Flüchtlingsrat Berlin
Lagerschulen hemmen Integration massiv
Geflüchtete Kinder in Berlin besuchen sogenannte „Willkommensschulen“. Der Flüchtlingsrat sieht in diesen Lagerschulen ein massives Integrationshemmnis. Den Kindern werde die Begegnung mit anderen Kindern genommen.
Montag, 18.03.2024, 12:40 Uhr|zuletzt aktualisiert: Montag, 18.03.2024, 12:40 Uhr Lesedauer: 1 Minuten |
Der Berliner Flüchtlingsrat sieht separate Schulen für geflüchtete Kinder als „Integrationshemmnis“. „Lagerschulen führen zu Segregation und Ausgrenzung und stellen somit ein massives Integrationshemmnis für geflüchtete Kinder dar“, sagte die Sprecherin des Berliner Flüchtlingsrates, Sina Stach, am Sonntag.
Der Flüchtlingsrat setzt sich für die Rechte von Flüchtlingen ein. Etwa in der Geflüchtetenunterkunft in Tegel gibt es eine vorübergehende „Willkommensschule“, die ihre Kapazitäten auf 300 Schulplätze für Kinder ausbauen will.
„Schule ist nicht nur ein Ort des Lernens, sondern auch ein Ort der Begegnung und des Miteinanders. Gerade für geflüchtete Kinder geht es darum, dem tristen und nicht kindgerechten Alltag in ihren Unterkünften zu entkommen und den Kontakt zu Gleichaltrigen außerhalb der Unterkunft aufzubauen. Diese Möglichkeit wird ihnen durch eine Lagerschule genommen.“
1.000 geflüchtete Kinder ohne Schulplatz
Als Alternative schlug der Rat laut Mitteilung eine „Schichtbeschulung“ an Nachmittagen vor oder die Nutzung von Räumen an Grundschulen, die für die Nachmittagsbetreuung gedacht seien – morgens aber freistünden.
Grundsätzlich müssten neue Schulen gebaut und bestehende Schulen erweitert werden, hieß es weiter. Anfang des Jahres hatten noch rund 1.000 geflüchtete Kinder keinen Schulplatz, wie aus einer Antwort des Senats auf eine Anfrage der Grünen hervorging. (dpa/mig) Aktuell Panorama
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