Smartphone, Soziale Medien, Apps, Telefon, Internet, Facebook, Twitter, YouTube
Smartphone © Pixelkult @ pixabay.com (Lizenz), bearb. MiG

Umfrage

Frauen und Minderheiten stark von Hass im Netz betroffen

Frauen und Minderheiten sind von Hass im Netz besonders betroffen. Das geht aus einer repräsentativen Umfrage hervor. Experten sehen in Algorithmen von Facebook, Youtube und Co. die größte Bedrohung für Demokratie.

Montag, 19.07.2021, 5:24 Uhr|zuletzt aktualisiert: Sonntag, 18.07.2021, 16:29 Uhr Lesedauer: 1 Minuten  |  

Jede dritte Frau zwischen 18 und 34 Jahren in Deutschland ist einer Studie zufolge bereits in den sozialen Medien sexuell belästigt worden. Zu diesem Ergebnis kommt eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsunternehmens Pollytix im Auftrag der Denkfabrik „Reset. Internet for Democracy“. Unter digitaler sexueller Belästigung werden etwa das ungefragte Zuschicken von Penis-Bildern oder sexualisierte Ansprachen und Beleidigungen verstanden.

Insgesamt gaben 38 Prozent der befragten volljährigen Nutzer des Internets an, schon mindestens einmal Hass in den sozialen Medien erlebt zu haben. Besonders betroffen von Beleidigungen, Bedrohungen, Falschbehauptungen, Belästigung, Stalking oder der Veröffentlichung privater Daten sind demnach Jüngere, Menschen mit Migrationshintergrund sowie Homosexuelle und Bisexuelle.

___STEADY_PAYWALL___

Von den 18- bis 24-Jährigen gaben 70 Prozent an, mindestens einmal Hass erfahren zu haben. Von den homo- und bisexuellen Befragten und den Muslimen, Juden und Angehörigen anderer nichtchristlicher Religionen waren es fast 60 Prozent.

Hass verstärkt durch Algorithmen

„Digitaler Hass, tausendfach verstärkt durch die Algorithmen von Facebook oder Youtube, ist die größte Bedrohung für die Demokratie im Superwahljahr“, sagte Felix Kartte von „Reset“. Die sozialen Medien stehen bereits länger in der Kritik, weil Algorithmen Inhalte umso mehr reproduzieren, je öfter sie angeklickt werden. Die Tech-Konzerne schützten gerade junge Frauen nicht vor Angriffen auf ihre Menschenwürde. Die bestehenden Gesetze böten dafür offenbar nicht genügend Anreiz.

Rund 38 Prozent der von Hass Betroffenen gaben der Studie zufolge an, sie seien vorsichtiger bei Meinungsäußerungen im Netz geworden. Elf Prozent erklärten, sie äußerten ihre Meinung nur noch anonym. Für die Umfrage wurden im Juni bundesweit 3.009 Menschen befragt. (epd/mig)

Aktuell Panorama
Zurück zur Startseite
UNTERSTÜTZE MiGAZIN! (mehr Informationen)

Wir informieren täglich über Migration, Integration und Rassismus. Dafür wurde MiGAZIN mit dem Grimme Online Award ausgezeichnet. Um diese Qualität beizubehalten und den steigenden Ansprüchen an die Themen gerecht zu werden bitten wir dich um Unterstützung: Werde jetzt Mitglied!

MiGGLIED WERDEN
MiGLETTER (mehr Informationen)

Bestelle jetzt den kostenlosen MiGAZIN-Newsletter:

Auch interessant
MiGDISKUTIEREN (Bitte die Netiquette beachten.)