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Rettungsschiff Alan Kurdi im Mittelmeer © Sea Eye/Karsten Jäger

Libysche Küste

Seenotretter halten Wache über Weihnachten

Spenden ermöglichen den Seenotrettern auf der „Sea-Eye 4“ über Weihnachten Wache vor der libyschen Küste zu halten. Die Menschen seien nicht einverstanden mit der europäischen „Abschottungspolitik“.

Montag, 13.12.2021, 5:22 Uhr|zuletzt aktualisiert: Sonntag, 12.12.2021, 17:08 Uhr Lesedauer: 1 Minuten  |  

Das deutsche Bündnisschiff „Sea-Eye 4“ ist am Samstag vom spanischen Hafen Burriana aus zu seinem vierten Rettungseinsatz aufgebrochen. Das Schiff werde sein Einsatzgebiet vor der Küste Libyens noch vor dem vierten Advent erreichen, sagte ein Sea-Eye-Sprecher dem „Evangelischen Pressedienst“ am Sonntag. Die 25-köpfige Crew kündigte an, Weihnachten im Einsatzgebiet Wache zu halten.

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Die „Sea-Eye 4“ ist ein Bündnisschiff, das maßgeblich durch das zivile Seenotrettungsbündnis United4Rescue finanziert wird. Die Weihnachtsmission sei dank Spenden von Menschen möglich geworden, „die nicht einverstanden sind mit der europäischen Abschottungspolitik und nicht mitverantwortlich sein wollen, für das Leid und Sterben an den EU-Außengrenzen“, sagte ein Vorstandsmitglied von United4Rescue.

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1.200 Menschen gerettet

Die Crews der Regensburger Seenotretter von Sea-Eye und der Bonner Hilfsorganisation German Doctors retteten bei ihren bisherigen drei Missionen mit der „Sea-Eye 4“ laut eigenen Angaben bereits 1.194 Menschenleben. Auf der dritten Rettungsmission Anfang November 2021 kam die Crew 757 Menschen zur Hilfe, nachdem sich Malta geweigert hatte, mehrere Seenotfälle zu koordinieren und Menschen von einem mit 400 Personen überladenen Holzboot zu retten.

Die Überfahrt über das Mittelmeer gehört zu den gefährlichsten Fluchtrouten der Welt. Laut der Internationalen Organisation für Migration (IOM) sind in diesem Jahr bislang mindestens 1.645 Menschen bei der Überfahrt ums Leben gekommen oder werden vermisst. Die Dunkelziffer könnte weit höher liegen. (epd/mig)

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