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Äthiopischer Bauer pflügt Felder mit Kühen (Archiv) © de.depositphotos.com

Mehr Hunger, mehr Flucht

Studie: Klimawandel könnte Weideflächen bis 2100 halbieren

Der Klimawandel führt zu mehr Extremwetter, gefährdet Menschen und Natur. Auch Weideflächen für Tiere werden einer Studie zufolge stark schrumpfen. Besonders betroffen ist einer aktuellen Studie zufolge Afrika. Experten warnen vor den Folgen: Flucht.

Dienstag, 10.02.2026, 11:10 Uhr|zuletzt aktualisiert: Dienstag, 10.02.2026, 11:10 Uhr Lesedauer: 2 Minuten  |  

Der Klimawandel gefährdet einer Studie zufolge in großem Ausmaß Weideflächen für die Nutztierhaltung. Je nach betrachtetem Emissionsszenario gingen bis zum Jahr 2100 rund 36 bis 50 Prozent der heute klimatisch geeigneten Weideflächen verloren, teilte das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) am Montag unter Berufung auf die Studie mit. Dies betreffe mehr als 100 Millionen Menschen, die von der Weidewirtschaft leben, sowie bis zu 1,6 Milliarden Weidetiere.

Weideflächen für Rinder, Schafe und Ziegen bedeckten heute noch rund ein Drittel der Erdoberfläche. Sie seien das weltweit größte landwirtschaftliche Produktionssystem, verkleinterten sich jedoch durch steigende globale Temperaturen erheblich, hieß es.

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Weidesysteme könnten sich bei Temperaturen zwischen minus 3 und 29 Grad Celsius, jährlichen Niederschlägen von 50 bis 2.627 Millimetern und einer Luftfeuchtigkeit von 39 bis 67 Prozent gut entwickeln, betonte das PIK. Der Klimawandel verschiebe diese klimatisch günstigen Bereiche weltweit und lasse sie deutlich schrumpfen. Die Veränderungen seien besonders in Ländern zu spüren, in denen die Menschen bereits unter Hunger, wirtschaftlicher und politischer Instabilität sowie hoher Geschlechterungleichheit litten.

Nahrungsmittelknappheit durch Dürre in Ostafrika

Besonders stark ist den Angaben zufolge Afrika betroffen. Für die Rinderherden etwa der Massai und Samburu in oder die Schaf- und Ziegenherden nomadisierender Viehzüchter am Horn von Afrika, die schon jetzt schwierigen Bedingungen ausgesetzt sind, ist das ein düsteres Zukunftsszenario. Traten schwere Dürren in der Region früher etwa alle 20 Jahre auf, häuften sie sich in der jüngsten Vergangenheit in immer kürzeren Abständen.

Auch jetzt blicken Klima- und Landwirtschaftsexperten mit Sorge auf die bevorstehende Regenzeit, die zu wenig Wasser bringen könnte für Landwirte und Viehzüchter. Somalia hatte bereits im vergangenen November den Dürrenotstand ausgerufen. Das Afrika-Büro der Weltgesundheitsorganisation (WHO) geht davon aus, dass allein in nach schlechten Ernteerträgen wegen der kurzen und relativ niederschlagsarmen letzten Regenzeit rund zwei Millionen Menschen unter Nahrungsunsicherheit leiden.

Klimawandel könnte Flucht antreiben

Je nach Szenario könnten die geeigneten Graslandflächen in Afrika um 16 Prozent bis zu 65 Prozent schrumpfen, wenn der weltweite Ausstoß von Treibhausgasen weiter steige, hieß es. Erforderlich sei deshalb eine schnelle Abkehr von fossilen Energieträgern und eine deutliche Reduzierung der Emissionen. Gefordert sind Experten zufolge, insbesondere die großen Industrienationen wie USA, China oder Deutschland.

Ändert sich nichts an dieser Situation, ist Flucht für viele Menschen die einzige Option, um zu überleben. Diverse Studien weisen darauf hin, dass der Klimawandel weltweit Armut und Hunger antreibt. Das wiederum gehörten inzwischen mit zu den größten Fluchtursachen. (epd/dpa/mig) Aktuell Panorama

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