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Handgranate-Graffiti © Saul Brunelle @ flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG

Für Entwicklungshilfe

Deutsche sehen Kriege als Hauptursache für Fluchtbewegungen

In Berlin wird derzeit über die Eckwerte für den Bundeshaushalt 2019 verhandelt. Dazu passend präsentiert die Welthungerhilfe eine Umfrage, nach der Entwicklungshilfe für die Deutschen wichtig ist.

Dienstag, 02.10.2018, 5:22 Uhr|zuletzt aktualisiert: Mittwoch, 03.10.2018, 17:22 Uhr Lesedauer: 2 Minuten  |   Drucken

Die große Mehrheit der Deutschen unterstützt einer Umfrage zufolge die Entwicklungszusammenarbeit mit armen Ländern insbesondere in Afrika. 84 Prozent halten Entwicklungshilfe für wichtig oder sehr wichtig, wie aus einer am Donnerstag in Berlin vorgestellten repräsentativen Umfrage des Instituts Infratest-Dimap im Auftrag der Welthungerhilfe hervorgeht. Mehr als ein Drittel (39 Prozent) spricht sich außerdem für eine Erhöhung des entwicklungspolitischen Engagements aus, 40 Prozent halten den aktuellen Umfang für ausreichend. 13 Prozent treten für eine Verringerung ein, sieben Prozent hatten keine Meinung dazu.

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Zwei Drittel der Befragten (67 Prozent) sehen dabei Kriege als Hauptursache für weltweite Fluchtbewegungen an. Auf die Frage, in welchem Bereich Deutschland sein Engagement reduzieren soll, plädieren mit 41 Prozent die meisten für eine Verringerung von Militärhilfe und Auslandseinsätzen der Bundeswehr.

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Ergebnisse „überraschend positiv“

Jan Fahlbusch, Leiter der Stabsstelle Politik bei der Deutschen Welthungerhilfe, bewertete die Ergebnisse als „überraschend positiv“. Demnach halten 35 Prozent der Befragten Entwicklungshilfe für sehr wichtig, weitere 49 Prozent für wichtig. Elf Prozent meinten dagegen, sie sei „nicht so wichtig“ und vier Prozent erklärten, Entwicklungshilfe sei „gar nicht wichtig“.

Auf die Frage, in welchen Bereichen Deutschland vorrangig Geld zur Lösung globaler Probleme ausgeben sollte, nannte jeweils ein Drittel die Umwelt- und Klimapolitik (33 Prozent) sowie Humanitäre Hilfe und Katastrophenhilfe (32 Prozent). Jeder Fünfte entschied sich zudem für die Entwicklungshilfe (21 Prozent). Ausgaben für Außenpolitik und diplomatische Bemühungen befürworteten sechs Prozent der Befragten, Ausgaben für die Entwicklung von Militär und Verteidigung fünf Prozent.

Großer Zuspruch für Entwicklungshilfe

Die Studie der Welthungerhilfe trägt den Titel „… auf den Puls gefühlt. Die Haltung der Deutschen zur Entwicklungspolitik“. Dafür wurden bundesweit zwischen dem 30. August und dem 4. September 1.051 Personen ab 18 Jahren befragt.

Sehr hohen Zuspruch findet demnach die Entwicklungshilfe bei Anhängern von CDU/CSU (91 Prozent), SPD (92 Prozent), Linken (93 Prozent) und Grünen (99 Prozent). FDP-Anhänger gaben zu 80 Prozent an, dass Entwicklungshilfe „wichtig“ oder „sehr wichtig“ sei. Bei den AfD-Anhängern war etwa jeder Zweite (55 Prozent) dieser Meinung. Hohe Zustimmungswerte erfährt die offiziell Entwicklungszusammenarbeit genannte Politik auch bei Jüngeren in der Altersgruppe der 18- bis 34-Jährigen (85 Prozent) sowie bei Menschen über 65 Jahren (89 Prozent).

Mehrheit für Konzentration auf Afrika

Die besondere Konzentration deutscher Entwicklungshilfe auf Afrika finden drei Viertel der Deutschen richtig (74 Prozent). Jeder Fünfte (21 Prozent) war allerdings dagegen, fünf Prozent machten keine Angaben. Als sehr wichtig sehen 53 Prozent die Bekämpfung des Hungers an, 37 Prozent halten dies für wichtig, sechs Prozent für „nicht so wichtig“ und drei Prozent für „gar nicht wichtig“.

Fahlbusch erinnerte bei der Bewertung der Zahlen an die Vereinbarung im Koalitionsvertrag der Bundesregierung, den Etat für die Entwicklungszusammenarbeit (EZ) an den Verteidigungshaushalt zu koppeln. Damit soll bei einer Erhöhung des Verteidigungsetats auch das EZ-Budget entsprechend steigen. Diesen Worten müssten jetzt Taten folgen, sagte Fahlbusch. (epd/mig)

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