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Menschen demonstrieren gegen den Klimawandel © gabe.cr @ flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG

Verheerende Folgen

OECD: Reiche Länder haben Zusage zur Klimafinanzierung verfehlt

Industrieländer haben ihre Klima-Versprechen gegenüber armen Ländern nicht eingehalten. OECD fordert Geberländern auf, ihre Zusagen zu erfüllen. Der Klimawandel habe verheerende Folgen für Natur und Bevölkerung.

Sonntag, 31.07.2022, 20:00 Uhr|zuletzt aktualisiert: Samstag, 30.07.2022, 21:25 Uhr Lesedauer: 2 Minuten  |  

Die Industrieländer sind bei ihren Hilfen für die Finanzierung von Klimaprojekten in Entwicklungsländern 2020 hinter ihren Versprechungen geblieben. Insgesamt belief sich die finanzielle Unterstützung wohlhabender Staaten auf 83,3 Milliarden US-Dollar, teilte die OECD am Freitag in Paris mit. Ziel der Industrieländer ist es, ab 2020 jährlich 100 Milliarden Dollar aus staatlichen und privaten Quellen bereitzustellen, um armen Ländern beim Klimaschutz und bei der Anpassung an den Klimawandel zu helfen.

Die Zahlen für 2020 entsprechen laut der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) einer Erhöhung um vier Prozent im Vergleich zum Vorjahr, nach einem Plus von einem Prozent zwischen 2018 und 2019. „Wir wissen, dass größere Anstrengungen notwendig sind“, erklärte OECD-Generalsekretär Mathias Cormann. Die Klimafinanzierung habe sich von 2019 bis 2020 zwar erhöht, aber nicht ausreichend, um das erklärte Ziel zu erreichen. Dem Bericht der OECD zufolge ging der jüngste Anstieg vor allem auf eine Aufstockung der öffentlichen Mittel zurück.

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OECD-Generalsekretär: Zusagen erfüllen!

Corman forderte die Geberländern auf, ihre Zusagen zu erfüllen, damit der Zielwert im kommenden Jahr erreicht werde. „Dies würde Vertrauen schaffen, das für den weiteren Ausbau unserer multilateralen Reaktion auf den Klimawandel entscheidend ist.“ Die wirtschaftlichen und sozialen Folgen der Corona-Pandemie und des russischen Angriffs gegen die Ukraine sorgten weltweit für erhebliche Verwerfungen. „Zugleich aber verursachen die negativen Auswirkungen des Klimawandels verheerende Verluste und Schäden für die Natur und die Bevölkerung.“

Mit 68,3 Milliarden US-Dollar stammte ein Großteil der Klimafinanzierung 2020 laut OECD aus öffentlichen Mitteln (2019: 63,4 Milliarden). Die private Finanzierung ging hingegen auf 13,1 Milliarden zurück, von 14, 4 Milliarden Dollar im Vorjahr. Die Exportkredite machten lediglich 1,9 Milliarden aus.

Wenig Geld für die ärmsten Länder

Knapp 50 Milliarden Dollar flossen in Maßnahmen zur Emissionsminderung, vor allem in den Bereichen Energie und Verkehr. Die Finanzierung von Anpassungsmaßnahmen stieg auf ein Drittel des Gesamtumfangs und hatte den Schwerpunkt Wasserversorgung und Abwasserentsorgung.

Im Zeitraum 2016 bis 2020 profitierte Asien am meisten, 42 Prozent der Mittel flossen auf diesen Kontinent. Nach Afrika gingen 26 Prozent und nach Lateinamerika 17 Prozent. Länder mit mittlerem Einkommen erhielten 70 Prozent der Klimafinanzierungen, die ärmsten Länder acht Prozent. (epd/mig)

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