
Sachsen-Anhalt
Asylzahlen auf Rekord-Tief, AfD auf Rekord-Hoch
156 Asylsuchende im Januar – so wenige wie seit 14 Jahren nicht. Doch während die Politik sinkende Asylzahlen als Rezept gegen die AfD verkauft, bleibt deren Zuspruch stabil hoch: 39 Prozent in Sachsen-Anhalt. Flüchtlingspolitik auf dem Holzweg?
Donnerstag, 05.02.2026, 12:56 Uhr|zuletzt aktualisiert: Donnerstag, 05.02.2026, 12:56 Uhr Lesedauer: 2 Minuten |
Im Januar ist die Zahl der neu angekommenen Asylsuchenden in Sachsen-Anhalt auf 156 zurückgegangen. Im Vorjahresmonat waren es 315 gewesen und damit doppelt so viele, wie aus einer Übersicht des Innenministeriums hervorgeht. Weniger als 156 Neuankömmlinge hatte es der Statistik zufolge zuletzt vor über zehn Jahren im Januar 2012 gegeben, damals waren es 121 Schutzsuchende.
Sachsen-Anhalts Innenministerin Tamara Zieschang (CDU) erklärte: „Der Rückgang der Asylzugänge setzt sich auch zu Anfang des Jahres unverändert fort. So wenig Asylzugänge gab es in einem Januar abgesehen vom Corona-Jahr 2021 zuletzt im Januar 2012, also vor 14 Jahren.“ Migration werde wieder begrenzt, gesteuert und geordnet.
Sinkende Asylzahlen = sinkende AfD-Werte?
Erklärtes und weit verbreitetes Ziel in der Politik ist es, durch sinkende Asylzahlen der AfD den Wind aus den Segeln zu nehmen. Doch ein Blick auf die politische Stimmung im Land zeigt: Aus den niedrigen Zugangszahlen lässt sich kein automatischer Effekt auf die Zustimmung zur AfD ableiten.
In einer aktuellen INSA-Umfrage zur Landtagswahl in Sachsen-Anhalt (Befragung 20. bis 27. Januar 2026) kommt die AfD auf 39 Prozent. Die CDU liegt demnach bei 26 Prozent, dahinter folgen Linke (11 Prozent) und SPD (8 Prozent). Die Werte gelten als Momentaufnahme – sie markieren aber, dass die AfD im Land trotz sinkender Asylzahlen weiter klar vorn liegt.
Zusammenhang zwischen Asylzahlen und AfD-Umfragewerten?
In der politischen Debatte wird häufig unterstellt, hohe Asylzahlen würden die AfD automatisch stärken – und sinkende Zahlen die Partei schwächen. Politikwissenschaftler und Wahlforscher warnen jedoch seit Längerem davor, daraus eine einfache Rechenaufgabe zu machen.
Zustimmung für die AfD hängt demnach nicht nur an der aktuellen Zahl von Asylsuchenden, sondern an einer Mischung aus wirtschaftlichen Sorgen, Krisenerfahrungen, dem Gefühl, gesellschaftlich abgehängt zu sein und langfristigem Misstrauen in Politik und Institutionen. Letzteres werde mitunter auch dadurch genährt, dass die Politik falsche Vorgaben und Versprechungen mache.
Die Zahl der Asylsuchenden in Sachsen-Anhalt war 2025 im Vergleich zum Vorjahr um rund 44 Prozent zurückgegangen. Insgesamt wurden 2.873 Neuzugänge registriert nach 5.134 im Vorjahr. (dpa/mig) Aktuell Politik
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