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Migration und Integration in Deutschland

Es sei denn, man würde die Lebensverhältnisse der Ausländer in der Bundesrepublik derartig nachhaltig verschlechtern, dass ein Leben am Rande des Existenzminimums in den Herkunftsländern vorteilhafter erschiene.

Forschungsverbund „Probleme der Ausländerbeschäftigung“, 1979

Buchtipp zum Wochenende

Manifest der Vielen – Deutschland erfindet sich neu

Das „Manifest der Vielen – Deutschland erfindet sich neu“ ist Gegengift und Pflichtlektüre. „Um sich nicht abzuschaffen, muss Deutschland sich neu erfinden“, so dreißig profilierte Autorinnen und Autoren einstimmig.

DATUM18. Februar 2011

KOMMENTARE43

RESSORTAktuell, Rezension

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„Wir leben heute schon in der Welt von Morgen“, so die Ankündigung „der Vielen“ auf dem Buchcover – eine Kampfansage von dreißig profilierten Autorinnen und Autoren.

Sie schreiben über ihr Leben in Deutschland, über Heimat und Identität, über ihr Muslim- oder Nicht-Muslim-Sein anlässlich der Sarrazin-Debatte. Begriffe wie Migrant, Moslem, Deutscher, Fremder lösen sich dabei immer mehr auf, in den Vordergrund treten kritische Analysen und persönliche Geschichten. Ergebnis ist eine Vielfalt der Stimmen für „das Eigenrecht gelebten Lebens“

Das „Manifest der Vielen“ ist Gegengift und Pflichtlektüre. Denn Feridun Zaimoglu, Naika Foroutan, Ilija Trojanow, Hatice Akgün, Hilal Sezgin, Navid Kermani, Lamya Kaddor, Ekrem Senol und viele andere sind sich einig: Um sich nicht abzuschaffen, muss Deutschland sich neu erfinden.

Erscheinungs- termin: Samstag, 26. Februar 2011.

Buchpremiere: Donnerstag, 24.02.2011, im Maxim Gorki Theater in Berlin – u.a. mit Ekrem Senol, Chefredak- teur des MiGAZIN.

Das Manifest der Vielen

  • Ich bin hier
  • Ich suche nach etwas Drittem, das in allem steckt
  • Toleranz ist kein Kuschelsound
  • Kultur ist nicht aus Stahl
  • Mein Kopf ist ein zwitscherndes Vogelnest
  • Wir rücken zusammen
  • Wir müssen uns nicht integrieren
  • Menschenwürde muss man nicht verdienen
  • Wer rechnen kann, weiß das
  • Wir stehen im Abendland auch auf morgenländischen Beinen
  • Zwanzig Jahre habe ich auf diesen Satz gewartet
  • Man muss neugierig sein, damit das Fremde eine Chance bekommt
  • Befreien ist ein Klassiker
  • Wer jetzt beschwichtigt, provoziert erst recht einen Sturm
  • Multikulti ist total nicht gescheitert
  • Wir brauchen einen Aufstand der Anständigen
  • Demokratie birgt Risiken
  • Keine Kultur ist rein
  • Muslime haben kein Exklusivrecht auf die Opferrolle
  • Das wird man wohl noch sagen dürfen
  • Wir sind Verschiedene
  • Die meisten Menschen sind beige
  • Zuhören geht immer
  • Das Glück liegt auf der Straße
  • Die Zukunft hängt von jedem Einzelnen ab
  • Auf den ersten Blick ist nichts mehr, wie es war
  • Zu entscheiden, wer Muslim ist, kann nur Sache von Gott im Himmel sein
  • Zusammensetzen ist besser als Auseinandersetzen
  • Frage niemanden nach seiner Herkunft
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43 Kommentare
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  1. Europa sagt:

    @Leon Brux
    „Ich könnte das für mein Gewissen auch so formulieren. WENN dein Gesetz in Widerspruch zu meinem Gewissen gerät, hat natürlich mein Gewissen Vorrang. “

    Haargenau das dürfen sie nicht machen! Es gilt immer das Gesetz! Du kannst dir selbst schon früher (moralische) Grenzen setzen, aber schlussendlich gilt immer das Gesetz, für dein Gewissen interesiert sich vor Gericht keiner, ausser vielleicht dein Therapeut der entscheidet ob du in eine Nervenanstalt oder in ein Gefängnis kommst.
    Ich finds erschreckend, wie Leute wie sie denken. Aber das erklärt auch das Fehlverhalten von gewissen Menschen in unserer Gesellschaft.

  2. SelberDenken sagt:

    Liebe Leute, mich würde wirklich mal interessieren wie ihr auf diese Seite gekommen seid. Ich weiß zwar auch noch nicht genau was ich von ihr halten soll, aber bei solchen unreflektierten Aussagen zu Migration und „Deutschland“ gruselt es mich.
    Es geht in dem Manifest u.a. um den Alltagsrassismus den viele Menschen in diesem Land Deutschland tagtäglich erfahren. Den darf und kann man nicht entschuldigen. Warum um alles in der Welt müssen sich Menschen, die nicht wie Hänsel und Gretel aussehen immer noch anstarren lassen und Beschimpfungen ertragen. Wenn ihr einem Jugendlichen oft genug sagt er soll in sein Heimatland zurück, dann sagt er natürlich irgendwann diese Land ist Scheiße oder er ist „kein Deutscher“.
    Für die, die Migration nicht aus reiner Humanität und individueller Freiheit bei der Suche nach einem besseren Leben anerkennen können:
    Dieses Land wäre am Abgrund, wenn in den letzten Jahrhunderten nicht viele „Deutsche“ in anderen Ländern zuflucht gefunden hätten und viele andere sich in diesem Jahrhundert dazu entschlossen hätten ihren Lebensmittelpunkt in dieses Land zu verlegen.
    Wer nicht anerkennt, dass die Autoren des Manifests (ob man den Begriff nun mag oder nicht, sie haben ihre Hinweise, das etwas schief läuft nunmal so genannt) mit viel Kraft für eine bessere Gesellschaft für ALLE einsetzen, ob Biodeutsch (Danke Kanak Attack), Mensch mit Migrationshintergrund oder mit dem Pass eines anderen Landes.
    Und wem sich dieses Deutsch Manifest gefällt, der sollte im Geschichtsbuch die Seiten zur Zeit zwischen 1933 und 1945 ansehen, um nochmal nachzulesen wie das mit „Reich“, „Sippe“, „Raum“ und „Blut“ so war. Es gibt keine Rassen! Und was bitteschön ist die deutsche Kultur?

  3. Leon sagt:

    Auffällig ist, dass unter den unter den Autoren des „Manifests der Vielen“ erstaunlich viele Unterzeichner jenes schleimig-anbiedernden offenen Briefes an BP Wulff zu finden sind, die vor lauter Deutsch sein kaum mehr atmen können.

    Was an den Autoren des Manifests der „Vielen“ so vielfältig sein soll, bleibt deren Geheimnis. Türkisch-arabisch-Muslimische Einöde und sonst nichts.
    Wo sind die Vertreter der anderthalb Mio. Migranten aus Polen und von fast 3 Mio. aus der ehem. Sowjetunion?

    Es ist ein muslimisches Traktat, dass mehr oder minder deutlich zur Landnahme aufruft.
    Die Autorin Foroutan macht es in ihrem Internetauftritt deutlich: Die Begriffe deutsch oder Heimat werden „dekonstruiert“, also zerstört, und durch „Heymat“ und „Hybrid-Identität“ ersetzt.

  4. Cengiz sagt:

    @ Leon

    Meinen Sie nicht auch, dass das Manifest der Vielen hier eine Antwort auf Sarrazin ist. Die Anspielung mit „Deutschland erfindet sich neu“ spricht aus meiner Sicht eindeutig dafür. Außerdem steht oben: „Sie schreiben über ihr Leben in Deutschland, über Heimat und Identität, über ihr Muslim- oder Nicht-Muslim-Sein anlässlich der Sarrazin-Debatte.“

    Ich frage mich, ob in diesem Zusammenhang Russen und Polen sinn machen würden. Soweit ich mich erinnern kann, hatte Sarrazin mit denen kein allzu großes Problem.

    Ihre Behauptungen zu Frau Foroutan erschließen sich mir ebenfalls nicht. Vielleicht möchten Sie das näher ausführen und etwas mehr schreiben als mit „dekonstruiert“ und „zerstört“ bloße Behauptungen aufstellen, die weder nachvollziehbar sind noch sonderlich geistreich!?

    Wenn Sie nur Frust abbauen wollten, lassen Sie es mich bitte wissen. Danke!

  5. Josef sagt:

    Warum sind hier eigentlich fast aussschließlich dumpfe Ressentiments zu lesen? Warum müssen die vielen stolzen Deutschen hier mit rechten und wohlstands-chauvinistischen Parolen um sich schlagen? Warum sieht niemand, wie viel es wert ist, wenn sich die Migranten dieses Landes vernehmbar in die öffentliche Diskussion einschalten und Sarrazzin und ähnlichen Dummköpfen entgegentreten? Wovor haben die Michels denn so viel Angst, die hier so laut krakeelen?

  6. Leon sagt:

    Hallo Cengiz,

    will Deutschland sich überhaupt neu erfinden? Sprechen die Autoren für ganz Deutschland oder wenigstens für eine Mehrheit der Deutschen?
    Sie sprechen nur für sich selbst und für ihr Gruppeninteresse.

    Wie dieses Gruppeninteresse aussieht, hat HEYMAT-Forscherin Foroutan in einem
    Telepolis-Interview vom Mai letzten Jahres erklärt: „Muslime in Schlüsselpositionen.“
    Und in dem web- Auftritt ihres „Forschungsprojekts“ fabuliert sie von der Dekonstruktion (Zerstörung) des Begriffs Heimat (der Deutschen) und der Schöpfung der neuen Deutschen.

    Ich lasse mir aber meine Identität nicht rauben – über die bestimme ich selbst und sonst niemand.
    Fortoutan oder Zaumoglo formulieren Machtansprüche und zeigen eine unverhohlene Kolonialherrenmentalität.

  7. basil sagt:

    @ Josef
    Warum so nervös? Niemand schlägt hier um sich oder krakeelt.
    Ein paar Leute äußern ihre Meinung, wie andere auch.
    Haben Sie damit ein Problem?

  8. Siddtheclown sagt:

    HEUREKA!
    Es gibt einen Grund keine Angst vor dem Fremden zu haben. Der Grund heißt Glück. Nur ohne Angst vor dem Fremden kann man glücklich werden. Wenn man die Ursachen dieser Urangst und ihre Folgen erkennt, sieht man deutlich, dass es nur ohne diese Angst zu Sicherheit, Freiheit, Gesundheit, Miteinander…kommen kann…für alles leben…

    MERKZETTEL:

    „VON FOERSTER:

    Wenn der Begriff der Wahrheit überhaupt nicht mehr vorkäme, könnten wir vermutlich alle friedlich miteinander leben

    (http://www.zeit.de/1998/04/Wa­hrheit_ist_die_Erfindung_eines­_Luegners; 15:10 Uhr; 6. Januar 2010).“

  9. Boli sagt:

    @Loewe
    Dieses Deutschland zeigt sich also schon gelegentlich. Zum Beispiel auch im MiGAZIN. Oder in der Münchner Stadtpolitik.

    http://www.merkur-online.de/lokales/stadt-muenchen/auslaenderbeirat-eklat-nach-wahl-1128693.html

    Ja Loewe, wenn Sie islamische Monokulti als Multikulti bezeichnen kann man die Vorzeichen schon gelegentlich sehen.

    @SelberDenken

    Wenn ihr einem Jugendlichen oft genug sagt er soll in sein Heimatland zurück, dann sagt er natürlich irgendwann diese Land ist Scheiße oder er ist “kein Deutscher”.

    Lieber erst mal selber Denken vor dem Schreiben bitte, ja?? Einem Jugendlichem sagt man nicht das er in sein Heimatland soll damit er sagt dieses Land ist Scheiße oder er ist kein Deutscher. Man sagt so etwas das er hoffentlich irgendwann anfängt einfach nur seinen Mund zu halten und die Koffer zu packen.

    @Cengiz

    Ich frage mich, ob in diesem Zusammenhang Russen und Polen sinn machen würden. Soweit ich mich erinnern kann, hatte Sarrazin mit denen kein allzu großes Problem.

    Und ich frage mich ob Sie sich anhand dieser durchaus richtigen Aussage nicht genötigt fühlen einmal inne zu halten und das Hirn ein zu schalten. Es sollte Sie als wahrscheinlich Türken eigentlich schon etwas beschämen. Nein ich werde Ihnen die Antwort nicht auf nem Tablett servieren. Selber Denken!! Aber ein kleiner Tip. Mit wem hat den Sarrazin ein Problem? Und jetzt! Selber Denken!!

  10. arabeska sagt:

    Für Selcuk und alle aneren interessierten Blogger, hier ein Veranstaltungstipp:

    Sonntagsmatinee im Schauspielhaus Frankfurt am 27.02.2011 um 12.00 Uhr: Cohn-Bendit diskutiert mit zwei Autorinnen zum Thema:

    Wie leben muslimische Frauen in Deutschland?
    Hilal Sezgin, die zuletzt den Roman »Mihriban pfeift auf Gott« herausbrachte, wurde 2010 mit dem European Muslim Women of Influence Award ausgezeichnet. Sineb El Masrar, Journalistin und Autorin, war Teilnehmerin der Deutschen Islamkonferenz 2010 und räumt in ihrem jüngsten Buch »Muslim Girls« mit einigen Kopftuch-Klischees auf.

    Diese regelmäßig stattfindenen Matinees mit dem ewigen Rebellen Cohn- Bendet sind spitze !


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