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Studie

Immer mehr ausländische Pflegefachkräfte in Deutschland

In Deutschland werden zunehmend Pfleger eingestellt, die ihren Berufsabschluss im Ausland erworben haben. Die Zahl der Fachkräfte die aus dem Ausland nach Deutschland kommen hat sich seit 2012 versechsfacht.

Montag, 04.03.2019, 5:25 Uhr|zuletzt aktualisiert: Mittwoch, 08.01.2020, 15:42 Uhr Lesedauer: 2 Minuten  |   Drucken

In deutschen Krankenhäusern und Altenpflegeeinrichtungen arbeiten immer mehr Pflegefachkräfte, die im Ausland ausgebildet wurden. Die Zahl der Fachkräfte, die jährlich aus dem Ausland nach Deutschland kommen, stieg von knapp 1.500 im Jahr 2012 auf gut 8.800 im Jahr 2017, wie die gewerkschaftsnahe Hans-Böckler-Stiftung am Freitag in Düsseldorf mitteilte. Größtenteils stammten die Pflegekräfte aus ost- und südeuropäischen Staaten, die teilweise noch nicht in der EU sind. Viele Fachkräfte kommen zudem von den Philippinen, da mit dem südostasiatischen Land ein Anwerbeabkommen besteht, wie die Stiftung unter Berufung auf eine von ihr geförderte Untersuchung erklärte.

Wie hoch der Anteil der aus dem Ausland zugewanderten Fachkräfte im Vergleich zu den aus Deutschland stammenden Kollegen ist, ist laut einem Stiftungssprecher nicht bekannt. Im Jahr 2010 hatten knapp sechs Prozent der Pfleger in Deutschland ihre Ausbildung im Ausland absolviert. Aktuellere Zahlen lägen derzeit nicht vor, erklärte er.

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Durch die wachsende Zahl an ausländischen Mitarbeitern gibt es den Angaben zufolge allerdings auch Probleme. Wegen der Unterschiede in der Ausbildung zeigten sich sowohl zugewanderte wie auch einheimische Pflegefachkräfte „oft unzufrieden mit der Zusammenarbeit“, hieß es. So hätten viele der befragten zugewanderten Pflegefachkräfte das Gefühl, unter Wert arbeiten zu müssen. Sie fühlten sich häufiger von Informationen ausgeschlossen und von Vorgesetzten schlechter behandelt.

Unzufriedenheit

Die in Deutschland ausgebildeten Pflegefachkräfte wiederum kritisierten, dass neu zugewanderte Kollegen schon wegen mangelnder Sprachkenntnisse im Arbeitsalltag nicht voll einsetzbar seien. Die akademische Ausbildung im Ausland werde oft nicht als Vorteil gesehen, sondern als „praxisfern“ kritisiert, hieß es. Zudem fehlten grundsätzliche Kompetenzen, etwa bei der Körperpflege von Patienten und im „Sozialverhalten“. Aus der Sicht der einheimischen Beschäftigten müssten die Fachkräfte aus dem Ausland daher über einen längeren Zeitraum zunächst erst eingearbeitet werden.

Die mit der Studie beauftragten Forscher bezeichneten es als unerlässlich, dass Kliniken und Altenpflegeeinrichtungen ihren Pflegefachkräften genug Zeit für fachlichen Austausch und Konfliktlösung einräumen. Unabhängige Coaches sollten dabei helfen, Kommunikationsbarrieren zwischen einheimischen und zugewanderten Fachkräften zu überwinden. (epd/mig)

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