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Berlin Panorama © swampa @ flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG

Berlin

Fälle von Diskriminierung nehmen deutlich zu

Berliner Registerstellen verzeichneten im vergangenen Jahr einen neuen Höchststand rechter, rassistischer und antisemitischer Vorfälle. Rassistisch motivierte Diskriminierungen haben sich verdreifacht. Im Durchschnitt wurden pro Tag 13 Vorfälle registriert.

Mittwoch, 30.03.2022, 5:25 Uhr|zuletzt aktualisiert: Dienstag, 29.03.2022, 14:32 Uhr Lesedauer: 1 Minuten  |  

Die Zahl der Fälle von Diskriminierung ist 2021 in Berlin im Vergleich zum Vorjahr deutlich gestiegen. „1.000 Fälle mehr im Vergleich zu 2020 ist für uns ziemlich viel“, sagte Kati Becker vom Berliner Register am Dienstag in Berlin. Die Dokumentationsstelle habe für 2021 insgesamt 4.841 Fälle erfasst, darunter Beleidigungen, Körperverletzungen oder Fälle von Propaganda. Den Angaben zufolge wurden im Durchschnitt pro Tag 13 Vorfälle aufgenommen.

Besonders stark sei die Zahl der Fälle von Propaganda gestiegen, sagte Becker. Der Berliner Register habe insgesamt 700 Vorfälle mehr erfasst. „Das hat ganz stark damit zu tun, dass 2021 noch Pandemie war. Es sind neue Narrative entstanden, die zu diesem Anstieg geführt haben“, so die Einschätzung der Expertin.

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Zudem seien auch deutlich mehr Fälle struktureller Benachteiligung erfasst worden, hieß es weiter. „Hier hat sich die Zahl von 140 auf 400 mehr als verdoppelt“, sagte Becker. 86 Prozent dieser Fälle seien rassistisch motiviert. „Wir sprechen hier von Diskriminierung in der Schule, auf dem Wohnungsmarkt oder am Arbeitsplatz“, ergänzte Becker. Diese Fälle steigen den Angaben zufolge nicht an, weil sie häufiger passieren, sondern weil sie häufiger gemeldet und deshalb sichtbarer werden.

Mehr Beratungsangebote, mehr erfasste Fälle

Insgesamt sei einzig die Zahl der Angriffe nicht angestiegen, ergänzte Becker. „Das kann aber durch eine datenschutzbedingte Untererfassung erklärt werden“, sagte sie. Der starke Gesamtanstieg der Zahlen sei auch darauf zurückzuführen, dass es mehr Beratungsangebote gebe: „Die Angebote wachsen und nur so erfahren wir von mehr Vorfällen.“

Ziel der Berliner Register ist es, ein Gesamtbild zu den Fällen von Diskriminierung zu erstellen. Hierbei arbeiten die Registerstellen in verschiedenen Bezirken der Hauptstadt unter anderem mit Initiativen und Beratungsstellen zusammen. (epd/mig)

Leitartikel Panorama
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