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Migration und Integration in Deutschland

So, wie wir mit den Minderheiten umgehen, die bei uns leben, so erwarten wir auch, dass Titularnationen mit den deutschen Minderheiten umgehen.

Angela Merkel, Aussiedler- und Minderheitenpolitik in Deutschland, 2008

TU Clausthal

Studienangebot für hochqualifizierte Zuwanderer

Hochqualifizierte Menschen mit Migrationshintergrund haben es schwer auf dem deutschen Arbeitsmarkt. Oft jobben Akademiker als Hilfskräfte. Das neue Projekt „Studienerfolg für hochqualifizierte Migranten“ der TU Clausthal, das in Niedersachsen in ähnlicher Form nur noch die Uni Oldenburg anbietet, soll dies ändern.

Tausende der in Deutschland lebenden Migranten haben Leistungen an einer Hochschule in ihrer Heimat erbracht, die hierzulande in der Regel nicht anerkannt werden. Damit diese hochqualifizierten Zuwanderer dem Arbeitsmarkt nicht als benötigte Fachkräfte im Ingenieurwesen verloren gehen, sollen sie in relativ kurzer Zeit einen deutschen Studienabschluss erwerben können. An der Technischen Universität Clausthal bezieht sich das Angebot insbesondere auf Studiengänge im Bereich Energie und Rohstoffe.

Angesiedelt ist das neue Projekt, das vom Landesinnenministerium gefördert wird, am Internationalen Zentrum Clausthal (IZC). „Wir gucken mit den Migrantinnen und Migranten, wie die vorhandenen akademischen Leistungen und Interessen optimal in ein weiterführendes Studium eingebracht werden können. Außerdem sprechen wir über Fördermöglichkeiten und Sprachunterricht“, erläutert Dr. Almut Steinbach. Neben der Geschäftsführerin des IZC ist insbesondere Diplom-Wirtschaftsingenieuer Heiner Berger Ansprechpartner für die neue Initiative.

Bevor Berger als „Koordinator für Studierende mit Migrationshintergrund“ in die Beratung einsteigt, muss das Modellprojekt bekannt gemacht werden. Beispielsweise auf dem „Begegnungstag der Sprachen und Kulturen“ am 7. November in Goslar, auf dem das Internationale Zentrum Clausthal auch die Idee „Sprachentandem“ vorstellt. Eine weitere Möglichkeit, Hochqualifizierte mit Migrationshintergrund zu erreichen, bietet sich etwa im Grenzdurchgangslager Friedland. Außerdem sollen die Clausthaler Professoren als Multiplikatoren für das Angebot gewonnen werden.

„Ist das Projekt erst einmal angelaufen“, sagt Berger, „wollen wir auch den Kontakt zwischen Studierenden und der Wirtschaft pflegen, etwa über Praktika.“ Durch die Nähe zur Industrie schon im Studium wird der spätere Einstieg in den Arbeitsmarkt erleichtert. Um als akademisch gebildeter Zuwanderer unkompliziert einen deutschen Studienabschluss zu erwerben, bietet wiederum Clausthal-Zellerfeld ein hervorragendes Umfeld. „Es erwartet Sie ein buntes Gemisch der Nationen und Kulturen. Mehr als ein Drittel der Clausthaler Studierenden ist internationaler Herkunft“, betont Frau Steinbach. Geprägt von der traditionsreichen Hochschule heißt der Oberharz seit mehr als 200 Jahren Gäste aus aller Welt willkommen.

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