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Bayern

Einbürgerungszahlen auf zweitniedrigstem Wert angelangt

Bayern verzeichnet bei den Einbürgerungen den zweitniedrigsten Wert seit der Jahrtausendwende. Innenminister Herrmann zeigt sich dennoch erfreut: „Das Interesse an einer Einbürgerung ist nach wie vor groß.“

Im Jahre 2010 wurden in Bayern 12 021 Menschen eingebürgert. Im Vergleich zum Vorjahr (2009: 12 053) ist das ein leichter Rückgang – allerdings auf niedrigem Niveau. Denn Bayern verzeichnet damit den zweitniedrigsten Wert seit der Reform des Staatsbürgerschaftsrechts im Jahre 2000. Damals ließen sich in Bayern noch über 20 000 Menschen einbürgern.

In den Jahren nach der Jahrtausendwende gingen die Einbürgerungszahlen kontinuierlich zurück. Die Einführung der Sprach- und Einbürgerungstests im Jahr 2007 führte dann zum historischen Tief von unter 10 000 Einbürgerungen im Folgejahr.

Schönfärberei des Innenministers
Der bayerische Innenminister Joachim Herrmann (CSU) zeigte sich von diesem Werdegang unbeeindruckt. Für ihn zeigten die Zahlen: „Das Interesse an einer Einbürgerung ist nach wie vor groß.“ Die Bedenken zu den Verschärfungen des Staatsangehörigkeitsrechts hätten sich „nicht bewahrheitet“, teilte er am Montag anlässlich der Vorstellung der Bayerischen „Zuwanderungs- und Einbürgerungsstatistik 2010“ in München mit.

Wie viele Menschen unter Beibehaltung ihrer bisherigen Staatsbürgerschaft eingebürgert wurden, nannte der CSU-Politiker nicht. Wohl nicht ohne Grund. Seine Partei spricht sich strikt gegen den Doppelpass aus. Die Quote der Mehrstaatler aber steigt in Bayern seit 2002 (19 Prozent) kontinuierlich an und erreichte im Jahr 2009 den Höchststand von über 55 Prozent.

Türkei erneut stärkstes Herkunftsland
Mit 2.879 Eingebürgerten (23,9 Prozent) stammte der größte Teil der neuen deutschen Staatsbürger aus den Ländern der Europäischen Union. Hier hat die Quote gegenüber dem Vorjahr deutlich zugenommen (2009: 2.606 Einbürgerungen, was einem Anteil von 21,6 Prozent entsprach).

Die überwiegende Zahl (74,4 Prozent) der aus der Europäischen Union Eingebürgerten kommt aus den 2004 und 2007 beigetretenen osteuropäischen Staaten. Größte Herkunftsnationen sind dabei Rumänien mit 862 und Polen mit 493 Eingebürgerten. Herrmann: „Wesentlich für die hohe Zahl der Einbürgerungen aus den neuen Beitrittsstaaten dürfte sein, dass diese Personen im Jahr 2010 noch nicht die volle Arbeitnehmerfreizügigkeit besaßen“.

Stärkstes Herkunftsland insgesamt bei den Einbürgerungen ist wie auch in der Vergangenheit die Türkei mit 2.131 Einbürgerungen (17,7 Prozent). Damit ist die Zahl im Vergleich zum Vorjahr (2.075) wieder leicht angestiegen.

Zunahme der ausländischen Bevölkerung
Weiter teilte Herrmann mit, dass der Anteil der ausländischen Bevölkerung in Bayern im Jahr 2010 gegenüber dem Vorjahr um rund 22.000 Personen auf rund 1,1 Millionen zugenommen hat. Damit betrug der Ausländeranteil im Jahr 2010 8,7 Prozent. Die in Bayern lebenden Menschen mit ausländischer Staatsangehörigkeit stammen aus rund 200 Staaten, wobei die größten Bevölkerungsgruppen aus der Türkei (213.400) und den Staaten des ehemaligen Jugoslawien (187.000) kommen.

Der bayerische Innenminister überreichte bei der Vorstellung der Statistik die Einbürgerungsurkunden zur deutschen Staatsangehörigkeit an ein aus Usbekistan stammendes Ehepaar. (es)

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13 Kommentare
Diskutieren Sie mit!»

  1. Fikret sagt:

    @ BlauerBär
    Unisinn. Doppelte Staasbügerschaft wird immer bestehen. Das hat mit Loyalität nichs zu tun. Wenn jemand niedrige Einbürgerung bedauert (das tun Sie offensichtlich) es ist nicht unser Problem. Mit dieser Einstellung kann Deutschland lange warten,vor Allem auf die Qualifizierte Zuwander lange warten. Träumt weiter…

  2. Non-EU-Alien sagt:

    Komisch nur, dass die Mehrstaatigkeit in keinem Land der europäischen Union ein Problem darstellt, außer in Deutschland und in Österreich…

    Sind die anderen EU-Staaten alle doof oder haben nur die zwei besagten Staaten alten völkischen Grundsätzen, in einer Zeit die durch Globalisierung gekennzeichnet ist, nicht abgesagt?

  3. Pragmatikerin sagt:

    @ Fikret

    Sie sind Arzt und als solcher möchte ich Ihnen als Deutsche nicht in die Hände fallen.


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