Moschee, Minarette, Ditib, Köln, Islam, Muslime
Die Ditib-Zentralmoschee in Köln © Marco Verch (Blog) @ flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG

"Neuanfang"

Ditib mit neuem Vorstand

Die islamische Religionsgemeinschaft Ditib hat einen neuen Vorstandsvorsitzenden. Der Theologe Kazım Türkmen folgt auf Nevzat Yaşar Aşıkoglu. Die Ditib kündigte an, künftig ihre "Verantwortung als Religionsgemeinschaft" in das Zentrum ihrer Arbeit zu stellen.

Dienstag, 08.01.2019, 5:22 Uhr|zuletzt aktualisiert: Mittwoch, 09.01.2019, 22:48 Uhr Lesedauer: 2 Minuten  |   Drucken

Als Reaktion auf anhaltende Kritik hat die islamische Religionsgemeinschaft Ditib einen neuen Vorsitzenden gewählt. Der Theologe Kazım Türkmen folgt als Vorstandsvorsitzender auf Nevzat Yaşar Aşıkoglu, wie die Ditib am Montag in Köln mitteilte. Türkmen gehörte zuletzt nicht dem Vorstand an, war aber in der Vergangenheit bereits als Buchhalter für die Religionsemeinschaft tätig.

Die Ditib erklärte, man wolle mit der Neuwahl des Vorstandes „die seit nahezu drei Jahren andauernden Debatten entschärfen und einen Neuanfang starten“. Dabei werde die staatliche türkische Religionsbehörde Diyanet „der Ditib als Quelle ihrer spirituellen, geistigen und religiösen Referenz auch weiterhin eine wichtige Stütze sein“. Die Ditib steht wegen ihrer engen Verbindung zum türkischen Staat immer wieder in der Kritik.

Ditib beklagt „ungerechtfertigte Angriffe“

Stellvertretender Vorsitzender bleibt der Theologe Ahmet Dilek. Die bisherige Generalsekretärin Emine Seçmez wird von ihrem Stellvertreter Abdurrahman Atasoy abgelöst und nimmt nun selbst den Posten der Vize-Generalsekretärin ein. Neu in den Vorstand gewählt wurden die stellvertretende Vorsitzende des Ditib-Landesverbandes NRW, Sümeyye Öztürk Mutlu, und der Vorsitzende des Ditib-Landesverbandes Baden-Württemberg, Erdinç Altuntaş. Der neue Vorstand will sich den Angaben zufolge im Januar auf einer Pressekonferenz der Öffentlichkeit vorstellen.

Die Ditib beklagte am Montag „zum Teil weit über das Maß der Kritik hinausgehende und zum Teil ungerechtfertigte Angriffe“ in der öffentlichen Debatte. Zugleich räumte der Verband aber auch „zum Teil berechtigte Kritik an der Ditib wie auch Versäumnisse der Ditib“ ein. Konkrete Beispiele nannte der Verband nicht.

„Verantwortung als Religionsgemeinschaft“

Die Ditib kündigte an, künftig ihre „Verantwortung als Religionsgemeinschaft“ in das Zentrum ihrer Arbeit zu stellen und die Anerkennung als Körperschaft des öffentlichen Rechts voranzutreiben. In Hessen und NRW seien die Satzungen der Landes- und Regionalverbände bereits dahingehend geändert worden, „dass sie die notwendige Selbstständigkeit ohne jeden Zweifel erfüllen“, hieß es. Dies sei nötig, um dort auch künftig Träger des islamischen Religionsunterrichts zu sein.

Auch in den anderen Bundesländern wolle die Ditib ihren Beitrag beim Religionsunterricht und bei den Standorten für Islamische Theologie leisten, erklärte der Verband. Als weitere Tätigkeitsfelder nannte er unter anderem eine Professionalisierung der Wohlfahrtsarbeit und die Stärkung der gesellschaftlichen Teilhabe muslimischer Frauen. (epd/mig)

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