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Der sog. Trauermarsch in Chemnitz (Archiv) © Tim Lüddemann @ flickr.com (CC 2.0), Tim Lüddemann

Studie

Offenheit für Rechtsextremismus nimmt deutlich zu

Fast jede dritte Person in Deutschland ist einer Studie zufolge offen für rechtsextremes Denken. Besonders alarmierend ist der Zuwachs unter Jüngeren – dort wächst eine gefährliche Normalisierung autoritärer Ideen.

Mittwoch, 04.03.2026, 14:07 Uhr|zuletzt aktualisiert: Mittwoch, 04.03.2026, 14:07 Uhr Lesedauer: 1 Minuten  |  

Immer mehr Menschen in Deutschland sind rechtsextremen Ideologien gegenüber laut einer vom Bundeskriminalamt (BKA) koordinierten Untersuchung aufgeschlossen. Der Anteil derjenigen, die für solche Ideen offen sind, stieg den Angaben zufolge zwischen 2021 und 2025 von 21,8 Prozent auf 29,6 Prozent an.

Um die Einstellungen zu messen, hatten die Forscherinnen und Forscher des MOTRA-Verbunds den Teilnehmern der repräsentativen Befragung zehn verschiedene Aussagen vorgelegt, zu denen sie sich positionieren sollten. Dazu zählen Aussagen wie „Ein Staat sollte einen Führer haben, der das Land zum Wohle aller mit starker Hand regiert.“ und „Juden haben in Deutschland zu viel Einfluss.“

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Bildung spielt eine Rolle

MOTRA steht für „Monitoringsystem und Transferplattform Radikalisierung“. Es ist ein Forschungsverbund, den die Bundesministerien für Forschung, Inneres und Bildung fördern. Er erforscht das Radikalisierungsgeschehen in Deutschland, seine Hintergründe und Entwicklungen.

Generell zeigen die Ergebnisse: Manifest rechtsextreme Einstellungen finden sich deutlich häufiger bei Menschen mit niedrigem Bildungsniveau. Bei Befragten, die maximal einen Hauptschulabschluss erreicht haben, lag der Anteil derjenigen, die solche Ansichten vertreten 2025 bei 11,1 Prozent. Unter Menschen mit Abitur waren es 1,4 Prozent.

Zuwachs rechtsextremer Einstellungen bei unter 40-Jährigen

Bei den latent rechtsextremen Einstellungen waren zuletzt laut Studie vor allem in den jüngeren Altersgruppen starke Zuwächse zu beobachten. 2025 fand sich demnach bei 27,3 Prozent der unter 40-Jährigen eine Offenheit für rechtsextremes Gedankengut. Zusammen mit 5,7 Prozent manifest rechtsextrem eingestellten Menschen sei damit rund ein Drittel der jüngeren Generation mindestens offen für autoritäres, rechtsextremes Gedankengut.

Für die Studie waren über den Zeitraum von fünf Jahren bundesweit insgesamt 21.900 Menschen im Alter ab 18 Jahren befragt worden. Bei der letzten Erhebung 2025 äußerten sich den Angaben zufolge knapp 86 Prozent positiv zu grundlegenden Prinzipien einer liberalen, rechtsstaatlichen Demokratie. (dpa/mig) Gesellschaft Leitartikel

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