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Migration und Integration in Deutschland

Wenn ich mir die Hauptschulen in Ballungszentren anschaue, sehe ich es als zentralen bildungspolitischen Auftrag für diese Schulart, dass sie […] Schülern ein niederschwelliges Bildungsangebot macht […]. Gerade für Jugendliche mit Migrationshintergrund.

Präsident der Kultusministerkonferenz Ludwig Spaenle (CSU), taz, 20. Januar 2010

Bürger des Ruhrgebiets

Gülseren Celebi und Murat Vural

„Bürgerschaftliches Engagement ist ein unverzichtbarer Eckpfeiler unserer Gesellschaft, der die hauptamtlichen und professionellen Strukturen insbesondere in der Integrationsarbeit ergänzt. Daher freue ich mich heute zwei Menschen mit Zuwanderungsgeschichte zu ehren, die Vorbildliches für den Integrationsprozess im Ruhrgebiet getan haben: Frau Gülseren Celebi und Herrn Murat Vural“, erklärte Integrationsminister Armin Laschet gestern in seiner Laudatio anlässlich der Verleihung der Auszeichnung „Bürger des Ruhrgebiets“ in Essen durch den Verein pro Ruhrgebiet.

DATUM5. Mai 2009

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Da in den Städten des Ruhrgebiets viele Menschen mit Zuwanderungsgeschichte leben, sind hier neue Ideen für den Integrationsprozess besonders gefragt. In Dortmund haben 31,8 Prozent der Bevölkerung eine Zuwanderungsgeschichte, in Duisburg 24,3 Prozent und in Essen 21,7 Prozent. Minister Laschet: „Dass sich auch Zugewanderte für die Region und ihre Menschen einsetzen, zeigen die beiden neuen Ehrenbürger mit ihrem großen Engagement und ihrer Hartnäckigkeit, neue Ideen in die Tat umzusetzen. Diese Arbeit ist gerade in schwierigen Zeiten besonders wichtig, denn sie stärkt das Zusammengehörigkeitsgefühl in unserem Land.“

Gülseren Celebi
Frau Gülseren Celebi [pdf] ist 1972 im Alter von zehn Jahren nach Deutschland gekommen und hat durch ihre eigene Geschichte erfahren, wie wichtig eine aktive Integrationsarbeit ist. In ihrer Jugend nahm sie oft an Veranstaltungen der Initiative zur Förderung ausländischer Kinder (IFAK) teil, der sie jetzt durch ihre eigene Arbeit zu einem weiteren und wichtigen Zweig verhalf. Seit 1995 betreut und fördert sie mit ihren mittlerweile 27 Mitarbeiterinnen, Familien in Notsituationen, die sich in ihrer Sorge ans Jugendamt wenden und gibt Frauen und Mädchen mit Zuwanderungsgeschichte dadurch eine Stimme. Ihr ist es wichtig, Menschen in Notsituationen zu unterstützen, sowie ein gegenseitiges Verständnis zwischen den Kulturen aufzubauen.

Neben ihrer Arbeit für das IFAK ist Celebi Mitglied im Vorstand des Vereins Interkultur e.V. der IFAK und Gründerin des Frauenvereins MONA e.V., der vor einigen Jahren aufgelöst wurde. Sie war auch eine der ersten, die sich bei der vom Integrationsministerium ins Leben gerufenen landesweiten Aktion „Ihre Freiheit, seine Ehre“ ehrenamtlich engagiert haben. Durch ihre vielseitige Arbeit war und ist sie eine der aktivsten Ehrenamtlerinnen im Umkreis.

Murat Vural
Herr Murat Vural [pdf] hat 2004 den interkulturellen Bildungs- und Förderverein für Schüler und Studenten (IBFS) in Castrop-Rauxel gegründet, durch den er Schülern mit Zuwanderungsgeschichte neue Perspektiven eröffnet. An mittlerweile sieben Schulen in fünf Städten des Ruhrgebiets werden zurzeit 300 Schüler durch 100 ehrenamtliche Helfer betreut. Sie erhalten Hilfe bei den Hausaufgaben, bei Vorbereitungen auf Prüfungen und auch bei der Bewerbung für eine Ausbildungsstelle. Bis 2014 möchte Vural 8000 Kinder unterstützen. Die Tatsache das Bildung und Verständigung einfach und effektiv zur Integration beitragen können sind Grund für die Auszeichnung. Der IBFS ist Vurals Lebenswerk, aufgebaut mit Hartnäckigkeit, Durchsetzungsvermögen, Ausdauer und einer gehörigen Portion Mut. Vural dient dem Verein nicht nur durch sein Engagement, sondern ist den Kindern durch seine eigene Lebensgeschichte auch ein gutes Vorbild.

Minister Laschet: „Wir haben Menschen gesucht, die in ihrer Region Vorbildliches für die Integration geschaffen haben. Menschen, die durch ihr Engagement nachhaltige Veränderung erreichen wollten und die Integration und den Austausch der Kulturen vorantreiben. Mit Frau Celebi und Herrn Vural haben wir zwei hervorragende Beispiele für solche Persönlichkeiten gefunden.“ Die Projekte der beiden Preisträger zeichnen sich durch ihre engagierten Bemühungen für Integration im Ruhrgebiet und ihre Nachhaltigkeit aus.

Seit 1981 verleiht der Verein pro Ruhrgebiet jährlich den Preis „Bürger/in des Ruhrgebietes“. Das Ziel ist es, Bürgerinnen und Bürger der Region zu ehren, die sich positiv für das Leben in der Region und ihre Mitmenschen einsetzen. Sie sind sowohl Vorbilder, als auch Botschafter eines positiven Bildes des Ruhrgebiets. Seit 2004 nominiert nicht mehr nur der Vorstand seine Favoriten. Mittlerweile gibt es auch eine öffentliche Ausschreibung, bei der die Jury nach einem thematischen Schwerpunkt Bürger und Bürgerinnen zur Wahl stellt. Ab dem Jahr 2008 stellte das Management vom CentrO Oberhausen dazu einen Förderpreis bereit.

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