
Kurios
Ladendieb begrüßt Polizei mit Hitlergruß
Im Hamburger Hauptbahnhof wird ein mutmaßlicher Ladendieb erwischt – laut der Polizei beleidigt er rassistisch und zeigt sogar den Hitlergruß. Warum das kein Einzelfall ist und warum er das LKA beschäftigt.
Mittwoch, 04.02.2026, 12:14 Uhr|zuletzt aktualisiert: Mittwoch, 04.02.2026, 12:14 Uhr Lesedauer: 2 Minuten |
Nach einem mutmaßlichen Ladendiebstahl im Hamburger Hauptbahnhof ermittelt die Polizei wegen gleich mehrerer Straftaten gegen einen 42-jährigen Mann. Ihm werden unter anderem rassistische Beleidigung und das Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen vorgeworfen, wie die Bundespolizei mitteilte.
Der Mann soll am Dienstagabend in einem Drogeriemarkt zwei Flaschen Wein im Wert von rund 24 Euro in seine Jackentaschen gesteckt und das Geschäft verlassen haben, ohne zu bezahlen. Ein Mitarbeiter hielt ihn daraufhin an. Dabei soll der Mann den Angestellten aufgrund dessen Hautfarbe massiv rassistisch beleidigt haben.
Beschuldigter bereits polizeibekannt
Der Verdächtige wurde bis zum Eintreffen einer Bundespolizeistreife festgehalten. Auch gegenüber den Einsatzkräften verhielt sich der Mann demnach aggressiv und begrüßte die Beamten mit einem Hitlergruß und dem Ausruf „Sieg Heil“. Das Diebesgut wurde sichergestellt und an den Kaufhausdetektiv übergeben.
Bei der Überprüfung stellte sich heraus, dass der Beschuldigte bereits polizeibekannt ist. Gegen ihn wurden Strafverfahren eingeleitet, nach Abschluss der Maßnahmen wurde der Mann entlassen. Die weiteren Ermittlungen hat das Landeskriminalamt übernommen.
NS-Propaganda in der Öffentlichkeit kein Einzelfall
Der Fall zeigt ein Muster, das Sicherheitsbehörden seit Längerem beschäftigt: Rechtsextreme Straftaten und Propagandadelikte nehmen zu – und damit auch Situationen, in denen NS-Parolen oder Gesten immer unverhohlener im Alltag auftauchen. So dokumentiert das Bundeskriminalamt einen deutlichen Anstieg solcher Delikte. Kuriose Beispiele, die zeigen, wie enthemmt das bisweilen passiert: Auf Sylt grölen Partygäste zu einem bekannten Dance-Hit „Deutschland den Deutschen – Ausländer raus!“ und filmen sich dabei selbst. Auf dem Oktoberfest ermittelte der Staatsschutz nach einem Hitlergruß im Festzelt – ein Vorfall unter vielen. Und auch in alltäglichen Einsatzsituationen berichten Polizisten immer öfter von Nazi-Parolen und -Symbolen.
Polizei und Justiz stehen in der Kritik, weil solche Vorfälle oft ungeahndet bleiben, Täter nur mit milden Strafen oder sogar straffrei davonkommen. Die abschreckende Wirkung des Strafgesetzbuches entfalte sich bei solchen Delikten kaum. (dpa/mig) Aktuell Panorama
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