Afrika jenseits von Armut, staatenlose Menschen in Deutschland, Mikroplastik auf Ackerflächen: Die Liste der „vergessenen Nachrichten“ zeigt, wie eng viele Redaktionen auf Krisen, Konflikte und wenige Großthemen fokussiert bleiben. Von Frank Bretschneider
Was geht verloren, wenn jede Timeline ihre eigene Wirklichkeit erzeugt? Eine persönliche Medienerfahrung führt zur Frage, warum soziale Netzwerke Öffentlichkeit zersplittern – und weshalb Leitmedien plötzlich wieder gebraucht werden. Von Lia Petridou
Über Fake-News wird in Deutschland viel gesprochen – aber meist so, als beträfe sie nur Menschen, die Nachrichten auf Deutsch konsumieren. Dabei wächst der Teil der Bevölkerung, der im Alltag mehrsprachig ist. Medienmacher sehen die öffentlich-rechtlichen in die Pflicht.
Über den tödlichen Angriff im Regionalexpress wurde bundesweit berichtet – über den Menschen dahinter deutlich weniger. Erst die Familie liefert öffentlich, was in vielen frühen Meldungen fehlte: Biografie, Abschied in der Moschee, Namen – und ein klares Statement. Von Birol Kocaman
Afrikas Krisen finden kaum Beachtung in den Medien. Das zeigt eine Analyse der Hilfsorganisation Care. Die Folgen sind immens: Wo Krisen unsichtbar bleiben, fehlt oft auch die finanzielle Unterstützung.
70 Jahre nach dem ersten Anwerbeabkommen zieht Migrationsforscher Karl-Heinz Meier-Braun eine ernüchternde Bilanz: Deutschland wurde Einwanderungsland wider Willen – und wiederholt bis heute alte Fehler in Integrationspolitik und Migrationsdebatte. Warum es dennoch für ein „3+“ reicht.
Die Kritik an der „Stadtbild“-Äußerung von Kanzler Merz ist auf der Straße angekommen. Bei Kundgebungen in zahlreichen Städten wird ihm Rassismus vorgeworfen. Eine ZDF-Umfrage zum Thema verzerrt das Stimmungsbild – und sorgt für Irritationen.
Wenn Medien die Herkunft von Tatverdächtigen nennen, sind das zu über 90 Prozent ausländische Menschen. Mit der Realität, wie sie in Polizeistatistiken erfasst wird, habe das nichts zu tun, kritisiert eine Studie. Polizeianordnungen zur Herkunftsnennung in der Kritik.
Ein kleiner Körper im Sand, ein Bild für die Ewigkeit: Vor zehn Jahren erschütterte das Foto von Alan Kurdi die Welt. Es verdichtete die ganze Tragödie der Flucht ins Mittelmeer auf ein einziges Schicksal – und machte laut Medienprofessor Godulla das „absolute Zivilisationsversagen“ sichtbar. Von Stefan Fuhr
Wenn Bürger über Flüchtlingsunterkünfte entscheiden, fällt das Votum in der Mehrheit positiv aus – entgegen dem Eindruck, den mediale Schlagzeilen häufig vermitteln. Eine neue Studie zeigt, wie differenziert kommunale Bürgerentscheide in Deutschland tatsächlich sind.