
Deutschland schrumpft
Zuwanderung gleicht Geburtendefizit nicht mehr aus
Ende 2025 lebten rund 83,5 Millionen Menschen in Deutschland, 110.000 weniger als ein Jahr zuvor. Die Nettozuwanderung sank deutlich und konnte das wachsende Geburtendefizit nicht mehr ausgleichen.
Von Susanne Rochholz Dienstag, 16.06.2026, 13:31 Uhr|zuletzt aktualisiert: Dienstag, 16.06.2026, 13:31 Uhr Lesedauer: 2 Minuten |
Erstmals seit 2020 ist die Einwohnerzahl Deutschlands im vergangenen Jahr leicht gesunken. Zum Jahresende 2025 lebten rund 83,5 Millionen Menschen in der Bundesrepublik, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Dienstag mitteilte. Das seien 110.000 oder 0,1 Prozent weniger gewesen als ein Jahr zuvor.
Seit 2011 sei die Bevölkerung mit Ausnahme des Jahres 2020 kontinuierlich gewachsen, hieß es weiter. „Die Entwicklung im Jahr 2020 war dabei im Zusammenhang mit der verminderten Zuwanderung während der Corona-Pandemie zu sehen“, erläuterten die Statistiker. Doch bereits 2024 habe die Bevölkerungszahl nur noch um 0,1 Prozent zugenommen.
352.000 mehr Sterbefälle als Geburten
Maßgeblich für den Rückgang der Einwohnerzahl 2025 war den Angaben zufolge die Differenz zwischen Geburten und Todesfällen sowie die Zuwanderung. Gab es 2024 noch 331.000 mehr Sterbefälle als Geburten, vergrößerte sich dieser Abstand im vergangenen Jahr auf 352.000.
Im selben Zeitraum sei der Wanderungssaldo – die Differenz zwischen Zu- und Fortzügen über die Grenzen Deutschlands – von plus 430.000 auf plus 235 000 im Jahr 2025 deutlich zurückgegangen. „Somit konnte die Nettozuwanderung das Geburtendefizit nicht ausgleichen“, erklärte die Statistikbehörde.
Bevölkerungsschwund in fast allen Altersgruppen
In den einzelnen Altersgruppen entwickelten sich die Zahlen unterschiedlich. Einen Zuwachs gab es der Statistik zufolge nur in der Altersgruppe der 60- bis 79-Jährigen, die binnen Jahresfrist um rund 358.000 oder 2,8 Prozent zunahm. Die geburtenstarken „Babyboomer“ kämen zunehmend in dieser Altersgruppe an, hieß es zur Erklärung.
Die Zahl der Über-80-Jährigen, die den geburtenschwachen Jahrgängen um das Ende des Zweiten Weltkrieges herum zuzurechnen seien, sei dagegen um rund 151.000 oder 2,5 Prozent zurückgegangen. Die Zahl der Kinder und Teenager unter 20 Jahre sank leicht um etwa
88.000 oder 0,6 Prozent.
Anteil Älterer nähert sich Marke von einem Drittel
Die Zahl aller Menschen ab 60 aufwärts sei 2025 um 387.000 gestiegen. Ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung erhöhte sich damit um 0,5 Prozentpunkte auf 31 Prozent.
Auch regional war die Entwicklung unterschiedlich: Der Bevölkerungsrückgang sei in den östlichen Bundesländern mit minus 57.000 oder 0,5 Prozent zumindest prozentual stärker ausgefallen als in den westdeutschen Bundesländern, wo die Einwohnerzahl um 68.000 oder 0,1 Prozent sank.
Bundesländer: Plus nur in den Stadtstaaten
Einen Bevölkerungszuwachs verzeichneten demnach nur die drei Stadtstaaten Berlin und Hamburg (jeweils plus 0,4 Prozent) sowie Bremen mit plus 0,3 Prozent. In den Flächenländern sank die Bevölkerungszahl am stärksten in Thüringen (minus 1,0 Prozent), Sachsen-Anhalt (minus 0,7 Prozent) und im Saarland (minus 0,5 Prozent).
Die ausländische Bevölkerung wuchs 2025 um 39.000 oder 0,3 Prozent auf 12,4 Millionen Menschen. Dieser Zuwachs liege sowohl in absoluten Zahlen als auch relativ deutlich unter den Zuwächsen der zurückliegenden 15 Jahre. Im Vorjahr habe die ausländische Bevölkerung noch um 283.000 Personen oder 2,3 Prozent zugenommen.
Am höchsten sei der Ausländeranteil in der Altersgruppe der 20- bis 59-Jährigen mit 20,0 Prozent, am niedrigsten bei den Über-60-Jährigen mit 6,5 Prozent. Von den Kindern und Teenagern unter 20 Jahren hat ungefähr jeder und jede Siebte (15,2 Prozent) eine ausländische Staatsangehörigkeit. (epd/mig) Gesellschaft Panorama
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