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Migration und Integration in Deutschland

Wir haben unsere Behörden über Jahrzehnte in eine Abschottungskultur hineinentwickelt. Man hat gesagt: Haltet uns die Leute vom Hals, die wollen alle nur in unsere Sozialsysteme einwandern. Jetzt müssen wir deutlich machen, dass wir Fachkräfte brauchen, dass wir um sie werben müssen.

Peter Clever, Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, April 2013

Angela Merkel

„Dialog mit Muslimen ist unabdingbare Voraussetzung zur Integration“

Bundeskanzlerin Angela Merkel forderte die Kirchen auf, sich stärker in die politischen Debatten einzumischen. Die CDU-Chefin betonte dabei unter anderem die Bedeutung des interreligiösen Dialogs und bezeichnete den gesellschaftlichen Dialog mit Muslimen als eine unabdingbare Voraussetzung zur Integration.

Bundeskanzlerin Angela Merkel forderte am Dienstagabend bei einem Besuch der Katholischen Akademie in Berlin die Kirchen auf, sich stärker in die politischen Debatten einzumischen. Die CDU-Chefin betonte dabei unter anderem die Bedeutung des interreligiösen Dialogs und bezeichnete den gesellschaftlichen Dialog mit Muslimen als eine unabdingbare Voraussetzung zur Integration.

Die Kanzlerin bekannte sich in ihrem Vortrag klar zum christlichen Menschenbild als Leitlinie für ihr politisches Handeln. Dazu zähle, dass der Mensch als einzigartiges Geschöpf Gottes zur „Freiheit in Verantwortung“ und dem Wunsch, seine Fähigkeiten entfalten zu wollen, berufen sei. Der Mensch habe als Geschöpf Gottes eine unteilbare und unantastbare Würde, so Merkel.

Das christliche Menschenbild in der Politik habe insoweit auch Bedeutung etwa für die Familien- und Integrationspolitik, sagte Merkel weiter. Werte wie das christliche Menschenbild seien Grundprinzipien eines dauerhaften Zusammenhalts der Gesellschaft. Sie wünsche deshalb eine weitere „und manchmal noch lautere Einmischung“ der Kirchen in gesellschaftliche Themen wie die weltweite Finanzkrise.

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22 Kommentare
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  1. Markus Hill sagt:

    Vielleicht wäre es manchmal hilfreich, den Ton nicht so in den Vordergrund zu stellen und sich inhaltlich mit den Punkten auseinanderzusetzen. Meines Erachtens arbeitet der Herr zugegebenermassen etwas scharf und provozierend. Gut erscheint mir dabei, dass er die grundsätzlichen Gegensätze von türkischen und deutschen Interessen darstellt. Es hilft doch weiter, wenn man auch weiss, wie das Gegenüber zu Schlüssen kommt, aufgrund von welcher Faktenlage und -interpretation. Das hilft doch bei der Diskussion weiter. Ich glaube nicht, dass hier jemand unbedingt lange schreibt, nur um Leute wissentlich vor den Kopf zu stossen.

  2. Markus Hill sagt:

    Zitat:
    „Sie nehmen es einfach hin. In der Türkei leben zehntausende Deutsche, die kein Wort türkisch sprechen und sich in Stranddörfern regelrechte Parallelgesellschaften aufgebaut haben. Das soll jetzt nicht heißen, dass ich das persönlich für gut und schön finde. ich fand den Vergleich nur unpassend.“
    Sie haben recht, türkisch lernen die nicht. Als Entschädigung bringen die Geld mit, deshalb akzeptiert man sie wohl. Ihr Vergleich ist im zweiten Schluss dann auch unpassend. Sollten in Köln-Hahnwald ein paar Honkong-Chinesen oder türkische Unternehmer / Millionäre jeweils ausländische Restaurants eröffnen oder ein paar fremdsprachige Schilder aufstellen, würde sich kaum ein Kölner aufregen. Fazit: Ungleiches kann man durchaus ungleich behandeln.
    Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass viele Bürger hier misstrauisch mit weiteren Experimenten („Import“ von Ehefrauen ohne Sprachkenntnisse) sind, das gebrannte Kind scheut das Feuer. Es hat eine leidvolle Vorgeschichte, vielleicht ergibt sich ja irgendwann eine Kompromisslösung (Teil Sprachkurs im Ausland, Teil in Deutschland, z. B.).


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