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Migration und Integration in Deutschland

Wenn Ausländer […] von der einheimischen Bevölkerung als Konkurrenten um Arbeitsplätze […] und als Bedrohung der Sicherheit […] wahrgenommen werden, dann erhöht die vermehrte Sichtbarkeit der Migranten dieses Gefühl […]

Forschungsverbund „Probleme der Ausländerbeschäftigung“ / 1979, 1979

Maria Böhmer

„Migranten dürfen nicht die Verlierer der Wirtschaftskrise sein“

Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration, Maria Böhmer, hat an die Unternehmer in Deutschland appelliert, mehr Ausbildungsplätze für Jugendliche aus Zuwandererfamilien bereitzustellen.

„Junge Migranten dürfen nicht die Verlierer der Wirtschaftskrise sein“, erklärte die Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration heute in Berlin bei der Vorstellung der Bilanz des Ausbildungspaktes 2008. Noch immer seien überproportional viele ausländische Jugendliche ohne Berufsabschluss.

„Unser Ziel ist ihre gleichberechtige Teilhabe am Arbeitsmarkt. Dafür müssten derzeit etwa 700.000 Migranten mehr als gegenwärtig beschäftigt sein“, betonte Böhmer. Die Staatsministerin forderte die Unternehmen auf, verstärkt die Potenziale von Zuwanderern zu erkennen. „In der Globalisierung sind Migranten wertvolle Brückenbauer in andere Länder und Kulturen. Dadurch haben die Unternehmen auch handfeste wirtschaftliche Vorteile.“ Auch Firmenchefs mit eigenem Migrationshintergrund seien gefordert. Staatsministerin Böhmer erinnerte an das mit der Wirtschaft vereinbarte Ziel, dass Betriebe von Unternehmern ausländischer Herkunft bis 2010 insgesamt 10.000 neue Ausbildungsplätze schaffen.

„Damit die jungen Migranten bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben, müssen wir auch die Anstrengungen im Bildungsbereich intensivieren. Bildung ist das Schutzschild gegen Arbeitslosigkeit“, erklärte Böhmer. Die Länder müssten ihre im Nationalen Integrationsplan gemachten Zusagen einhalten, bis 2012 die Leistungen der ausländischen Schüler denen der deutschen anzupassen, sowie die Zahl der Schulabbrecher zu halbieren. Schulen mit hohem Migrantenanteil müssten die von den Ländern versprochenen zusätzlichen Mittel zur Verfügung gestellt bekommen.

Die jungen Migranten forderte die Staatsministerin auf, vorhandene Chancen zu nutzen und eine Ausbildung auch durchzuhalten. „Viele Beispiele engagierter Migranten zeigen: Wer sich anstrengt, kann den sozialen Aufstieg schaffen. Anstrengung lohnt sich. Ich appelliere an die Jugendlichen aus Zuwandererfamilien, sich mit ihren Fähigkeiten und Potenzialen aktiv einzubringen.“

Zugleich forderte die Staatsministerin die Eltern auf, die Bildung ihrer Kinder ernst zu nehmen. „Wir setzen zugleich auf die Eigenverantwortung der Eltern. Sie müssen aber auch stärker als bisher in die Lage versetzt werden, ihren Erziehungsauftrag erfüllen zu können. Bildung hat in unserem Land eine herausragende Bedeutung. Kein Kind darf verloren gehen“, so Böhmer. „Der soziale Aufstieg in Deutschland ist möglich. Doch der Staat und die Politik können das nicht alleine leisten. Integration gelingt nur gemeinsam.“

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3 Kommentare
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  1. fiori sagt:

    Ich komme aus Duisburg und habe einige Kontakte zu Muslimen.
    (Kampfsport,Nachbarschaft)
    Es vergeht wohl kein Tag den ich nicht erlebe wie Muslime mit ihren Kindern ausschließlich Türkisch/Arabisch sprechen.
    Mit sechs dann eingeschult :nix verstehen,fick disch,ectr.
    und dann rumschreien,wir Moslems werden diskriminiert und von Bildung ausgeschlossen.

  2. meergans sagt:

    Natürlich dürfen sie das nicht. Sie dürfen aber auch was dafür tun. Müssen sogar ! Wer zu stinkfaul und zu kulturrassistisch ist um die Sprache seines Gastlandes zu lernen, der wird ganz sicher zu den Verlierern gehören und des Geplärres wird kein Ende sein.

  3. Gast sagt:

    Unter dem Deckmantel „Teilhabe am Arbeitsmarkt“ versucht die Staatsministerin Arbeitskräfte zu mobilisieren. Vor 60 Jahren brauchte Deutschland Arbeitskräfte und heute immer noch, nur werden diese Arbeitskräfte, weil sie „Migrationshintergrund“ haben, auf dem Arbeitsmarkt diskriminiert. Ja Frau Böhmer tun Sie etwas gegen diese Diskriminierungen, dann können Sie ja wieder Ihre Ethnomarkt-Politik betreiben



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