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Asyl © Tjook @ flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG

Statistik für 2017

Asylanträge in Europa mehr als halbiert

Die Zahl der Asylanträge in der Europäischen Union sind im vergangenen Jahr deutlich zurückgegangen. Jeder Dritte Flüchtling beantragte in Deutschland Schutz. Das geht aus Zahlen der EU-Statistikbehörde Eurostat hervor.

Dienstag, 16.01.2018, 6:20 Uhr|zuletzt aktualisiert: Dienstag, 16.01.2018, 17:26 Uhr Lesedauer: 1 Minuten  |   Drucken

In der Europäischen Union haben 2017 deutlich weniger Flüchtlinge einen Asylantrag gestellt. In den ersten neun Monaten des Jahres registrierten die 28 Mitgliedsstaaten insgesamt etwa 480.000 Erstanträge, wie aus Zahlen der EU-Statistikbehörde Eurostat hervorgeht. 2016 und 2015 hatte die Zahl noch bei jeweils rund 1,2 Millionen für das jeweilige Gesamtjahr gelegen. Fast ein Drittel der Flüchtlinge beantragte in Deutschland Schutz: Von Januar bis September 2017 wurden dort 137.000 Erstanträge registriert.

Weniger als die Hälfte der Asylanträge würden mittlerweile in erster Instanz anerkannt, berichteten die Zeitungen der Funke Mediengruppe. Die Quote der positiven Entscheidungen habe noch im zweiten Halbjahr 2016 in der EU bei 62 Prozent gelegen. Im ersten Halbjahr 2017 sei sie auf 48 Prozent gesunken. Im dritten Quartal habe sie nur noch 43 Prozent betragen.

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Kritik an Osteuropa und Österreich

Der luxemburgische Außenminister Jean Asselborn warf den osteuropäischen EU-Ländern und Österreich in der Flüchtlingsdebatte vor, sich von den Ländern am Rande der Europäischen Union zu entsolidarisieren. Man könne zwar den Brenner schließen, nicht aber die Außengrenzen der EU, sagte er im Deutschlandfunk – außer man lasse die Menschen ertrinken oder erschieße sie im Wasser. Die Herausforderungen der Flüchtlingspolitik hätten eine europäische Dimension, betonte Asselborn. Darum müsse auch die Lösung eine europäische sein.

Der Fraktionsvorsitzende der Europäischen Volkspartei im Europäischen Parlament, Manfred Weber, sprach sich für eine stärkere Überwachung der Außengrenzen aus. Er warf der griechischen Regierung vor, die Grenzen nicht ausreichend zu kontrollieren. Die EU-Kommission solle nun prüfen, zusätzliche Frontex-Einheiten zu entsenden. „Die EU-Grenzen müssen an den kritischen Stellen endlich von EU-Personal überwacht werden“, forderte Weber. (epd/mig)

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