transkulturellen“ Deutschlands, sondern vielmehr eine Praxis im Rahmen eines implizit rassistischen Multikulturalismus, der Kulturen oder auch die sozial konstruierte „race“ als abgeschlossene Räume oder Container begreift, denen Menschen eindeutig und auf ewige Zeiten zugeordnet sind. Diese imaginierten Räume sind wie Glaskugeln, die aneinanderstoßen, aber eben gerade dem Konzept des „Transkulturalismus“ völlig entgegengesetzt sind. Ein Mensch wird im Transkulturalismus eben nicht über seine Herkunft definiert, sondern man geht von heterogenen, in einander übergehenden, unabgeschlossenen Kulturräumen aus und dementsprechenden Hybrididentitäten, die gerade Migranten häufig im Zuge eines Migrationsprozesses ausbilden.

    Wieso sollte die ursprüngliche Herkunft oder die einem Menschen im Rahmen der Konstruktion von „Whiteness“ und „Blackness“ zugeschriebene „race“ für eine Jobvergabe die zentrale Rolle spielen, wenn die Identität des postmodernen Individuums fragmentiert und uneindeutig ist? (Ich empfehle Ihnen hierzu die Schriften von Stuart Hall oder Homi Bhaba.) Angesichts dessen ist doch die individuelle Qualifikation für den jeweiligen zu vergebenden Job sehr viel zielführender.

  9. Leo Brux sagt:

    Sabberlatz,
    wer sagt denn, dass das Ethnische zum entscheidenden Kriterium werden soll?
    Es gilt immer noch der Primat der Kompetenz.
    Aber in bestimmten Fällen wird man klugerweise die ethnische Kompentente mit in Rechnung stellen.
    Ich würde also einen gläubigen Muslim nicht gerne dazu verdattern, als Barmixer zu arbeiten – aus Eigeninteresse würde ich das nicht machen.
    Ich würde als Polizeipräsident von München mich mit der Stadt und dem Land Bayern zusammensetzen und schauen, wie wir etwas mehr türkisch- und slawisch-stämmige Personen in den Polizeidienst reinbekommen.
    Die InitiativGruppe, bei der ich arbeite, hat immer geschaut, wie man mehr Migranten für die Arbeit finden und gewinnen könnte.
    In solchen Beispielfällen macht es Sinn, AUCH die Herkunft zu berücksichtigen.

    Es läuft analog zum Bestreben, in möglichst alle männerdominierten Bereiche mehr Frauen reinzubekommen. Die Quotierung, mit der die Grünen dafür gesorgt haben, dass es heute einen gewissen Frauenüberschuss in allen von den Grünen besetzten Ämtern gibt, ist ein wunderbares Beispiel, ein historischer Erfolg.

    Mit dem Konzept der transkulturellen Gesellschaft würde es leichter, Entwicklungen hin zur Gleichberechtigung bzw. Gleichstellung zu fördern. Ich würde sagen, die InitiativGruppe in München, bei der ca. 100 Personen hauptamtlich, 150 oder mehr freiberuflich und 200 oder mehr ehrenamtlich arbeiten, gibt ein Beispiel für das, was transkulturell sein könnte.

    Wieso sollte das Transkulturelle nicht mit Ethnie zusammen gehen? Die Unterschiede sind zum einen gegeben, sie sind da, sie sind real, und sie sind zum anderen fruchtbar, nützlich, eine Chance.
    Sie, Sabberlatz und Lutheros, haben wohl das Problem, dass Ihnen Unterschiede als etwas überwiegend Nachteiliges oder Problematisches erscheinen. Das kann auch für mich schon mal eintreffen, aber der Regelfall ist es keineswegs.

    Um zum Schluss wieder etwas pathetisch zu werden:
    Es lebe die Vielfalt!

  10. Deniz sagt:

    lustige Diskussion. Ein Freund von mir arbeitet für den NDR. Es gibt dort durchaus einige Azubis, Autorinnen, Moderatorinnen und Verwaltungsangestellte mit Migrationshintergrund. Die angesehenste Berufsgruppe beim Sender ist aber nach wie vor zu 100 Prozent migrantenfrei: Es gibt exakt NULL Migranten in den Redaktionen. Die haben da immer mal wieder Volontäre ausgebildet, als Redakteure übernommen wurden aber stets nur Biodeutsche. Redakteure sind die bestbezahlten und angesehensten Mitarbeiter, da bleibt man gerne unter sich. Genauso wie in den Rundfunkräten. Fazit: Für niedere Arbeiten sind sie zwar gut genug, aber etwas zu sagen haben sie nicht. Bei anderen Medienunternehmen ist es wohl etwas besser, wenn auch nicht viel. Der NDR ist jedenfalls ein reiner „Ariersender“. Und dann pupsen die da was raus von wegen „Charta der Vielfalt“ und so. Das ist einfach nur lächerlich. Wäre ein gefundenes Fressen für Medienjournalisten, wenn man nicht im Glashaus säße.


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