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Migration und Integration in Deutschland

Bei dem Lebensalter der ausländischen Arbeitnehmer wirkt sich das z. Z. vor allem für die deutsche Rentenversicherung sehr günstig aus, weil sie weit höhere Beiträge von den ausländischen Arbeitnehmern einnimmt, als sie gegenwärtig an Rentenleistungen für diesen Personenkreis aufzubringen hat.

Ludwig Kattenstroth, Staatssekretär im Arbeitsministerium, März 1966, Bundesvereinigung der Dt. Arbeitgeberverbände, 1966

Thilo Sarrazin

Geistige Brandstiftung aus Langeweile

Thilo Sarrazin sorgt erneut mit provokanten Äußerungen für Schlagzeilen. Der Bild-Zeitung zufolge forderte er ein Kopftuchverbot für Schülerinnen und mehr Integrationsdruck auf Migranten. Seine Kritiker werfen ihm geistige Brandstiftung und das Schüren eines Kulturkampfes vor.

Ferner bezeichnete Sarrazin Kopftücher als „Symbol des Machtanspruchs des Mannes über die Frau“. Zur besseren Integration schlug er vor: „Erstens den Zuzug begrenzen. Zweitens diejenigen, die da sind, unter Integrationsdruck setzen. Politik und Gesellschaft müssen eine Erwartungshaltung herstellen.“ Außerdem würde er „in Schulen darauf bestehen, dass man Deutsch redet.“

Geistiger Brandstifter
Die Grünen-Bundesvorsitzende Claudia Roth kritisierte Sarrazins Äußerungen und forderte seine Entlassung aus dem Vorstand der Bundesbank. „Sarrazin ist in einem öffentlichen Amt längst nicht mehr zu rechtfertigen und gehört deshalb von der Bundesbank endlich gefeuert“, erklärte Roth in einer Pressemitteilung. Sarrazins Aussprüche zeigten „einmal mehr die Unfähigkeit, Minderheiten mit Respekt gegenüber zu treten“.

Infobox: Letzte Woche veröffentlichte die ARD eine Studie nach der sich nur 22 Prozent der Deutschen keine Sorgen machen, dass sich der Islam in unserer Gesellschaft zu stark ausbreitet. 39 Prozent haben ein wenig Sorge und 36 Prozent machen sich große Sorgen um eine Expansion des Islams.

Für Christine Buchholz (Die Linke), Mitglied des Parteivorstandes, ist der Vorstoß Sarrazins klar: „Er schürt weiter Ängste vor dem Islam.“ Sarrazins Angriffe seien in Kombination mit der Studie aus vergangener Woche “in höchstem Maße beunruhigend“ (siehe Infobox rechts). Sei es doch nicht das erste mal, dass in Zeiten wirtschaftlicher und sozialer Krise versucht werde, mit rassistischen Parolen von den Ursachen derselben abzulenken. „Sarrazin betätigt sich als geistiger Brandstifter“, so Buchholz.

Sarrazin hat Langeweile
Das Präsidiumsmitglied der Islamkonferenz, Badr Mohammed, bezeichnete Sarrazin in einem Bericht der „Berliner Morgenpost“ als einen „gefährlichen Prediger auf der christlichen Seite“. „Ich rufe Bundeskanzlerin Angela Merkel auf, diesen Kulturkampf so schnell wie möglich zu beenden“, sagte Badr.

Auch der Berliner Integrationsbeauftragte Günter Piening (Grüne) nahm Stellung zu Sarrazins provokanten Äußerungen. Das Kopftuchverbot sei „mit unserer Verfassung in keiner Form vereinbar“, sagte er der „Welt am Sonntag“. „Herr Sarrazin sollte ins Grundgesetz schauen: In unserem Land herrscht Religionsfreiheit“, sagte Piening weiter. Nach den jüngsten Äußerungen werde es wohl wieder eine Debatte um seine Funktion als Bundesbank-Vorstand geben. „Als Bundesbank-Vorstand wurde er vom Bundespräsidenten ernannt. Wenn so eine hoheitliche Institution so einen gefährlichen Unsinn erzählt, wird es schwierig“, so Piening.

Sarrazins Forderung nach einem Kopftuchverbot rief auch bei der SPD Unverständnis hervor. „Der Vorschlag ist weder neu, originell, realitätsnah noch verfassungsgemäß“, sagte der Parlamentarische Geschäftsführer, Christian Gäbler. „Ich weiß nicht, was Sarrazin dazu bewegt, vielleicht langweilt er sich in Frankfurt.“

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30 Kommentare
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  1. Selçuk sagt:

    „was man privat macht, bleibt jedem selbst überlassen. Ob die Frau zu Hause, beim Einkaufen oder beim Schlittschuhlaufen also ein Kopftuch, ein Prada-Kostüm oder einen Kartoffelsack trägt, ist nur ihre Entscheidung. Das muss jedem vollkommen egal sein, niemand darf hier jemandem was vorschreiben.“
    Absolut richtig!

    „Wenn sie aber eine öffentliche Rolle einnimmt, in diesem Fall eine Rolle als Arbeitnehmerin, muss sie kompromissbereit sein und sich an Dresscodes halten.“
    Wären Sie dann bitte so nett und beschreiben den Dresscode einer Arzthelferin im Detail? Also was genau muss sein und was darf nicht?

    „Wenn mein Arbeitgeber will, dass ich im Büro einen Anzug trage, dann muss ich das tun, ich trage viel lieber Jeans und T-Shirt, ich finde Krawatten schrecklich unbequem.“
    Sie können das nicht pauschal auf alle Berufe/Berufsgruppen übertragen. Es gibt auch Berufe, bei denen man diese Entscheidung frei treffen kann. Es gibt aber auch Berufe, wo es eine Kleiderordnung gibt, die auch sinnvoll ist. Evtl. können Sie mir ja auch den Sinn für ein Kopftuch-Verbot bezüglich der Tätigkeit einer Arzthelferin erläutern.

    „Wer entscheidet eigentlich, was eine Pseudo-Religion ist und was nicht? Gibt es in Deutschland schon einen religiösen Wächterrat, der darüber befindet?“
    Ich werde diese Entscheidung sicherlich nicht treffen können und würde es auch nicht. Wenn man sich aber die Formulierung Ihres Satzes anschaut, kann man nicht wirklich davon ausgehen, dass es in der Realität Menschen gibt, die nach einer solchen Religion leben. Falls Sie sich diese Religion nicht ausgedacht haben und sie wirklich existieren sollte, würde ich um eine Aufklärung bitten und würde den entsprechenden Teil meines Kommentars zurücknehmen.

  2. hoko sagt:

    Wären Sie dann bitte so nett und beschreiben den Dresscode einer Arzthelferin im Detail? Also was genau muss sein und was darf nicht?

    Das kann niemand zentral entscheiden, sondern muss dem Arbeitgeber überlassen sein. In Berlin-Kreiuzberg dürfte es kein Problem sein (mir persönlich wäre es auch egal), anderswo schon. Wenn also durch eine Arzthelferin im Kopftuch Patienten abgeschreckt werden, dann muss ein Arzt (also Arbeitgeber) das Recht haben, zu verlangen, dass das Kopftuch runter muss, sonst geht er Bankrott. In diesen Arztpraxen hat ein Kopftuchverbot also Sinn, weil sonst evtl. auch Arbeitsplätze der nicht-religiösen Kollegen gefährdet sind. Es gibt zum Glück kein zentrales Gremium, was entscheidet, was sein darf und was nicht. Es mag Firmen geben, in denen man in Jeans in Arbeit geht, bei meiner ist das nicht der Fall, wir haben Klienten, die Wert darauf legen, dass man ordentlich angezogen ist, also muss ich kompromissbereit sein.
    Was mich so an religiösen Muslimen stört ist deren Kompromisslosigkeit. Sie sind nicht bereit, sich einen Zentimeter zu bewegen. Es muss alles sein, alle anderen müssen sich umstellen, müssen sich öffnen, müssen tolerant sein. aber selbst bewegt man sich keinen Zentimeter. Diese Form von Egoismus stört mich wirklich.
    Ich bin nicht religiös, mir ist Religion (ob Islam, Scientology, Katholizismus oder Satanismus) herzlich egal. Wenn in einer Gesellschhaft alle kompromisslos ihre religiösen Partikularinteressen ausleben (wie es manche (!) Muslime fordern), dann wird Zusammenleben in einer Gesellschaft schwierig. Der eine fordert dies, der andere dies, der nächste das. Eine Gesellschaft zerfällt so. Deshalb sollte Religion Privatsache sein und man sollte es im Privaten ausleben. Sobald man aber Kontakt mit anderen hat, sollte man sich etwas zurücknehmen

  3. Selçuk sagt:

    Aus der Sicht eines nicht-religiösen Menschen ist es vielleicht einfacher zu sagen, dass man sich da zurückhalten soll. Doch wie soll sich denn eine Frau, die aufgrund ihrer religiösen Überzeugung ein Kopftuch tragen möchte, sich in der Hinsicht zurückhalten? Also einfach weg mit dem Kopftuch? Fragen Sie sich denn auch, wie schwer oder einfach es ist sich in dieser Form zurückzuhalten?

    Sie sagen, dass die Kunden bzw. die Patienten wegen dem Kopftuch abgeschreckt sein könnten. Genau das ist ja das Problem, wie ich es bereits in meinem früheren Kommentar formuliert hatte.

    „Was mich so an religiösen Muslimen stört ist deren Kompromisslosigkeit. Sie sind nicht bereit, sich einen Zentimeter zu bewegen. Es muss alles sein, alle anderen müssen sich umstellen, müssen sich öffnen, müssen tolerant sein. aber selbst bewegt man sich keinen Zentimeter. Diese Form von Egoismus stört mich wirklich.“
    Wie viele solcher Muslime kennen Sie denn persönlich?

    Sie verzichten mit Ihrer Kompromissbereitschaft auf ein bequemes Kleidungsstil auf der Arbeit. Kann man das wirklich mit dem Absetzen des Kopftuchs vergleichen?

  4. HoKo sagt:

    @ selcuk
    „Aus der Sicht eines nicht-religiösen Menschen ist es vielleicht einfacher zu sagen, dass man sich da zurückhalten soll. Doch wie soll sich denn eine Frau, die aufgrund ihrer religiösen Überzeugung ein Kopftuch tragen möchte, sich in der Hinsicht zurückhalten? Also einfach weg mit dem Kopftuch? Fragen Sie sich denn auch, wie schwer oder einfach es ist sich in dieser Form zurückzuhalten?“

    Nein, nicht einfach weg, sondern dort weg, wo es unbedingt sein muss. Beim Einkaufen, beim Spazieren gehen und sonst wo kann sie von mir aus auch einen Kartoffelsack (von mir aus in Kombination mit Kopftuch) tragen. das ist mir egal. Es mag ja sein, dass sie ein Kopftuch auch am Arbeitsplatz tragen möchte, der Arbeitgeber und die kollegen und die Kunden möchten es aber nicht und vielleicht wäre es dann ganz gut, wenn man nicht zu 100% auf seinen Partikularinteressen besteht, sondern kompromissbereit ist und am Arbeitsplatz das Kopftuch ablegt. Die Woche hat 168 Stunden, am Arbeitsplatz ist man 40 Stunden. Das sollte drin sein.

    Und mal so neben bei: Es gibt zahlreiche Muslime, die argumentieren, dass das Kopftuch keine religiöse Pflicht darstellt, dass man also genauso gut ohne Kopftuch ein guter Muslim sein kann.

    „Sie sagen, dass die Kunden bzw. die Patienten wegen dem Kopftuch abgeschreckt sein könnten. Genau das ist ja das Problem, wie ich es bereits in meinem früheren Kommentar formuliert hatte.“

    Das mag sein, das ist evtl. ein problem. Esist genauso ein problem, wenn religiöse Muslime mit einer „alles oder nicht haltung“ agieren. Das schaukelt sich dann hoch. Sie verlangen aber nur von der Mehrheitsgesellschaft Anpassung, die muss sich ändern, religiöse Muslime nicht.

    „Sie verzichten mit Ihrer Kompromissbereitschaft auf ein bequemes Kleidungsstil auf der Arbeit. Kann man das wirklich mit dem Absetzen des Kopftuchs vergleichen?“

    Warum eigentlich nicht? Was mich an Ihrer Argumentation stört, ist die Einseitigkeit. Sie haben einen, aber auch nur einen Adressaten, der sich ändern muss und das ist die Mehrheitsbevölkerung. Die religiösen muslime null komma null. Deren religiöse Rechte sind sakrosant, man darf nicht einmal darüber diskutieren. Integration ist für sie ein einseitiger anpassungsprozess der mehrheitsbevölkerung an die religiösen Partikularinteressen der Minderheit. Sie brauchen sich nicht wundern, wenn dieses Verständnis abglehnt wird.

  5. Selçuk sagt:

    Sie brauchen eigentlich mir nichts zu unterstellen, da uns das bei unserer Diskussion überhaupt nicht weiterhilft. Ich bin nicht der Meinung, dass meine Argumentation einseitig wäre. Ich möchte nur den Sinn eines Kopftuch-Verbots, bezogen auf den Beruf einer Arzthelferin, verstehen können. Das einzige Argument, das Sie bringen, ist, dass die Mehrheitsgesellschaft etwas gegen das Tragen des Kopftuchs hätte und sich die betroffenen Personen deshalb anzupassen haben. Nur, warum lehnt die Mehrheitsgesellschaft es ab? In meinen Augen ist diese Argumentation nicht schlüssig, denn dann könnte die Mehrheitsgesellschaft einer Minderheit alles Mögliche vorschreiben.

    „Und mal so neben bei: Es gibt zahlreiche Muslime, die argumentieren, dass das Kopftuch keine religiöse Pflicht darstellt, dass man also genauso gut ohne Kopftuch ein guter Muslim sein kann.“
    Ich bin einer von diesen Muslimen.

    Bei solchen Diskussionen stört es mich sehr, dass manche Menschen es sich zu einfach machen und sich mit der Komplexität einer solchen Fragestellung nicht beschäftigen bzw. sich nicht beschäftigen wollen, vor allem, wenn sie nicht selbst zu den Betroffenen gehören. Wenn ich versuche (für mich) eine Antwort zu finden, versetze ich mich in die Lage aller Parteien. Ich persönlich finde bspw. sehr traurig und auch beschämend, wenn manche (ich kenne die genaue Zahl nicht) Gemeinden versuchen den Muezzinruf in Deutschland durchzusetzen. In so einem Fall kann ich absolut nachvollziehen, dass sich nicht-religiöse bzw. Angehörige anderer Religionen zur Wort melden und Ihre ablehnende Haltung öffentlich bekannt geben. Dabei finde es sehr vorbildlich, wenn diese Personen Ihre Stellung ganz sachlich darlegen. Dabei müssen sie nicht mal eine Mehrheit darstellen. Wer sich aber für eine verachtende Ausdrucksweise entscheidet, wird von meiner Seite kein Verständnis bekommen.

    Ich stelle Ihnen noch einmal die Frage: Wie viele dieser kompromisslosen Muslime kennen Sie persönlich und um welche Entscheidungen geht es dabei?

  6. HoKo sagt:

    Natürlich sind Sie kompromisslos und einseitig, denn in Ihrer Argumentation muss sich nur einer nicht ändern: die Gruppe religiöser Muslime. Das kommt für sie gar nicht in Frage, alle anderen müssen tolerant sein und ein Stück kompromissbereit sein, nur die Rechte der muslimischen kopftuchtragenden Arzthelferin (um das Beispiel noch mal aufzugreifen) sind absolut. Das ist für mich unverständlich.
    Zu Ihrer Frage:
    Ich kenne einige Personen mit Migrationshintergrund, ich weiß nicht, ob sie religiös sind oder nicht. Ich vermute einmal nicht. Ich kenne aber auch keine religiösen Katholiken, Satanisten oder Scientologen. Mir macht Religion eher Angst, ich meide frömmelnde Gestalten egal welcher (Aber-)Glaubensrichtung.

  7. Selçuk sagt:

    Haben Sie sich meinen Kommentar durchgelesen?

  8. Boli sagt:

    “Und mal so neben bei: Es gibt zahlreiche Muslime, die argumentieren, dass das Kopftuch keine religiöse Pflicht darstellt, dass man also genauso gut ohne Kopftuch ein guter Muslim sein kann.”
    Ich bin einer von diesen Muslimen.

    Ich glaube wenn man das in der muslimischen Community zur Diskussion stellen würde wäre der Krach groß. Von Ja-Stimmen bis Morddrohungen wäre alles dabei. Allerdings bin ich sicher das die Muslime in der Tat daran und schon sehr bald nicht mehr vorbeikommen. Sie müssen sich dem Thema und allen weiteren religiösen Fragen und Unklarheiten stellen ansonsten seh ich schwarz für die Zukunft.

    Wenn ich versuche (für mich) eine Antwort zu finden, versetze ich mich in die Lage aller Parteien. Ich persönlich finde bspw. sehr traurig und auch beschämend, wenn manche (ich kenne die genaue Zahl nicht) Gemeinden versuchen den Muezzinruf in Deutschland durchzusetzen.

    Indirekt gesehen hängt der Muezzinruf durchaus mit der Ablehnung von Minaretten generell zusammen. Das Problem ist das man Glockentürme und Minarette nicht pauschalisiert gleichsetzen kann.
    Dafür gibt es mehrere Gründe:
    1. Glockengeläut lädt ein in die Kirche zu kommen oder gibt auch einfach die Zeit vor. Der Muezzinruf lädt auch ein in die Moschee zu kommen, jedoch ist die Botschaft dadurch das diese von einem Menschen unter Verwendung von Worten überbracht wird in mehrfacher hinsicht problematisch.
    a) Glockengeläut wird von vielen Menschen vorausgesetzt es sind harmonisch klingende Glocken als etwas vom Hörempfinden ästhetisches betrachtet. Beim Muezzinruf ist die Lage schwieriger, da es zum Einen darauf ankommt wie harmonisch die Stimme klingt und das Verständnis von Singen ist nach europäischem Empfinden ein Anderes als bei Kulturen des Nahen Ostens.
    b)Diese Art des „Singens“ wird denke ich von vielen Menschen befremdlich und irgendwie langgezogen, zäh und unharmonisch empfunden.
    c)Desweiteren steckt im Muezzinruf folgende (ungefähre) Botschaft:
    Ihr Gläubigen kommt zum Heil, zum Gebet. Allah ist der Größte und Mohammed ist sein Prophet. Es gibt keinen Gott außer Allah.
    Eigentlich könnte man dies nicht weiter als schlimm empfinden da z.B. selbst arabische Christen Gott mit Allah anrufen. Jedoch tun die vergangenen und gegenwärtigen gewaltsamen Zusammenstöße zwischen islamischer und westlicher Welt ihr Übriges dazu das der Muezzinruf als Bedrohung gesehen wird.
    d) Ein weiterer Einwand ist dann noch die Häufigkeit nämlich eigentlich 5 mal am Tag was wohl nicht wenige Menschen wahnsinnig machen würde.

    Also kann man Glockenläuten und Muezzinruf nicht gleich behandeln, zumal Glockenläuten sogar noch weitere Funktionen erfüllt hat. Bei Feuer in der Stadt z.B. wurden diese ebenso geläutet. Die Glocken hatten also von jeher weltliche wie religiöse Bedeutung.

    Was also Kopftücher, Minarette usw. angeht ist dies nichts anderes als ein Kulturkampf der zwar immer wieder als nicht existent beschrieben wird, aber was anderes sollen die Konflikte denn sonst sein? Ich meine selbst die Türkei als teilsäkularisierter Staat hat haargenau diese Konflikte innerhalb der Gesellschaft noch lange nicht zur Zufriedenheit gelöst und deshalb wurde der Konflikt einfach mal so hierher exportiert was ich persönlich nicht als die feine englische Art empfinde weil unsere Gesellschaft ebenso schon genug andere Probleme hat. Ich glaube viele Menschen würden sich am liebsten damit gar nicht befassen müssen, da es sie letztlich eigentlich nur nervt.
    Allerdings finde ich es bemerkenswert, das ausgerechnet im Iran und Irak Muslime zu tausenden heimlich und selbst unter der Gefahr durch Glaubensübertritt mit dem Tode bestraft zu werden zum Christentum konvertieren. Das zeigt deutlich das die „islamischen“ Regime vor einer immer größer werdenden Krise stehen und die Legitimation von der Basis entzogen bekommen.
    http://www.heute.de/ZDFheute/inhalt/16/0,3672,7958224,00.html
    Das läßt vielleicht hoffen das ausgerechnet aus dieser Gegend in Zukunft eine neue Botschaft kommen wird. Aber ich glaube der Islam hat seinen Tiefpunkt noch nicht wirklich erreicht. Vielleicht wird er aber danach geläutert hervorgehen. Dann gäbe es auch keinen Grund für Feindschaft mehr.

  9. HoKo sagt:

    Ja, ich habe ihn gelesen und in der Causa Kopftuch bleiben Sie kompromisslos und beharren darauf, dass sich alle ändern müssen nur die Arzthelferin nicht. Wenn es Leute gibt, die ein Kopftuch stört, so wie es Leute gibt, die es stört, wenn ich in Jeans ins Büro käme, dann kann man nicht nur sagen: Leute, stellt euch nicht so an und seit mal tolerant. Mich würde interessieren, ob die betroffene Person für eine Sekunde mal drüber nachgedacht hat, den Konflikt zu lösen, in dem Sie das Kopftuch in der Arbeitszeit abnimmt. Gerade weil ein Kopftuch eben keine islamische Pflicht ist, wäre das aus meiner Sicht nicht zu viel verlangt.

  10. Selçuk sagt:

    Alles klar, lassen Sie uns bitte hier einen Punkt setzen. Diese Diskussion weiterzuführen macht in meinen Augen keinen Sinn.


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