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Migration und Integration in Deutschland

Das Beitragsaufkommen [in den Rentenversicherungen beträgt] auf Grund der Beschäftigung der ausländischen Arbeitnehmer jährlich rd. 1,2 Milliarden DM, während sich die Rentenzahlungen an ausländische Arbeitnehmer jährlich auf rd. 127 Millionen DM, also etwa ein Zehntel, belaufen.

Ludwig Kattenstroth, Staatssekretär im Arbeitsministerium, März 1966, Bundesvereinigung der Dt. Arbeitgeberverbände

Wochenrückblick

K13/11 – Islamkonferenz 2011: War es die letzte?

Islamkonferenz 2011: Necla Kelek lobt, das Türkisch-Deutsche Forum der CDU NRW tadelt den Minister; die muslimischen Teilnehmer erinnern ihn an den Zweck, und Uli Gellermann macht sich über die Konferenz lustig.

VONLeo Brux

 K13/11 – Islamkonferenz 2011: War es die letzte?
Leo Brux, 1950 in München geboren, ist u. a. Integrationskurs-Lehrer bei der InitiativGruppe – Interkulturelle Begegnung und Bildung e.V., einem großen Träger der Integrationsarbeit in München. Migrations- und Integrationsfragen beschäftigen ihn seit den frühen 70er Jahren sowohl praktisch als auch theoretisch, privat und beruflich. Für die InitiativGruppe schreibt er einen Migrationsblog.

DATUM4. April 2011

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Der bewusst widersprüchliche Umgang des Innenministers mit dem Islam und mit der Islamkonferenz – Friedrich will zugleich den ministeriellen Integrationsverpflichtungen genügen als auch den islamfeindichen Mob besänftigen – hat es wahrscheinlich gemacht, dass die Islamkonferenz nun gestorben ist. Abschaffen oder aussetzen, diese Forderung überwiegt in der Debatte.

Es gibt auch andere Meinungen. Zum Beispiel diese von Necla Kelek in der Welt: Friedrich sei

der erste Politiker, der den Moscheevereinen etwas abverlangt, nämlich zum Schutz der Gesellschaft aktiv zu werden. Das Geschrei bei den Vormündern ist groß. Denn wenn diese Haltung Schule macht und man von den Muslimen und ihren Verbänden aktiv Integrationsleistungen abverlangen kann, wenn wir darüber diskutieren können, ob ein Bürger dieses Landes zumindest in Sicherheitsfragen loyal gegenüber der Gesellschaft sein sollte, dann verändert sich auch das von der Sozialpolitik eingehegte Leben der Migranten.

Das heißt: Schäuble und de Maizère haben den Moscheevereinen nichts abverlangt, auch nicht, zum Schutz der Gesellschaft aktiv zu werden. Sie haben ihnen keine aktiven Integrationsleistungen abverlangt. Keine Loyalität zumindest in Sicherheitsfragen.

Behauptet Necla Kelek. Weiß sie eigentlich, was sie schreibt, wenn sie etwas schreibt?

Bundesinnenminister Friedrich in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung:

SZ: Ist der Islam für Sie eine böse Religion?

Friedrich: Deutschland ist ein religionsfreundliches Land, das schließt selbstverständlich auch den Islam mit ein. Jede Religion, auch der Islam, kann jedoch leider politisch missbraucht werden. Diesem Missbrauch von Religion ist entschieden entgegenzuwirken.

SZ: Ist der Islam die derzeit missbrauchteste Religion?

Friedrich: Mit Blick auf den Islamismus muss man sagen: Er ist zumindest stark missbraucht. Den Superlativ will ich da nicht gebrauchen. Der weitaus überwiegende Teil der Muslime in Deutschland vereinbart Religiosität mit Demokratie.

SZ: Es wird viel über einen deutschen Islam geredet als eine besondere Ausprägung des Islams. Sollte man versuchen, diesen fördernd zu schaffen?

Friedrich: Es ist nicht Aufgabe des Staates, sich in Inhalte von Religionen einzumischen. Unsere Aufgabe ist nur, einen rechtlichen Rahmen zu schaffen, in dem jeder seinen Glauben, seine Religion leben kann.

Vernünftige Worte – den Islamfeinden ins Stammbuch. Folgt nicht daraus, dass der Islam heute – bei 4 Millionen Muslimen im Land, 1,8 Millionen davon mit deutscher Staatsbürgerschaft – sehr wohl Teil von Deutschland geworden ist? – Wir müssen ja nicht in die Geschichte zurück gehen, wir brauchen auch nicht zu fragen, ob der Islam (oder das Judentum oder das griechisch-orthodoxe Christentum) zur Identität Deutschlands gehört.

Gut auch, dass Friedrich klar macht: Es ist nicht die Aufgabe des Staates, sich in die Inhalte von Religionen einzumischen. Das würde sich seine eigene katholische Kirche auch gewiss verbitten!

Uli Gellermann nimmt für ReadersEdition diesen Punkt satirisch aufs Korn. Er fingiert ein Interview mit Friedrich bezüglich einer „Christenkonferenz“, auf der es um eine „Sicherheitspartnerschaft“ gegen den sexuellen Missbrauch von Kindern gehen soll:

Aber Herr Minister, es gibt doch Millionen Christen, die sich nie an Kindern vergriffen haben. Ist diese “Sicherheitspartnerschaft” nicht eine Art Vorverurteilung?

Ich bitte Sie! Wer in die Schmuddeleien nicht verwickelt war, der kann sich doch von diesem Vorwurf durch meine Maßnahme prima reinwaschen, wenn er meinem Ministerium Verdachtsmomente gegen die Schänder liefert. Ich will nur das Umfeld der Täter zur Mitarbeit aufrufen, wenn die Christen selbst darauf achten, ob sich jemand in ihrer Umgebung verdächtig macht, dann kommen sie nur ihren staatsbürgerlichen Pflichten nach. Das ist der erste Schritt in die Integration der Christen in einen laizistischen Staat.

Gellermann scheint auch an einige der Kommentatoren im MiGAZIN gedacht zu haben, als er diese Passage schrieb. Der fiktive Friedrich kündigt an:

Als nächstes nehmen wir uns mal das Verhältnis der Christen zu den Frauen vor. Zum Beispiel hat einer ihrer Propheten gesagt “Die Weiber seien untertan ihren Männern als dem Herrn. Denn der Mann ist des Weibes Haupt, gleichwie auch Christus das Haupt ist der Gemeinde, und er ist seines Leibes Heiland.”

Das widerspricht eindeutig dem Gleichheitsgebot des Grundgesetzes.

Und nicht zuletzt: Alle, die in dieser Religion was zu sagen haben, sind Männer: Jesus, die Jünger, die Evangelisten. Ich kann nur sagen, die Christen werden wir demnächst gendern, dass ihnen das Hören und Sehen vergeht!

Das Deutsch-Türkische Forum der CDU Nordrhein-Westfalen ist unzufrieden mit dem Minister:

„Innenminister Friedrich beschädigt den Dialog mit den Muslimen in Deutschland. Den Fokus der Islam Konferenz auf sicherheitspolitische Fragestellungen zu legen, ist der falsche Weg.

Denn das hochsensible Thema der Prävention vor islamistischem Extremismus und Terrorismus darf nicht mit der Integration von Muslimen in Deutschland vermengt werden.

Auch in der Themenbehandlung der Islam Konferenz muss durch Innenminister Friedrich herausgearbeitet werden, dass Islam und Islamismus klar zu unterscheiden sind.

Viele Muslime fühlen sich unter Generalverdacht gestellt, wenn im Zusammenhang mit der Islam Konferenz vor allem die innere Sicherheit debattiert wird.

Die Angst vor dem Islam in Teilen der deutschen Bevölkerung wird mit diesem Vorgehen eher gefördert als ihr entgegenzuwirken.“

Im Dialog um Integration die Sicherheitsfragen hervorzuheben, war eine absichtsvolle Provokation, die auf beiden Seiten durchaus angekommen ist. Ich brauche die Kritik daran hier nicht ausgiebig zu zitieren. Für die Islamfeinde ist es eine Bestätigung.

Neun der zehn nicht organisationsgebundenen muslimischen Mitglieder der Islamkonferenz (DIK) haben dem Innenminister einen Brief geschrieben:

Der Grundgedanke der DIK ist eine ideologiefreie und versachlichte Auseinandersetzung mit dem Islam in Deutschland unter Einbeziehug von allen wichtigen Akteuren und mit Blick auf eine Zukunftsgestaltung, in der Inklusivität und Kooperation, und nicht Marginalisierung und Polarisierung herrschen. Im ersten Jahr der zweiten Mandatsperiode der DIK, in welcher der Fokus auf einer verstärkten Hinwendung zur praktischen Umsetzung dieses Prinzips lag, herrschte über diesen Grundgedanken weitestgehend Konsens bei muslimischen wie nichtmuslimischen Teilnehmern.

Der neue Duktus aus dem Innenministerium lässt nun Zweifel daran aufkommen, ob diese Dialog- und Integrationsfunktion der DIK aus staatlicher Perspektive weiterhin angestrebt wird. Es scheint, dass die vielfältigen Erscheinungsformen des Islams in Deutschland wieder einmal auf extremistisches Potential und Gefahrenmomente reduziert werden sollen.

(Quelle: Deutsch-Türkische Nachrichten)

Die Islamverbände sollten es sich gut überlegen, ob sie an der angekündigten Sicherheitskoferenz teilnehmen – und unter welchen Bedingungen. Sie tun gegen gewalttätigen Islamismus was sie können – aus eigenem Interesse. Nur, islamistische Terroristen kümmern sich nicht um die für sie verächtlichen Islamverbände. Diese Sicherheitskonferenz dient dem Interesse des Ministers, der nochmal etwas für den Mob tun möchte.

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111 Kommentare
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  1. Leo Brux sagt:

    Maenam,
    mein Wahrnehmungsbereich ist offensichtlich um ein Vielfaches größer als der Ihre – eben weil ich seit mehr als 10 Jahren Erfahrungen mit religiösen Muslimen mache und meiner Schätzung nach etwa 1000 auch persönlich kennen gelernt habe, als Deutschlehrer für Migranten, als Politiker, der jahrelang eng mit einem Moscheeverein zusammengearbeitet hat, als Kollege am Arbeitsplatz, als Freund.

    Aus dieser Erfahrung heraus sage ich Ihnen: Ich weiß, wovon ich rede und über wen ich rede, wenn ich über (gläubige) Muslime rede.

    Ich kann außerdem Kritik von Hetze unterscheiden.

  2. Miro sagt:

    @Leo Brux
    Ihre positive Verallgemeinerung und Verharmlosung ist typisch für Ihresgleichen, aber so unendlich weit weg von jeglicher Realität. Knapp 80% der britischen Vergewaltiger sind muslimischen Glaubens, in Norwegen annähernd 100%. Generell reicht ein Blick in Kriminalitäts-, Bildungs- oder Jobstatistiken um ihre subjektiven Behauptungen zu widerlegen. In Großbritanien werden ganz aktuell zunehmend Fälle von „Loverboys“ bekannt, in denen Moslems nicht-muslimische, weiße Mädchen benutzen, vergewaltigen und zur Prostitution zwingen. Ihre islamische Kultur bringt ihnen bei das nicht-muslimische, nicht-verschleierte Mädchen quasi eh alle unrein, unmoralisch und daher Schlampen sind. Aus Angst als Rassisten oder islamkritisch dargestellt zu werden wurden diese Taten bislang verschwiegen. Leute wie sie gibt es auch in Großbritanien und die haben bislang ganze Arbeit geleistet.
    Da sie sich ja so für Minderheiten stark machen frage ich mich ob auf ihrem Blog schonmal das Thema Homosexualität und Islam kritisch thematisiert wurde, oder ob man sie zum ausgeprägten Antisemitismus unter Muslimen Stellung bezogen haben. Ich verfolge ihren Blog nicht, aber vermute das sie vor lauter Islamophilie solche Thema nicht ansprechen.
    Dann find ich es schade das sie nicht wirklich auf meine Frage eingegangen sind, aber vermutlich kennen sie das ein oder andere „nette“ Detail aus dem Leben Mohammeds, welcher natürlich das beste Beispiel und Vorbild für einen Moslem ist.

    Auch wenn sie es mir nicht glauben werden, aber ich bin ein sehr toleranter und offener Mensch, der aus der eigenen Familienerfahrung weiß was Diktatur und fehlende Demokratie und Rechtstaatlichkeit bedeutet. Ich bin Teil einer der letzten Generationen die in der DDR geboren wurden und ich bin in Berlin Wedding aufgewachsen. Habe Abitur und einen akademischen Abschluß gemacht und ein Teil meiner Toleranz beruht auch auf der Tatsache das ich schwul bin. Nur meine Toleranz endet bei Intoleranten und Islam ist aufgrund von Koran und Sunnah zutiefst intolerant gegenüber allem nicht-islamischen. Ich weiß nicht ob ich noch in ihr Feindbild passe, das bekämpft werden muss, vermutlich schon denn ich fürchte sie haben schon lange jeden Sinn für Objektivität verloren. Schade.

  3. keton sagt:

    @ Leo Brux
    Sie wenden sich gegen bösartige Verallgemeinerungen. Im selben ( !) Beitrag noch stecken Sie Necla Kelek, Thilo Sarrazin, xenophobe Islamfeinde und alle anderen, die irgendeine Kritik am Islam wagen, in diesselbe Schublade.
    Das ist Ihre Art zu diskutieren.

  4. Leo Brux sagt:

    keton,
    kelek verallgemeinert bösartig. Und liefert den Islamfeinden Material.
    Sarrazin ist der Spitzen-Stichwortgeber für Islamfeinde in Deutschland geworden.

    Die gehören also in diese Schublade. Und wollen ja wohl auch darin sein. Sie fühlen sich bestätigt, wenn sie von der Seite der Islamfeinde bejubelt (und gekauft) werden.

  5. keton sagt:

    Setzen wir mal voraus Kelek würde bösartig verallgemeinern, was ich nicht glaube und Sarrazin hätte kein Recht Staistiken zu kommentieren. Setzen wir ferner voraus, daß es gewisse kritikwürdige Tendenzen im Islam gibt, die Salafisten z.B., die zu kritisieren niemanden per se zum Islamfeind macht.
    Bleibt immer noch die Frage warum Sie alles in einen Topf werfen, wenn Sie sich einen Satz zuvor gerade diese Vorgehensweise als ‚ bösartige Verallgemeinerung‘ verdammen.
    Darüberhinaus halte ich den Vorwurf gegen Kelek für eine bösartige Unterstellung. Ich würde eher sagen, sie greift sich Dinge heraus die problematisch sind. Das darf sie, solange sie bei der Wahrheit bleibt.
    Um es mal mit Broder zu sagen: Niemand berichtet darüber wenn 200 Flugzeuge pro Tag in Frankfurt normal landen, aber es ist völlig normal daß darüber berichtet wird wenn eines auf dem Dach landet.

  6. keton sagt:

    @ Leo Brux
    Kleiner Lesetip für Sie und die versammelte Gemeinde: “ Das unsägliche Manifest der beleidigten Muslime“ von Güner Yasemin Balci
    Veröffentlicht bei Welt online.

  7. Leo Brux sagt:

    keton,
    wenn Sie die Darstellungen von Kelek über DIE Türken und DIE Muslime für zutreffend halten, dann tun Sie das eben – was soll ich dazu groß sagen? Hetzer merken nicht, dass sie hetzen, wenn sie hetzen. Sie sind natürlich überzeugt davon, dass sie nicht hetzen. Das Selbstbild der Hetzer ist allerdings nicht der Maßstab, mit dem man sie misst.

    Zu Sarrazins unsäglicher „Argumentation“ hab ich auf meinem Blog genug gesagt.

    Sie und Ihre Bündnisgenossen versuchen, eine Bevölkerungsgruppe, eine Minderheit in die Pfanne zu hauen und zum Abschuss freizugeben. Zu dieser Angriffsfront gehören Broder, Kelek, Sarrazin und Sie. Ich hingegen verteidige meine Freunde. Und ich verteidige eine Minderheit gegen UNFAIRE Angriffe, wie es sich für einen aufgeklärten, geschichtsbewussten Menschen gehört. Da bin ich bekennender Gutmensch.

    Kritik ist eine Sache, Hetze eine andere.

    Die Hetzer haben halt auch so ihre Taktiken. Dazu gehört es, die Opfer der Hetze, wenn diese auf die Hetze hinweisen, als Menschen hinzustellen, die einfach nur beleidigt sind.

    Es gibt etwas, das mich in dieser Auseinandersetzung optimistisch stimmt: Obwohl eigentlich ein beträchtliches Wählerpotential den Hetzern zustimmt, bringen die politisch nichts auf die Beine. Allenfalls, dass CDU und CSU gelegentlich mal auch ein bisschen ins populistische Horn stoßen. Insgesamt aber halten alle fünf Bundestagsparteien am Integrationskurs fest, auch die CSU.

    Die Unionsparteien merken auch immer mehr, dass hinter der antiislamischen Bewegung ein missionarischer, fanatischer Atheismus steckt, der sich zunächst einmal den Islam hernimmt – aber auch für (gläubige) Katholiken und Protestanten und Juden gefährlich werden wird.

    Solange keine dramatischen Umstände eintreten – ein migrantisches Fukushima, sozusagen – bleibt in Deutschland die Hetze weitgehend folgenlos. Die Hunde haben wild gebellt – und das tun sie einige Zeit – und dann legt sich das ganze irgendwann.

    Es ist die politische Unfähigkeit der islamfeindlichen Krakeeler und ihrer publizistischen Gesinnungsfreunde, die uns vor einer Partei rechts von der CSU rettet. Und das Bewusstsein unserer Geschichte. So, wie man einst über die Juden hergezogen ist, so darf man – als Deutscher – nie mehr wieder über irgend eine Minderheit herziehen. Wenn ein Deutscher das dann doch macht, weiß jeder im Inland wie im Ausland, woran er ist: Die böse deutsche Geschichte droht sich fortzusetzen. Holland kann sich einen Wilders leisten — den Holländern traut niemand viel Böses zu; aber ein deutscher Wilders würde Europa in Angst und Schrecken versetzen. Mit höchst unangenehmen Folgen FÜR UNS SELBER.

  8. Leo Brux sagt:

    Miro,
    ich verblüffe (als Integrationslehrer) meine Kursteilnehmer immer wieder damit, dass ich ihnen nicht nur zeige, wie entspannt und liberal wir zur Homosexualität in Deutschland stehen, sondern auch damit, dass ich selbst Partei ergreife und Homosexualität als etwas Schönes und Gutes und Sinnvolles hinstelle. Meine Schüler mögen mich, schätzen mich – da wirkt eine solche leidenschaftlich positive Haltung durchaus.

    An Ihrem falschen Bild von den Muslimen in Deutschland kann ich Sie nicht hindern. Es sei denn, Sie würden an meinem Kurs teilnehmen und sich zusammen mit mir zu Kontakten mit Muslimen bereit erklären. Ihre Vorstellung, dass europäische Muslime an Sunna und gewissen mittelalterlichen (angeblichen) Koranlehren festhalten, führt Sie in die Irre.
    Die Muslime tun es nicht. Man muss nur hinschauen, dann sieht man es. Die Muslime werden allmählich Deutsche.

    Zu Ihren Prozentzahlen: Warum liefern Sie keine Belege, keine Quellen? In Norwegen leben ja nicht nur muslimische Einwanderer, sondern auch andere — und unter denen und unter den Bio-Norwegern sind nur Engel? Anders kommt man kaum auf die 100% … Das erinnert an die angeblichen 90% muslimischen Gefängnisinsassen in Berlin. Längst widerlegt, wird die Zahl trotzdem immer wieder gern kolportiert.

    Mit dem Islam hat das Vergewaltigen außerdem kaum etwas zu tun. Es gibt generell Macho-Kulturen, auch „Katholische“ und Areligiöse. Die gewalttätigsten Länder der Welt – Mexiko, Kolumbien, Brasilien … sind keine islamischen. In Istanbul oder Ankara können Sie in einem Armenviertel spazieren gehen, in Lateinamerika würde ich das niemandem empfehlen.

  9. Miro sagt:

    @Leo Brux
    Ich entnehme ihrer Antwort das sie auf ihrem Blog wohl nicht kritisch zu diesen Themen Stellung bezogen haben, was mich auch nicht wundert, den vor lauter Anti-Islamkritker-Hetze bleibt da vermutlich keine Zeit mehr.
    Sie haben sich ja ein ganz eigenes Weltbild aufgebaut und besonders schade finde ich das sie offensichtlich glauben das jeder Mensch, der islamkritisch eingestellt ist, keinen Kontakt zu Migranten im allgemeinen und Menschen aus islamisch geprägten Ländern insbesondere hat. Das ist so falsch wie viele andere ihrer Vorurteile.
    Wissen sie ich habe Bekannte und Freunde die mögen vielleicht technisch Muslime sein, weil ein alter Mann aus der Wüste festgelegt hat das man Moslem ist sowie der Vater Moslem ist, aber faktisch sind sie so islamisch wie ich es bin. Auf dem Gymnasium trifft man recht häufig auf diese Kathegorie „Moslem“. Güner Balci ist für mich ein bekanntes Beispiel für diese Gruppe. Als Weddinger kenn ich aus eigener Erfahrung aber auch die Auswirkungen und Mechanismen der Parallelgesellschaft mit ihren schlimmen Beispielen und die sind zahlreich und sie werden, anders als bei anderen Migrantengruppen, leider mit der 2ten, 3ten oder 4ten Generation in manchen Bereichen sogar schlimmer. Wenn ein Mesut Özil, der Eltern hat die schon beide in Deutschland geboren wurden, kein akzentfreies Deutsch spricht, dann haben wir ein Problem. Zeigen sie mir nicht-islamsche Migrantengruppen die die gleichen Defizite in der 3ten Generaton aufweisen. Wenn 95% der türkischstämmigen in diesem Land innerhalb der eigenen Ethnie heiraten, dann haben wir ein Problem. Keine Statisktik gibt besser Auskunf über gelungene Integration als die Heiratsstatistik.
    Herr Brux Islam ist, wenn man es genau betrachtet, ein allumfassendes System was letzlich alle Bereiche des Lebens bestimmt. Deswegen fragen GLÄUBIGE Muslime nur noch was aus islamischer Sichtweise haram oder halal ist, d.h. sie geben ihr eigenes Empfinden für richtig und falsch, für angemessen und unangemessen auf. Zum Glück folgt nur ein gewisser Teil exakt diesen Regeln, andere leben diese Regeln teilweise und wieder andere garnicht, weil sie manchmal diese Regeln, und damit Islam, nichtmal kennen. Festzuhalten bleibt aber, je religöser desto problematischer, was auch Prof. Pfeiffer in seiner Studie ermittelt hat. Übrigens werden die Inhalte von Koran und Sunna nicht nur direkt durch auswendig lernen in Koranschulen oder Moscheen vermittelt, sondern auch indirekt durch die Erziehung der Eltern.
    Vielleicht verstehen sie irgendwann das Leute wie ich in aller erster Linie Islamkritiker sind und nicht Moslemkritiker. Genauso wie Kritiker des stalinistischen Kommuismus nicht jeden Russen kritisiert oder verurteilt haben, auch wenn in der Sovietunion angeblich fast alle treue Kommunisten gewesen sind.

    Zum Schluß möchte ich ihnen noch danken für meinen Lacher des Abends. 😀 „fanatischer Atheismus“ ist vermutlich ihr Synonym für Aufklärung und in Wahrheit ist das die größte Bedrohung für den Weltfrieden, oder wie? lol

  10. keton sagt:

    @ Leo Brux
    Wir lernen von Ihnen daß ‚Hetzer stinken‘, daß sie ‚Minderheiten zum Abschuß freigeben wollen‘ und ‚unfaire Angriffe gegen Freunde‘ ausführen.
    Und bei den notwendigen Differenzierungen lassen Sie sich von Ihrem gesunden Volksempfinden leiten. Na prima.
    Spätestens bei der Lektüre von Güner Yasemin Balci’s Text sollte Ihnen dämmern, daß ihr Versuch Kritik am Islam zu unterbinden indem Sie diese in die rechte Schmuddelecke verbannen auf Dauer nicht funktioniert.
    Ihre Freude an der politischen Zersplitterung islamkritischer Stimmen gönne ich Ihnen. Aber vielleicht könnten Sie als Mitglied der Grünen mir erklären warum eine Partei, die angesichts der Einmischung des Papstes und der Kirchen in private Angelegenheiten zu Recht Gift und Galle gespuckt hat, plötzlich beim ungleich rigideren Vorgehen islamischer Instanzen nicht einen Ton mehr herausbekommt?



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