
Lehrer fordern Unterstützung
Knapp 30 Prozent der Schüler haben Einwanderungsgeschichte
Fast ein Drittel der deutschen Schülerinnen und Schüler hat ausländische Wurzeln. Der Deutsche Lehrerverband und die Gewerkschaft GEW fordern höhere Investitionen in Schulen und frühkindliche Bildung.
Von Susanne Rochholz und Jürgen Prause Dienstag, 20.01.2026, 12:58 Uhr|zuletzt aktualisiert: Dienstag, 20.01.2026, 16:09 Uhr Lesedauer: 2 Minuten |
In Deutschland hat ein knappes Drittel der Schülerinnen und Schüler eine Einwanderungsgeschichte. Im Jahr 2024 betrug ihr Anteil 29 Prozent und damit drei Prozentpunkte mehr als im Durchschnitt der gesamten Bevölkerung, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag in Wiesbaden mitteilte. Der Deutsche Lehrerverband forderte Bund und Länder dazu auf, Schulen beim Umgang damit besser zu unterstützen.
„Kinder, die früh gut Deutsch lernen, haben einen besseren Start in ihre Schullaufbahn und später deutlich bessere Bildungschancen“, sagte der Präsident des Deutschen Lehrerverbands, Stefan Düll, der „Rheinischen Post“. Auf Seiten der Länder sei entscheidend, dass sie in die frühkindliche Sprachförderung sowie in verbindliche, qualitativ hochwertige Sprachstands-Tests bereits vor der Einschulung investieren.
GEW: Mehr in Schulen und frühkindliche Bildung investieren
Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) forderte, dass Kinder mit Einwanderungshintergrund in Schulen und Kitas bestmöglich integriert werden. „In die frühkindliche Bildung und in die Schulen muss mehr Geld fließen, um die materiellen und personellen Ressourcen zu verbessern“, sagte Anja Bensinger-Stolze, GEW-Vorstandsmitglied Schule, der Zeitung.
Von den Lehrkräften hatten nach Angaben der Statistiker elf Prozent im Jahr 2024 eine Einwanderungsgeschichte. Eine Person hat nach der maßgeblichen Definition eine Einwanderungsgeschichte, wenn sie selbst oder beide Elternteile seit dem Jahr 1950 nach Deutschland gezogen sind.
Bei zusätzlichen zwölf Prozent der Schülerschaft war der Mitteilung zufolge nur ein Elternteil nach Deutschland zugewandert, gut die Hälfte (59 Prozent) hatte keine Einwanderungsgeschichte. Unter den Lehrkräften hatten noch einmal fünf Prozent nur einen eingewanderten Elternteil und 84 Prozent gar keine Einwanderungsgeschichte.
Schulgemeinden sind internationaler geworden
Innerhalb von fünf Jahren seien die Schulgemeinden internationaler geworden, hieß es von der Statistikbehörde: 2019 hätten noch 26 Prozent der Schülerinnen und Schüler an allgemeinbildenden Schulen eine Einwanderungsgeschichte, 3 Prozentpunkte weniger als der jüngste verfügbare Wert aus dem Jahr 2024. Unter den Lehrkräften lag der Anteil der Personen mit Einwanderungsgeschichte 2019 bei 9 Prozent und war somit um 2 Prozentpunkte geringer als 2024. Zu den Herkunftsländern machte das Bundesamt keine Angaben. (epd/mig) Aktuell Gesellschaft
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