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Migration und Integration in Deutschland

Wir haben unsere Behörden über Jahrzehnte in eine Abschottungskultur hineinentwickelt. Man hat gesagt: Haltet uns die Leute vom Hals, die wollen alle nur in unsere Sozialsysteme einwandern. Jetzt müssen wir deutlich machen, dass wir Fachkräfte brauchen, dass wir um sie werben müssen.

Peter Clever, Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, April 2013

Zunahme

Obdachlosigkeit unter Migranten

Nach Informationen des Instituts für interkulturelle Management- und Politikberatung (imap) nimmt die Zahl der Obdachlosen mit Migrationshintergrund zu. Das Institut stützt sich dabei auf Angaben verschiedener Wohlfahrtsverbände und Hilfsorganisationen.

In Berlin seien erstmalig die Hälfte des Gesamtanteils an Wohnungslosen Migrantinnen und Migranten. In Bonn liege der Anteil der Wohnungslosen mit Migrationshintergrund bei ca. 25 %. Ähnlich sei die Situation in Düsseldorf. Hier liegt der Migrantenanteil bei rund 36 %.

Die wohnungslosen Migrantinnen und Migranten kommen überwiegend aus Polen und den Staaten der ehemaligen Sowjetunion, vereinzelt auch aus afrikanischen Ländern. Deshalb werden etwa in Bonn russischsprachige Sozialarbeiter beschäftigt, die auf die speziellen Belange der Aussiedler und Zuwanderer aus dem russischsprachigen Raum eingehen sollen.

Zwischen der Wohnsituation von Migranten und Einheimischen bestehen große Niveauunterschiede
Menschen mit Migrationshintergrund sind in Deutschland abgesehen von der Wohnungssituation generell mehr als doppelt so häufig von Armut bedroht wie Menschen ohne Migrationshintergrund. Dies geht aus dem „3. Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung“ hervor.

Der Deutsche Caritasverband weist in seiner Stellungnahme zum zweiten Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung darauf hin, dass die Wohnsituation vieler Haushalte mit Migrationshintergrund im Vergleich zu Haushalte nicht zugewanderter Menschen große Niveauunterschiede aufweisen. Viele Migrant(inn)en lebten in unattraktiven Wohnvierteln, die im Rahmen einer meist unfreiwilligen Segregation zu Quartieren mit einem überdurchschnittlich hohen Anteil an Migrationshaushalten würden.

„Es handelt sich oft um Häuser und Wohnungen schlechter Bausubstanzen, in schlechter Lage, in dichtbesiedelten peripheren Hochhaussiedlungen. Zu Ghettobildung kommt es auch, weil Migrant(inn)en aufgrund von Diskriminierungen und Vorbehalten von Vermietern und Eigentümern andere Teile des Wohnungsmarktes oft verschlossen bleiben.“ Teile der Migrantenbevölkerung lebten unter extrem schlechten Wohnbedingungen oder seien ganz von der Versorgung mit „Normalwohnraum“ ausgeschlossen; besonders Familien mit vielen Kindern, Asylbewerber/innen und ein Teil der Flüchtlinge, sowie Menschen ohne legalen Aufenthaltsstatus seien hiervon besonders betroffen.

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