Gut ein Jahr lang schickte Großbritannien Bootsflüchtlinge nach Frankreich zurück und nahm im Gegenzug Schutzsuchende auf legalem Weg auf. Nun endet das umstrittene Experiment. Paris drängt auf eine europäische Lösung. Menschenrechtsorganisationen warnen, das umstrittene Modell auf die EU auszuweiten.
Papst Leo hatte gerade erst auf die besondere Schutzbedürftigkeit migrierender Kinder hingewiesen. Einen Tag später stirbt ein Zehnjähriger auf einem völlig überfüllten Boot im Ärmelkanal. Auch zwei Frauen kommen ums Leben.
Reform UK und die französische Rassemblement National rücken zusammen. Farage und Bardella versprechen, Bootsüberfahrten von Geflüchteten zu beenden – obwohl die britische Regierung gerade die niedrigste Zahl an Booten seit 2019 meldet.
Die britische Regierung möchte die unerwünschten Überfahrten am Ärmelkanal stoppen – mit bewaffneten Polizisten an den Küsten. Dafür nimmt London nun zusätzliche Millionen in die Hand. Dabei machen die kleinen Boote nur einen Teil des Migrationsgeschehens aus.
19 Tote vor Lampedusa, 19 Tote vor der türkischen Küste, zwei Tote am Ärmelkanal: Drei Katastrophen an nur einem Tag machen sichtbar, dass gefährliche Überfahrten nicht enden, sondern immer tödlicher werden. Bundestagsabgeordnete appellieren an die Bundesregierung.
Im Jahr 2021 kommt es im Ärmelkanal zu einem Bootsunglück, viele Geflüchtete sterben. Eine Kommission spricht Jahre später von erheblichen Versäumnissen britischer und französischer Behörden. Viele Menschen hätten gerettet werden können.
Rechtsextremisten aus England jagen an Frankreichs Küste Boote, zerstören Ausrüstung und inszenieren sich als „Grenzschutz“. Paris reagiert mit Festnahmen und Abschiebung. Derweil sinkt die Nettozuwanderung nach Großbritannien drastisch.
„Einer raus, einer rein“: Mit einer neuen Methode wollen Frankreich und Großbritannien Fluchtbewegungen über den Ärmelkanal reduzieren. Das Geschäft der Schleuser soll dadurch zerschlagen werden. Menschenrechtler widersprechen.
Mangels legaler Fluchtwege geben sich immer mehr Geflüchtete in die Hände von skrupellosen Schleusern. Am Ärmelkanal pferchen sie immer mehr Menschen auf ihre Boote. Das führt zu einer bitteren Bilanz.
Bundesinnenministerin Faeser will Schmugglern, die Menschen in Schlauchbooten über den Ärmelkanal nach Großbritannien schicken, das Handwerk legen. Vorbereitet werde das auch in Deutschland. Frankreich fordert von Großbritannien eine Neuausrichtung seiner Migrationspolitik – und warnt.