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Migration und Integration in Deutschland

[Es würde im Interesse der deutschen Arbeiter liegen, wenn wir sie zu Fachkräften ausbilden.] Dafür müssen wir natürlich dann die relativ primitiveren Arbeiten … von ausländischen Arbeitskräften besorgen lassen.

Bundeswirtschaftsminister Ludwig Erhard, NWDR-Interview vom 9. April 1954

Türkische Presse Europa

07.01.2010 – Ole von Beust, Oury Jalloh, EU-Beitritt der Türkei

Die Europaausgaben türkischer Tageszeitungen greifen in ihren Donnerstagsausgaben überwiegend Auslandsthemen auf. In der Schweiz ist das Kopftuch an Schulen erlaubt; in Norwegen ist eine Türkin wegen Verspätung der Polizei und Krankenwagen gestorben. Weitere Themen des Tages sind…

Ole von Beust: Türkischunterricht in Kindergärten und Schulen
In seiner Neujahrsansprache an türkischstämmigen Migranten sagte der Hamburger Bürgermeister Ole von Beust, dass sie 2010 die Integrationsarbeit verstärken wollen. In diesem Zusammenhang finde von Beust auch wichtig, dass neben der deutschen Sprache an Kindergärten und Schulen auch Türkisch angeboten werden müsse. Hierüber berichten die türkischen Tageszeitungen ZAMAN, HÜRRIYET und TÜRKIYE.

Entscheidungstag im Todesfall in der Zelle
Fünf Jahre nach dem Brandtod des afrikanischen Asylbewerbers Oury Jalloh in einer Polizeizelle in Dessau wird das Bundesgerichtshof heute eine Entscheidung treffen, berichtet die MILLIYET. Jalloh war in seiner Zelle im Dessauer Polizeirevier an Händen und Füßen gefesselt, als das Feuer ausbrach.

Kein Vertrauen
HÜRRIYET Kolumnist Ahmet Külahci greift in seinem heutigen Kommentar die Debatte über die EU-Beitrittsverhandlungen auf. Seit 1963, schreibt Külahci, hätten viele Unionspolitiker Verträge mit der Türkei mit unterschrieben, mit dem Ziel eines EU-Beitritts der Türkei. Trotzdem würden sich heute CDU- und CSU-Politiker „zurückmogeln“. Auch wenn Altkanzler Gerhard Schröder gesagt habe, dass es kein „ein bisschen Schwangerschaft“ gäbe, gäbe es auch keine „ein bisschen Mitgliedschaft“, würde sich Bundeskanzlerin Angela Merkel dennoch für eine privilegierte Partnerschaft aussprechen.

Die CSU plädiere sogar dafür, die Beitrittsverhandlungen abzubrechen, weil man der Türkei gegenüber ehrlich auftreten und klar machen müsse, dass es zu keiner Vollmitgliedschaft kommen wird. Diese Forderung offenbare, so Külahci, bisherige Unehrlichkeit. In Bilateralen Beziehungen jedoch seien Kontinuität und Vertrauen wichtig. Dies müssten Unionspolitiker auch wissen. Wenn nicht, so Külahci abschließend, müssten sie es lernen.

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