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Eine jüdische Synagoge © Will Palmer auf flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG

Bochum

Ermittlungen nach Schüssen auf Synagoge

In der Nacht zum Montag schoss ein Unbekannter auf die Bochumer Synagoge. Die Polizei ermittelt, hat bislang aber keine Erkenntnisse über die Hintergründe. Antisemitismus sei nicht ausgeschlossen. Der Zentralrat fordert stärkere bauliche Sicherheitsmaßnahmen.

Mittwoch, 28.04.2021, 5:21 Uhr|zuletzt aktualisiert: Dienstag, 27.04.2021, 17:03 Uhr Lesedauer: 1 Minuten  |  

Nach Schüssen auf die Bochumer Synagoge gibt es laut Polizei keine konkreten Hinweise auf die Hintergründe. Ein antisemitisches Motiv könne nicht ausgeschlossen werden, sagte ein Polizeisprecher dem „Evangelischen Pressedienst“ am Dienstag. In der Nacht zum Montag hatte ein Unbekannter auf die Synagoge und das nahe gelegene Planetarium geschossen. Dabei wurden laut Polizei unter anderem Fensterscheiben an beiden Gebäuden zerstört.

Laut Polizei wurde kurz nach Mitternacht eine verdächtige männliche Person von einer Überwachungskamera aufgezeichnet. Er habe einen waffenähnlichen Gegenstand mit sich geführt und sich im Bereich des Planetariums und der Synagoge aufgehalten. Dort habe er die Schüsse abgegeben. Nach der Tat sichergestellte Metallkugeln werden den Angaben zufolge in Luft- oder Gasdruckwaffen verwendet.

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Zentralrat für mehr Sicherheitsmaßnahmen

Der Zentralrat der Juden in Deutschland forderte stärkere bauliche Sicherheitsmaßnahmen für die Bochumer Synagoge. Der Rat habe „volles Verständnis“ für diese Forderung aus der Gemeinde in Bochum und unterstütze sie, sagte der Vizepräsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Abraham Lehrer, der „Jüdischen Allgemeinen“. Lehrer sagte, der Zentralrat stehe mit der Gemeinde vor Ort und der Stadt in engem Kontakt.

Lehrer erklärte, aus den vergangenen zwölf Monaten fielen ihm drei weitere gewalttätige Angriffe auf jüdische Gemeinden in Deutschland ein. „Ob man daraus schließen kann, dass es massiv zugenommen hat, da wäre ich vorsichtig“, sagte der Vizepräsident des Zentralrats. „Aber für manche ist die Grenze zu einer Gewalttat offenbar leichter überschreitbar geworden als etwa noch vor fünf Jahren.“ (epd/mig)

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