
Hohe Hürden
Frauenorganisation fordert stärkere Anerkennung von Fluchtgründen
Deutschland fordert weltweit lautstark Frauenrechte ein – doch wenn betroffene Frauen hier Schutz brauchen, wird es still. Frauenrechtler kritisieren hohe Hürden im Asylverfahren und mangelnde Versorgung.
Montag, 02.02.2026, 17:04 Uhr|zuletzt aktualisiert: Montag, 02.02.2026, 17:04 Uhr Lesedauer: 1 Minuten |
Beim Kampf für die Rechte von Frauen gehört Deutschland weltweit mit zu den Fahnenträgern – zumindest beim Einfordern. Geht es aber darum, Betroffenen in Deutschland Schutz zu bieten, tut Deutschland laut der Frauenrechtsorganisation Solwodi nicht genug. Mit Blick auf weibliche Genitalverstümmelung fordert sie die konsequente Anerkennung frauenspezifischer Fluchtgründe im Asylverfahren.
„Aus unserer täglichen Arbeit wissen wir, wie hoch die Hürden für betroffene Frauen sind – im Asylverfahren, bei der medizinischen Versorgung und bei der Suche nach einem sicheren Ort“, erklärte die Vorsitzende Maria Decker am Montag in Koblenz.
Nach einer im November im Auftrag des Bundesfamilienministeriums veröffentlichten Studie lebten schätzungsweise 123.000 Frauen und Mädchen in Deutschland, die von Genitalverstümmelung betroffen oder gefährdet sind, hieß es weiter.
Frauen benötigen traumasensible Unterkünfte
„Betroffene Frauen und Mädchen benötigen sichere, traumasensible Unterkünfte sowie einen verlässlichen Zugang zu medizinischer und psychosozialer Versorgung“, erklärte der Verein zum Internationalen Tag gegen weibliche Genitalverstümmelung am 6. Februar.
Der Name Solwodi steht für „Solidarity with Women in Distress“ (Solidarität mit Frauen in Not). Die im Jahr 2023 gestorbene Ordensschwester Lea Ackermann gründete den Verein 1985 bei einem Aufenthalt in Kenia. Solwodi begann damit, Frauen beim Ausstieg aus der Zwangsprostitution zu unterstützen, und richtete später auch in Deutschland Beratungsstellen und Notunterkünfte für Frauen ein. (dpa/mig) Aktuell Panorama
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