MiGAZIN

Migration und Integration in Deutschland

Wenn wir Millionen von Menschen die doppelte Staatsbürgerschaft geben, die sie weitervererben, werden wir eine dauerhafte türkische Minderheit in Deutschland haben. Das bedeutet eine langfristige Veränderung der Identität der deutschen Gesellschaft. Ich bin dagegen.

Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU), Münchner Merkur, 6.11.2013

Bayern

Konzept zur Förderung der türkischen Sprache angekündigt

Der Bayerische Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU) hat sich gegen türkische Gymnasien und für die Förderung der türkischen Sprache ausgesprochen. Die bayerische Schule sei ein sehr guter Ort zur Integration.

Bayerns Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU) hat in der Diskussion um türkische Gymnasien seinen Standpunkt nochmals bekräftigt: „Kinder mit Migrationshintergrund werden durch den Besuch der bayerischen Schulen sehr erfolgreich gefördert.“ Spaenle ergänzte: „Die bayerische Schule ist ein sehr guter Ort zur Integration.“

„Es ist mein erklärtes Ziel, die jungen Menschen aus Zuwandererfamilien auf dem ambitionierten Weg, ihren Platz in unserer Gesellschaft zu finden, intensiv zu begleiten und sie dabei aktiv zu unterstützen“, betont Spaenle auch unter Hinweis auf das Gesamtkonzept zur Förderung der schulischen Integration von Kindern mit Migrationshintergrund vom Frühjahr 2009.

„Türkische Gymnasien konterkarieren das Ziel der Integration von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund in die bundesdeutsche Gesellschaft eher als dass sie es fördern“, ging Spaenle nochmals auf die Äußerungen des türkischen Ministerpräsidenten ein.

Deutsche Sprache als Schlüssel
Dabei steht für Bayerns Kultusminister die Förderung der jungen Menschen beim Erwerb der deutschen Sprache im Mittelpunkt. „Wir möchten, dass die Kinder und Jugendlichen mit Migrationshintergrund auf der Basis einer guten aktiven Sprachfähigkeit ihren Begabungen entsprechend die bayerischen Schulen besuchen“, unterstreicht Spaenle. Hierzu bietet Bayern umfassende Sprachfördermaßnahmen im vorschulischen Bereich, in der Grundschulen und den weiterführenden Schulen an.

Im Miteinander mit einheimischen jungen Menschen an Bayerns Schulen können Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund die deutsche Sprache intensiver erlernen.

Bayern wird die türkische Sprache fördern – Konzept angekündigt
„Wir wollen unsere Möglichkeiten ausschöpfen, um Türkisch als Fremdsprache z.B. als Wahlfach oder als spät beginnende Fremdsprache auch stärker in unseren Schulen anzubieten“, so Spaenle. In der kommenden Woche wird Minister Spaenle in München dazu ein Konzept vorstellen. Ergänzt werden könnte diese auch durch muttersprachlichen Ergänzungsunterricht in der Verantwortung des Konsulats.

Bereits gegenwärtig sei es möglich, dass ein privater Trägerverein eine private Schule in Bayern beantragen kann. Es werde dann geprüft, ob die Voraussetzungen für eine Genehmigung erfüllt sind.

Testen Sie den kostenlosen MiGAZIN Newsletter:

Ein Kommentar
Diskutieren Sie mit!»

  1. Wo ist dann das „Konzept zur Förderung der russischen Sprache“, der Muttersprache unser russischsprachigen Freunde ( Aussiedler, Deutsch-Russen, Ukrainer,..) ?

    Wo ist das „Konzept zur Förderung der deutschen Sprache unter Migranten als neue Muttersprache und einzige Verkehrssprache“ ?



Bitte beachten Sie unsere Netiquette. Vielen Dank!

Ihr Kommentar dazu:

MiGAZIN

Ziel und Zweck von MiGAZIN ist die Förderung der politischen, gesellschaftlichen und kulturellen Partizipation von Migrant(inn)en in der Aufnahmegesellschaft. In diesem Sinne soll MiGAZIN die Kommunikation fördern und füreinander sensibilisieren. Mehr über uns...

MiGMACHEN

Die Redaktionsmitglieder von MiGAZIN haben vor allem eins gelernt: Wer über sein Wissen und seine Erfahrungen schreibt, lernt immens dazu. Die kritische Diskussion mit Lesern eröffnet neue Horizonte. Daher hat das MiGAZIN-Team die Aktion-MiGMACHEN ins Leben gerufen. Hier bieten wir allen Interessierten die Möglichkeit, MiGAZIN als Autor, Pate oder Jungautor mitzugestalten. Nähere Informationen...

GRIMME Online Award 2012

    Begründung der Jury: "Über Migranten und Migration wird in Deutschland viel gesprochen. Vor allem von Deutschen. Im Chor der vielen und oft sehr lauten Stimmen fehlen aber zumeist die der Migranten. Und genau diese Lücke füllt das MiGAZIN mit qualitativ hochwertigen Texten und verständlicher Berichterstattung." Weiter ...