
Security Paradox
Bericht: Sicherheit nur mit Entwicklungshilfe – nicht mit Rüstung
Die Militärausgaben vieler Länder steigen derzeit massiv. Doch Konflikte zu vermeiden und Stabilität herzustellen, ist einem Bericht der Entwicklungsorganisation One zufolge nur mit mehr Diplomatie und Investitionen in Entwicklungshilfe möglich. Und genau dort werden Mittel gekürzt.
Mittwoch, 11.02.2026, 15:32 Uhr|zuletzt aktualisiert: Mittwoch, 11.02.2026, 15:32 Uhr Lesedauer: 1 Minuten |
Mit der derzeitigen Aufrüstung der Industrienationen lässt sich laut der entwicklungspolitischen Organisation One keine Stabilität erzeugen. Vielmehr sei ein Gleichgewicht zwischen Rüstungsausgaben sowie Investitionen in Entwicklungshilfe und Diplomatie nötig, um Konflikte zu beheben oder gar zu vermeiden, hieß es in einem am Mittwoch veröffentlichten Bericht der Organisation.
Danach ist es 103 Mal teurer, auf einen Konflikt zu reagieren, statt ihn zu verhindern, sagte One-Europa-Direktor Stephan Exo-Kreischer: „Wir bekämpfen Feuer mit zu wenig Wasser, statt die Brände zu verhindern.“
Laut dem Bericht „Das Sicherheitsparadox: Mehr Verteidigung, weniger Stabilität?“ stiegen die Militärausgaben der zehn Länder der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) mit den höchsten Verteidigungsetats in zehn Jahren um fast 30 Prozent auf 1,45 Billionen US-Dollar (2024). Die Ausgaben für Entwicklungshilfe und Diplomatie hingegen stagnieren oder gehen zurück. Demnach werden für jeden Dollar für Entwicklungshilfe neun Dollar für Verteidigung ausgegeben, bei Diplomatie sind es dem Bericht zufolge sogar 42 Dollar.
Gesundheitsinvestitionen als Krisenprävention
Die Erhöhung der Rüstungsausgaben gehe zulasten von Entwicklungszusammenarbeit und Diplomatie – „genau die Instrumente, die uns vor künftigen Krisen bewahren und Konflikte lösen sollen“, kritisierte Exo-Kreischer vor der Münchner Sicherheitskonferenz vom 13. bis 15. Februar.
Eine der effektivsten Methoden zur Krisenprävention ist dem Bericht zufolge eine erhebliche Investition in den Gesundheitsbereich. Wenn das Gesundheitssystem verlässlich funktioniere, könne es die wirtschaftliche Produktivität unterstützen, das Humankapital schützen und die Legitimität des Staates stärken, was Stabilität fördere. Dennoch kommen demnach in den zehn OECD-Ländern mit den höchsten Verteidigungsausgaben rechnerisch 65 Dollar für Sicherheit auf jeden Dollar Investition in globale Gesundheit. (dpa/mig) Aktuell Panorama
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