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Migration und Integration in Deutschland

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Norwegens Ministerpräsident Jens Stoltenberg, Trauergottesdienst nach dem Terroranschlag im norwegischen Oslo und Utoya, 2011

Integration?

Türkische Gymnasien und deutsche Gesetze

Bundeskanzlerin Angela Merkel verärgert vor ihrer Reise in die Türkei den türkischen Premier Recep Tayyip Erdogan – Debatte um türkische Gymnasien in Deutschland hält an. Merkel irritiert mit ihrer Forderung, Türken müssten die deutschen Gesetze einhalten.

Die Debatte um türkische Gymnasien in Deutschland wird zunehmend hitziger. Der türkische Premier Recep Tayyip Erdogan hatte in Anlehnung an deutsche Gymnasien in der Türkei entsprechende Schulen auch in Deutschland gefordert. Viele Politiker – auch Türkeistämmige – hatten den Vorstoß Erdogans kritisiert. So auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). Sie betonte die Bedeutung der deutschen Sprache für eine gelungene Integration: Vor ihrem Zusammentreffen mit Erdogan heute in Ankara sagte sie: „Das bedeutet natürlich, dass die deutsche Sprache erlernt wird und die deutschen Gesetze eingehalten werden.“

Erdogan verärgert
Erdogan zeigte sich angesichts dieser Antwort verärgert. „Das hätte ich von Merkel nie erwartet und das werde ich sie auch wissen lassen“, sagte Erdogan und erinnerte erneut an deutsche Schulen in der Türkei. Außerdem habe die deutsche Seite an die Türkei die Forderung nach einer türkisch-deutschen Universität herangetragen. Vor türkischen Journalisten stellte er die rhetorische Frage, ob „die Türkei ein Prügelknabe“ sei.

Kritik für Ihre Worte erntete Merkel auch von Klaus Wowereit (SPD), Berlins Regierender Bürgermeister und SPD-Vize. Er wart der Kanzlerin vor, die türkischstämmige Bevölkerung mit der Aufforderung zur Gesetzestreue unterschwellig zu stigmatisieren. Merken habe die „gesellschaftliche Integration in ihrer gesamten Dimension nicht verstanden“. Nicht nur Türken, sondern alle müssten sich an die Gesetze halten.

Wer widerspricht Merkel?
Grünen-Chef Cem Özdemir warf den Erdogan-Kritikern eine allergische Reaktion hervor, wenn es um die Türkei und die türkische Sprache gehe. Es entstehe „fast der Eindruck, Türkisch sei eine Sprache von Aussätzigen“. Das aber erschwere die Integration erst recht weil sie zu Gegenreaktionen führe. Außerdem existierten in Deutschland türkische Schulen bereits. Auch sei es Erdogan gar nicht um Schulen gegangen, an denen ausschließlich Türkisch gelehrt werde.

Cem Özdemir kritisierte Angela Merkel, die Debatte bewusst nicht zu entschärfen weil es ihr um Innenpolitik gehe. Wieso sonst fordere die Bundeskanzlerin Selbstverständlichkeiten wie Gesetzestreue oder das Erlernen der deutschen Sprache. „Wer widerspricht ihr da?“, wollte der Grünen-Chef wissen.

Mehr Türkischunterricht
Unterdessen trat der Vorsitzende des Deutschen Philologenverbandes, Heinz-Peter Meidinger, nachdrücklich dafür ein, die Angebote für Türkischunterricht als zweite oder dritte Fremdsprache an den bestehenden Gymnasien deutlich auszubauen. „Natürlich ist es wichtig, dass türkische Jugendliche auch in ihrer Muttersprache Unterrichtsangebote wahrnehmen können, genauso wie es erstrebenswert ist, dass mehr deutsche Jugendliche Türkisch bereits an der Schule lernen können“, sagte Meidinger.

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40 Kommentare
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  1. Melanie sagt:

    Na, dann gründen wir doch gleich eine Parallelgesellschaft hier in der jeder nach Herzenslust entscheiden kann nach welchen Gesetzen er oder sie leben kann, je nachdem es eben gerade passt.
    Wenn man jemand ermorden will dan nimmt man zum Beispiel die türkischen zur Hand und begründet die Untat mit der „Ehre“ weil ja „Ehrenmorde“ in der Türkei akzeptiert und an der Tagesordung sind.

    Deutsch zu lernen braucht man ja auch nicht, sollen doch die blöden Deutschen türkisch lernen.

  2. Hans sagt:

    Dazu muss man wissen das Erdogan in Deutschland lebende Türken egal ob sie eingebürgert werden selbst dann noch in erster Linie als Türken ansieht. Ich zieh jetzt in die Türkei und fordere eine Deutsche Schule vom türkischen Staat finanziert daneben einen Gebetsraum und sage egal wie lange ich hier dort lebe ich bin Deutscher und meine Nachkommen auch… Mal sehen ob ich in der Türkei damit gut ankommen würde ach ich vergesse ja weder finanziert der Staat deutsche Schulen dort weder akzeptiert er Kreuze geschweige denn den Neubau von Kirchen.

  3. Ali sagt:

    Also bevor man alles ablehnt und mit der Diskussion um die Prallelgesellschaft kontert, müsste man wissen, wie sich die Deutschen im Ausland sowie in der Türkei verhalten. Es gibt überall auf der Welt deutsche Schulen, so auch in der Türkei.
    Sie unterrichten in deutscher Sprache. Man kann doch nicht jede Diskussion um die Zulassung von Heterogenität, mit der Keule der Homogenität zu nichte machen…

  4. LI sagt:

    Ich gewinne Gefallen an erdogan.

    Ein kleines nebensächliches Statment eine türksichen Politikers und die gesamte deutsche Medienlandschaft unterstützt von irgendwelchen politischen Seichtwasserrethorikern heult auf als ginge es um die Existenz des Abendlandes.

    Völlige Nebensache, das in diesen türkischsprachiigen Gymnasien der deutsche Lehrplan gilt und am Ende das deutsche Abitur steht.

    Und Merkel entblödet sich nicht, mir und anderen pauschal Integrationsunwilligkeit vorzuwerfen, obschon ich länger Bundesbürger bin als Merkel, mein Abitur im Leistungskurs Deutsch absolviert habe und mir nicht mühsam in Rethorikkursen eine sächsische Sprachfärbung abgewöhnen mußte.

    Was die deutsche Politik da treibt ist gelebte Spaltung der Gesellschaft.

    Ausführungen zu den zig deutschen Schulen im Ausland auch in der Türkei spar ich mir heute mal.
    .
    LI

  5. Sugus sagt:

    Merkel ist von Geburt an Deutsche und sprach nie Sächsisch!
    Was Erdogan betreibt, ist gelebte Spaltung der Gesellschaft.

  6. LI sagt:

    Volltreffer:

    da heult schon wieder einer auf ohne nachzudenken. Du differenzierst / unterscheidest / spaltest also zwischen Deutschen und Deutschen.

    Richtig lesen. Ich habe nicht in Abrede gestellt, dass Merkel Geburtsdeutsche ist. Ich sagte Bundebürger und das bin ich mit Sicherheit länger als Merkel, oder habe ich historisch irgendwas mit dem einer DDR falsch verstanden.

    Ich war schon staatlich geprüfter Demokrat als Merkel als Sekretärin der FdJ für Agitation und Propaganda noch das hohe Lied des real existierenden Komunismus trällerte.

    Ich weiss nicht wie alt Du bist, aber ich erinnere mich gut an die ersten Reden von Kohl’s „Mädchen“ und das klang mir doch sehr sächsisch.

    LI

  7. Vati 5672 sagt:

    @Li
    Dann will ich das die kurdische Sprache im türkischen Parlament zugelassen wird. Es gibt türkische Schulen in Deutschland. Nur werden und sollten die nicht zu 100% von Deutschland finanziert. Ebenso wie die anderen ausländischen Schulen in Deutschland. Weise mir bitte nach wo Merkel Dir und anderen (Türken) PAUSCHAL IntegrationsUNwilligkeit vorwirft. Vielen Dank im voraus!
    Ist ja schön das Du einen Deutsch – Leistungskurs belegt hattest, freut mich für Dich, merkt man kaum.
    Nur sieht es bei den türkischen Schülern im Schnitt eher düster aus. Informiere dich.

    Vati 5672

    ps. Was hat Merkel mit Sächsisch zu tun?

  8. Kosmopolit sagt:

    @LI
    Völlige Nebensache, das in diesen türkischsprachiigen Gymnasien der deutsche Lehrplan gilt und am Ende das deutsche Abitur steht.

    Frage: In welcher Sprache??

    Nochmals, wer sich freiwillig in ein anderes Land begibt um dort ein neues Leben zu beginnen, kann nicht erwarten, dass ihm parallel dazu seine alte Heimat im Nebenzimmer zur Verfügung gestellt wird. Dann ist so eine Abwanderung obsolet.
    Übrigens, wer sich hier besser informiert, wird erkennen müssen, dass es schon mehrere
    Hundert Schulen sind, wo die türkische Sprache vermittelt wird. Schon etwas von Fethullah Gülen gehört??
    Was sich auf deutschem Boden an türkischen Verbänden tummelt, spottet jedweder Beschreibung. Die Probleme der türkischen Gesellschaft in deutschen Landen sind fehl am Platz.

  9. LI sagt:

    @Vati

    Hallo Vati

    da greift aber einer tief in die Mottenkiste.

    Erste Frage: was hat die Frage eines türkischen Gymnasiums in Deutschland mit der Sprache des türkischen Parlaments zu tun. nichts

    Von mir aus sollen die im Parlament kurdisch reden und im Bundestag dann auch, Dort vielleicht noch Plattdeutsch, Wir können auch Bayrisch zur Amtsprache erheben. Die Dänen bilden auch eine deutsche Minderheit und die Sorben. Dann auf das Dänische und Sorbische in den Bundestag. (Manchmal ödet mich das Niveau der Überfremdungsphobiker an)

    Ich finanziere mit meinen Steuergeldern, Waldorfschulen, Montesorischulen, private Eliteschulen, Internatsschulen, katholische Schulen, evangelische Schulen, warum nicht auch türkische Schulen. Wo ist das Problem.

    Lesen kannst Du Merkels Aussagen wohl selber. Einfach mal im Internet nachschauen. Vorlesen will ich nicht auch noch.

    Grüsse

    LI

  10. Mehmet sagt:

    Wie du siehst, können Sie das. Ungeachtet dessen, ob sinnfrei oder unsinning, schreiten unsere Mitkommentatoren voran und treten alles mit negativen Stempeln nieder. Also wie gewohnt 😀


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