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Migration und Integration in Deutschland

[Die Verhinderung der Sesshaftmachung] würde den Vorteil haben, dass das Interesse an einer Familienzusammenführung zurückgeht und damit uns erheblich geringere Infrastrukturkosten entstehen würden.

Ein Vertreter der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, Weber, 1974

NRW-Einbürgerungskampagne

Doppelpass für Migranten der ersten Generation

Die Nordrhein-Westfälische Landesregierung startet angesichts rückläufiger Einbürgerungszahlen eine Einbürgerungskampagne, mit der man vor allem türkische Staatsbürger ansprechen möchte. Selbst die Duldung der Doppelstaatlichkeit für Migranten der ersten Generation ist im Gespräch.

Zehn Städte, 500 Großflächen, 50 Veranstaltungen. Ende August fällt der Startschuss. Kufen, der Integrationsbeauftragte, will sie alle erreichen. Die Kroaten, die Italiener, die Afrikaner – vor allem aber die Türken. Ab Ende August soll in den zehn Städten in Nordrhein-Westfalen mit dem größten Ausländeranteil die deutsche Staatsbürgerschaft auf Plakatflächen angepriesen werden.

Der Integrationsbeauftragte der Landesregierung, Thomas Kufen (CDU), sagte gegenüber dem Internetportal Der Westen, dass sie den Menschen damit die Vorteile vermitteln wollen, die sie mit einem deutschen Pass haben. Dazu gehöre die freie Berufswahl, die Visa-Freiheit, aber auch die Teilnahme an Wahlen und die Möglichkeit, sich in öffentliche Ämter wählen zu lassen. Die Landesregierung sei sich bewusst, dass man das Thema jetzt verstärkt angehen müsse. Die Einbürgerung sei nämlich ein „Ausdruck gelungener Integration in unserer Gesellschaft.“

Nachholbedarf bestehe insbesondere in der Handhabung mit der ersten Generation. Dabei denkt Kufen etwa daran die Anforderungen der Sprachtests zu senken, um die sprachlichen Hürden, die für alte Menschen oft unüberbrückbar sind, abzubauen. Auch könne darüber diskutiert werden, ob die Ausstellung eines deutschen Passes unter Duldung der Doppelstaatlichkeit für Migranten der ersten Generation eingeführt werden soll.

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56 Kommentare
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  1. Teleprompter sagt:

    Es gibt Schlimmeres.

  2. Mehmet sagt:

    Es ist schwierig, die Übersicht bei so einer schnellen Diskussion zu behalten. Da gebe Ich ihnen recht. Daher zitiere Ich Sie am besten nochmal:

    „Nicht ich , sondern der deutsche Staat und die Gesellschaft hat Probleme mit Teilen der Migranten, und das sind nicht Spanier, oder Kanadier, oder Vietnamesen.“

    Die Kriminalität der Migranten als Faktor für die Probleme, die der Staat und die Gesellschaft habe…

  3. Mehmet sagt:

    Anteil der Kriminellen an der Subgruppe= Anzahl der Kriminellen/ Anzahl der Bevölkerung der Subgruppe

    Anteil der Kriminellen Deutschen = Anzahl der Kriminellen Deutschen / „rein“ deutsche Gesamtbevölkerung = 2%

    Anteil der Kriminellen Türken = Anzahl der Kriminellen Deutschen / „rein“ türkische Gesamtbevölkerung = 6%

    Anteil der Kriminellen Italiener = Anzahl der Kriminellen Italiener / „rein“ italienische Gesamtbevölkerung = 12%

  4. Non-EU-Alien sagt:

    „Ich bin auch kein Moslem und auch kein gebürtiger Türke, aber HIER geht es um das Thema, und darum befasse ich mich damit. Sie nicht?“

    Um welches Thema geht es denn um den Artikel, Sie Witzbold? Lesen Sie sich doch noch mal nur den Titel durch! Aber Sie wollen uns hier IHR eigenes Thema auftischen, welches augenscheinlich antitürkisch ist. Wenn man sich den Artikel durchliest, dann kommt einmal Türken vor (und das neutral), liest man sich Ihre Postings durch, dann kommt Türke ein halbes Dutzend mal vor (und das nicht neutral). Von daher lasse ich es auf Ihre ***phobie hier weiter zu reagieren. Schönen Abend noch!

  5. Non-EU-Alien sagt:

    Ach, Sie sind selbst Doppelstaatler? Sie sind aber gegen die doppelte Staatsangehörigkeit! Sehr logisch!!! Zu Ihrem preferred club fällt mir spontan folgends ein:

    „All animals are equal, but some animals are more equal than others…“

    …und zu folgendem Spruch

    „Solange er der Allgemeinheit hier nicht zur Last fällt (es gibt immer Sonderfälle oder Humanitäres!), seine Steuern zahlt und nicht kriminell wird, habe ich damit keine Probleme. Sollte das nicht so sein, dann sehe ich darin einen massiven Missbrauch von Gastrecht.“

    …kann ich nur sagen: Wann fällt einer denn der Allgemeinheit zur Last? Wenn er etwa 30 Jahre hier gearbeitet hat und 30 Jahre in die Sozialkassen bezahlt hat und sich jetzt arbeitslos melden muss und evtl. sogar Hartz IV bekommt? Aber Sie werden dass hier bestimmt als Sonderfall klassifizieren, es ist aber eher der Regelfall.

    Ich sehe schon, es macht keinen Sinn! Wie auch immer, die Postings auf diversen anderen Internetseiten lassen mich immer mehr und mehr erschrecken, wie eigentlich die öffentliche Meinung in dieser Republik ist.

  6. Non-EU-Alien sagt:

    Klar gibt es Schlimmeres, aber es sollte einem zu denken geben…

  7. Non-EU-Alien sagt:

    Blödsinn!!! Deutschland brauchte in den 60ern keine Ingenieure, sondern anatolische Handlanger, und die hat Deutschland dann importiert, so sieht es aus. Aber ich sehe, dass sie ihre eigene Wahrheit haben.

  8. Markus Hill sagt:

    Ich möchte mich da von der Wortwahl nicht auf Ihr Niveau begeben. Vielleicht haben Sie andere Dinge als ich über die Geschichte und Motivationslage bei der damaligen Gastarbeiteranwerbung gelesen. Ihre Antwort „Blödsinn“ passt nicht zu der vorab gewünschten Äusserung, konstruktiv zu diskutieren. Was GENAU ist „Blödsinn“?

  9. Markus Hill sagt:

    Sie haben Recht, dass ist so ein Fall. Auch ein Gastarbeiter, der normal 30 Jahre in die Rentenkasse eingezahlt hat ist so ein Fall. Es gibt Kriminalität – Belastung als Extremfall.
    Richtig, Ungleiches sollte man ungleich behandeln. Es tut mir leid, dass Sie nicht zur präferierten Einwanderergruppe zählen. Es ist aber nicht meine Schuld.
    Ich habe gerade nicht gesagt, dass ich prinzipiell gegen die doppelte Staatsangehörigkeit bin. Lediglich habe ich Vermutungen angestellt, warum man da verschiedene Klassen von Bürgern in diesem Lande geschaffen hat.
    Zu der öffentlichen oder veröffentlichten Meinung in diesem Lande ist zu sagen, dass man froh sein kann, dass die Diskussion auch bei Migrationsthemen viel mehr Freiheitsgrade gewonnen hatte. Die Probleme werden jetzt offen diskutiert, es ist ein produktiver Druck in die Thematik. Weiterhin mit Schmuse- und Verschweigekurs aus falscher Rücksichtnahme oder falschen Harmonieverständnis vorzugehen, hätte die Probleme nur verschlimmert. Wenn der Deckel weiter so draufgeblieben wäre, hätten wir schon in grosser Anzahl rechtskonservative (nicht rechtsextrem!) Wähler auf den Plan gerufen. Sie haben gesehen, dass Herr Koch in Hessen bei den Wählern mit unsachlichen Hetzprogrammen keinen Erfolg hatte. Deshalb kann ich Ihre Besorgnis da in keinster Weise teilen. Im Gegenteil, durch einen solchen Druck entstehen soche Internetseiten wie migazin.de.;-)

  10. Markus Hill sagt:

    Sehr unsachlich. Anti-türkisch? Wir haben hier eine sehr stark Türken-bezogene Seite – es werden vorrangig Türken-bezogene Themen diskutiert, also kann der Herr (ich muss da keinesfalls seine Ansichten teilen) schlecht oft von Afghanen schreiben. Auf diesen Seiten wird oft zu Recht (!) und Unrecht die deutsche Seite kritisiert. Ich käme nicht auf den Gedanken, dass jemand da anti-germanisch argumentiert. Es liegt in der Sache, dass Deutsche und Türken hier über Probleme, Meinungen, Befindlichkeiten und Lösungsansätze diskutieren.


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