
IW-Vergleich
Wer verdient am meisten in Deutschland?
Inder verdienen in Deutschland besonders gut – sogar besser als Deutsche –, Bulgaren und Rumänen hingegen sehr wenig. Das geht aus einer aktuellen IW-Auswertung hervor. Für die Lohnunterschiede gibt es mehrere Gründe.
Dienstag, 13.01.2026, 11:58 Uhr|zuletzt aktualisiert: Dienstag, 13.01.2026, 12:36 Uhr Lesedauer: 2 Minuten |
Indische Beschäftigte verdienen in Deutschland laut einer Untersuchung am meisten Geld. Der Bruttomedianlohn lag 2024 bei 5.393 Euro, wie das arbeitgebernahe Institut der deutschen Wirtschaft (IW) berichtet. Es folgen Österreicher (5.322 Euro), US-Amerikaner (5.307 Euro), Iren und Briten (5.233 Euro) sowie China (4.888 Euro). Deutsche Arbeitnehmer kommen auf ein mittleres Bruttoeinkommen von 4.177 Euro.
Mit großem Abstand sind ausländische Arbeiter mit durchschnittlich 3.204 Euro ganz am Ende der Tabelle. „Vollzeitbeschäftigte aus Bulgarien (2.681 Euro), Rumänien (2.762 Euro) und Syrien (2.750 Euro) weisen deutlich niedrigere Medianlöhne auf“, heißt es im IW-Kurzbericht. Danach stehen die Lohnniveaus auch hier in engem Zusammenhang mit der Art der Beschäftigung dieser Gruppen: Helfertätigkeiten von bis zu 50 Prozent.
Inder oft in akademischen Mint-Berufen
Grund für die hohen Einkommen von indischen Beschäftigten ist laut IW das höhere Verdienstniveau in technischen Positionen. Viele Inder arbeiten in Deutschland in akademischen Mint-Berufen (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik). Deren Zahl hat sich zwischen 2012 und 2024 demnach fast verneunfacht auf mehr als 32.800. Rund ein Drittel der 25- bis 44-jährigen vollzeitbeschäftigten Inder ist in diesem Bereich tätig.
Die Entwicklung ist der Studie zufolge auch auf den starken Anstieg indischer Studierender hierzulande zurückzuführen. Viele beendeten ihr Studium erfolgreich, blieben anschließend in Deutschland und leisteten Beiträge zur Forschung, schreiben die Autoren. Die jährliche Zahl der Patentanmeldungen von Erfinderinnen und Erfindern mit indischen Wurzeln verzwölffachte sich zwischen 2000 und 2022.
Zuwanderung aus Indien „besondere Erfolgsgeschichte“
„Ohne qualifizierte Zuwanderung würde in der deutschen Wirtschaft schon heute kaum noch Wachstum möglich sein – gerade in den Mint-Berufen und bei der Innovationskraft“, sagt IW-Experte Axel Plünnecke. Die Fachkräftezuwanderung aus Indien sei „eine besondere Erfolgsgeschichte“.
Ein weiterer Grund für die hohen Löhne – auch bei Zugewanderten aus Österreich und den USA – sei, dass viele Beschäftigte in wirtschaftsstarken, urbanen Zentren mit höherem Lohnniveau arbeiteten. Seit 2012 wirbt die Bundesregierung gezielt um Fachkräfte aus Drittstaaten, vor allem für akademische Mint-Berufe.
Für die Analyse wurden Staatsangehörige berücksichtigt, von denen hierzulande mehr als 5.000 Vollzeitbeschäftigte arbeiten. Grundlage waren Statistiken der Bundesagentur für Arbeit. (dpa/mig) Leitartikel Wirtschaft
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