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Altenhilfe-Experte

Menschen auf der Flucht sind nicht die Lösung unseres Pflegeproblems

Geflüchtete Ukrainerinnen sind laut Deutsche Altershilfe nicht in der Lage, den Fachkräftemangel zu lösen. Das Angebot, Pflege gegen Unterkunft, sei ethisch fraglich. Es gehe um Menschen auf der Flucht und nicht um die Lösung des deutschen Pflegeproblems.

Von Montag, 02.05.2022, 18:30 Uhr|zuletzt aktualisiert: Montag, 02.05.2022, 14:06 Uhr Lesedauer: 2 Minuten  |  

Aus der Sicht des Kuratoriums Deutsche Altershilfe (KDA) sind aus der Ukraine geflüchtete Frauen kaum in der Lage, den Personalnotstand in der Pflege zu überwinden. Die Frage, ob ukrainische Frauen hier Jobs in der Pflege übernehmen sollen, sei nicht unumstritten, sagte der KDA-Vorstandsvorsitzende Helmut Kneppe im Gespräch mit dem „Evangelischen Pressedienst“. „Das klingt auf den ersten Blick naheliegend, verdient aber einen zweiten Blick“, so der einstige Kommunalbeamte.

Er verwies darauf, dass es bereits Anfragen betreuungsbedürftiger Menschen gebe, die eine Unterkunft für ukrainische Flüchtlinge gegen Pflegeleistungen anböten. „Der Gedanke, ukrainische Pflegekräften, die zum Teil hochtraumatisiert sind, hier eine Arbeit anzubieten, hat einen gewichtigen ethischen Aspekt“, betonte Kneppe. Es müsse ganz klar sein: Menschen auf der Flucht seien nicht die Lösung unseres Pflegeproblems. „Hier geht es um die geflüchteten Menschen, es geht um Schutz und Hilfe. Auf gar keinen Fall darf es zu Situationen kommen, in denen das Schutzbedürfnis und die Situation der Geflüchteten ausgenutzt werden, oder auch nur Druck ausgeübt wird.“

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Für das KDA stünden an erster Stelle Schutz, Hilfe und Unterstützung für die Kriegsflüchtlinge. „Besteht wirklich der Wunsch, hier zu bleiben und in der Pflege zu arbeiten, so sollte geschaut werden, welche Arbeit gewünscht wird oder geht es um einen Einwanderungswunsch“, erläuterte der KDA-Chef. Das sollte nur dann ermöglicht werden, wenn der Wunsch den persönlichen Hoffnungen und Planungen entspreche und kein Druck bestehe.

Papiere liegen oft nicht vor

Kneppe verwies zudem auf die rechtlichen Bestimmungen für die Arbeitsaufnahme der Flüchtlinge in Deutschland. „Eigentlich müssen für die Anerkennung internationaler Schul- und Berufsabschlüsse die originalen Unterlagen den Behörden vorgelegt werden“, so der Vorsitzende. Doch sei das oft gar nicht möglich, weil die Papiere wegen der Flucht nicht vorlägen: „Zu prüfen ist, wie das Vorgehen ist, wenn geflüchtete Menschen die an sich zwingend notwendigen Unterlagen nicht beibringen können.“

Das KDA wurde 1962 vom damaligen Bundespräsidenten Heinrich Lübke und seiner Ehefrau Wilhelmine Lübke ins Leben gerufen. Es will nach eigenen Angaben die gesellschaftliche Teilhabe und Gerechtigkeit für ältere Menschen sichern und begreift den demografischen Wandel dabei ausdrücklich als Chance. (epd/mig)

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