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Italienische Küstenwache vor Lampedusa © Valeria Ferraro/AFP

Unsichtbares Sterben

Fischer entdecken vor Lampedusa Boote auf dem Meeresboden

Drei gesunkene Boote, keine Spur von den Menschen an Bord: Vor Lampedusa zeigt sich erneut das tödliche Versagen Europas. Während Geflüchtete im Mittelmeer verschwinden, wird zivile Seenotrettung behindert statt gestärkt.

Donnerstag, 26.02.2026, 13:22 Uhr|zuletzt aktualisiert: Donnerstag, 26.02.2026, 13:22 Uhr Lesedauer: 2 Minuten  |  

Wenn Seenotretter ein Boot in Not entdecken und die Menschen an Bord retten, wird das in der Regel öffentlich bekannt – auch wenn nur wenige Medien darüber berichten. Wenn Geflüchtete das europäische Festland erreichen, greifen meist nur lokale italienische Medien den Fall auf. Gerät ein Boot jedoch unentdeckt in Seenot und sinkt, bleibt das Unglück oft unbemerkt – ebenso die Zahl der Toten.

Jetzt haben Fischer vor der italienischen Mittelmeerinsel Lampedusa mehrere leere Boote auf dem Meeresboden entdeckt, mit denen vermutlich Menschen aus Afrika nach Europa gelangen wollten. Seit Beginn dieser Woche wurden auf dem Meeresboden in der Nähe der Insel drei Boote ausfindig gemacht. Von den Insassen fehlt jede Spur. Befürchtet wird, dass darin Migranten saßen, die bei den Winterstürmen der vergangenen Wochen ums Leben kamen.

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Die kleine Insel Lampedusa zwischen Tunesien und Sizilien gehört seit vielen Jahren zu den Brennpunkten der Migration übers Mittelmeer. Auf der Überfahrt in oft kaum seetauglichen Booten kommt es immer wieder zu tödlichen Unglücken. Die Fahrt übers Mittelmeer nach Europa gilt bereits bei normalen Wetterbedingungen als gefährlich. Hilfsorganisationen befürchten, dass in diesem Winter mehrere Hundert Menschen ertrunken sind.

Keine EU-Seenotrettungsmission

In den vergangenen Tagen wurden bereits mehr als ein Dutzend Leichen an Italiens Küsten gespült. Auch auf hoher See wurden Leichen gefunden, sowohl von der Küstenwache als auch von zivilen Schiffen wie Fischerbooten. Die jetzt entdeckten Boote verfingen sich nach Angaben der Behörden in den Netzen der Fischer, die daraufhin auch ihre Arbeit einstellen und nach Lampedusa in den Hafen zurückkehren mussten.

Angesichts der hohen Zahl an Toten gibt es im zentralen Mittelmeer weiterhin keine auf Rettung ausgerichtete EU-Mission. Zivile, spendenfinanzierte Seenotrettungsorganisationen halten dort mit ihren Schiffen Ausschau nach Booten in Not. Ihre Arbeit wird jedoch immer wieder erschwert: Italienische Behörden setzen Rettungsschiffe fest oder weisen ihnen weit entfernte Häfen für die Ausschiffung zu. Menschenrechtsorganisationen werfen der italienischen Regierung und auch der Europäischen Union seit langem vor, die zivile Seenotrettung systematisch zu behindern. (dpa/mig) Aktuell Panorama

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