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Rettungsschiff "Sea-Eye 4" © Guillaume Duez

Italien

Rettungsschiff festgesetzt. Begründung: Zu viele Menschen gerettet

Erneut hat Italien ein Rettungsschiff festgesetzt. Begründung: Das Schiff haben zu viele Menschen gerettet. „Sea-Eye 4“ ist das inzwischen vierte festgesetzte Rettungsschiff. Seenotretter kritisieren die Festsetzung scharf.

Montag, 07.06.2021, 5:23 Uhr|zuletzt aktualisiert: Sonntag, 06.06.2021, 12:34 Uhr Lesedauer: 1 Minuten  |  

Das Seenotrettungsschiff „Sea-Eye 4“ ist von Inspekteuren der italienischen Küstenwache in Palermo festgesetzt worden. Als Grund für die Festsetzung sei auch angeführt worden, dass die Rettungsschiffe regelmäßig zu viele Menschen vor dem Ertrinken retteten und für diesen humanitären Zweck falsch zertifiziert seien, erklärte der Vorsitzende des Vereins Sea-Eye, Gorden Isler, am Samstag in Regensburg.

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„Sea-Eye 4“ zufolge heißt es im Bericht der italienischen Küstenwache: „Die große Anzahl der geborgenen Personen, die über die durch das genannte Zertifikat erlaubte Anzahl hinausgeht, stellt eine ernste Gefahr für das Schiff und die Besatzung dar.“

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„Grotest“

Diese Begründung sei „grotesk“. Wie bereits bei anderen zivilen Rettungsschiffen würden nun auch bei der „Sea-Eye 4“ die gleichen technischen Gründe angeführt, um weitere Einsätze des Schiffes zu stoppen, sagte Isler. „Unser Kapitän ist der Pflicht zur Seenotrettung vorbildlich nachgekommen. Er hat Seenotfälle gesehen und eine sichere Rettung durchgeführt. Daran können sich die EU-Staaten ein Beispiel nehmen.“

Inzwischen sind vier Rettungsschiffe unter deutscher Flagge von Italien festgesetzt worden: Die „Alan Kurdi“, die „Sea-Watch 3“, die „Sea-Watch 4“ und nun auch die „Sea-Eye 4“. Die „Sea-Eye 4“ führte im Mai nach eigenen Angaben ihre erste Rettungsmission durch und rettete 408 Menschen, darunter 150 Kinder. Die geretteten Menschen konnten in Pozzallo auf Sizilien an Land gehen, nachdem die „Sea-Eye 4“ zuvor mehrere Tage einen sicheren Hafen gesucht hatte. (epd/mig)

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